Sonntag, 16. Januar 2005
"Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht"
"Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht." Einer schöner pointierter Satz. Dieser Satz von Hans Peter Duerr hat entweder eine empirische oder eine normative Stossrichtung (oder beides gemeinsam). Ist es tatsächlich so, dass Kulturen oder Menschen, zu denen die Natur spricht, diese nicht ausbeuten? Man mag dies angesichts des aggressiven Raubbaus, den manche indigene Völker an der Natur verübt haben, bezweifeln. Und ist es tatsächlich so, dass man im Sinne einer diskurstheoretischen Begründung der Ethik, nicht mit der Natur, sofern sie ein Diskurspartner ist, nicht in ein herschaftsorientiertes Verhältnis treten darf, bei Strafe eines rationalen Widerspruchs? Was meint die Aussage, dass die Natur mit einem spricht? Am plausibelsten scheint mir die Interpretation,dass in verschiedenen Kulturen die Klasse desjenigen, was unter den Begriff "Person" zusammengefasst wird, weiter ist als im beherrschenden christlich-abendländischen Weltbild. Das meint, dass in manchen Kulturen Entitäten, die bei uns als "Sache" bezeichnet werden, dort als handelnde "Personen" behandelt werden, mit entsprechenden Interaktionsformen. So wird eine ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Personalisierung
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