Sonntag, 23. Januar 2005
Ökospirituelle Ansätze und Ethiken des guten Lebens
Wie schon erwähnt, heißt es in ökospirituellen Kreisen gerne, dass die Veränderung der Gesellschaft mit der des Einzelnen einhergehen müsse. Liegt eine spassbefreite, protestantische Prägung vor, formuliert man dies als "Arbeit an sich selbst und der Gesellschaft". Hin- und wieder wird auch ein Primat behauptet: Die Veränderung des Einzelnen sei die Voraussetzung für die Veränderung der Gesellschaft. "Wie", so fragt man, "sollen Staaten mit Kriegen aufhören und Wirtschaftsunternehmen mit der Ausbeutung der Natur, wenn Menschen in ihrem alltäglichen Leben aggressiv sind und sich egoistisch und achtlos verhalten?" Nun kennen wir alle das Phänomen, das Kriegsherren im privaten Leben sehr friedliche Menschen sein können und Spitzenmanager von Bergbaukonzernen mit Hingabe ihren Garten pflegen. Offenkundig scheinen Staaten und Unternehmen als Institutionen ein Eigenleben zu führen, dessen formale Abläufe unabhängig sind vom lebensweltlichen Verhalten des einzelnen. Dennoch wissen wir auch, dass die individuelle Haltung von Menschen und ihr Eingreifen in Handlungsabläufe von Institutionen markante Auswirkungen ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Ethik des guten Lebens
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