Dienstag, 8. Februar 2005
Kritik an Nussbaum 2
Dir von Nussbaum zur Zeit ihrer Tätigkeit beim World Institute for Development Economics Research entwickelte Liste menschlicher Fähigkeiten, deren Entfaltung eine Regierung als Maßstab ihres Handelns beachten muss, verführt zu zwei Fragen: Wieso wirkt diese Liste als ein so offensichtliches Produkt der Vorstellungen und Maßstäbe eines europäischen Mittelstands-Lebens? Wirklich nur deshalb, weil diese Vorstellungen aus einem Leben stammen, dass die Herausforderung des Fähigkeitenansatzes positiv beantwortet hat? Oder haben ihre relativistischen Kritiker nicht doch ein Gespür für ein gewisse ethnozentrische Ausrichtung? Was ist das Verhältnis einer solchen modernen aristotelischen Liste zu jener Ontologie, die für die vorsokratische Kultur so kennzeichnend waren? (Siehe z.B. Feyerabend zu archaischen Kosmologie: "Man zähle die Teile in der richtigen Reihenfolge auf, und man hat den Gegenstand. Das gilt für materielle Aggregate, für Menschen (Bewußtsein und Körper), für Tiere, aber auch für soziale Aggregate wie etwa die Ehre eines Kriegers. " (1) Die Frage ist nicht historisch gemeint. ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Ethik des guten Lebens
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