Sonntag, 13. März 2005
Charles Taylors Gedanken über den Karneval 3
Spannender als die Probleme des zeitgenössischen Heidentums ist eine andere Thematik, die Charles Taylor anspricht. Er führt nämlich vier gesellschaftliche Projekte auf, die mit der Abschaffung der "Zeit zwischen den Zeiten" einhergehen (1): Eine Neustrukturierung der Armut: Neuartige Armengesetze lösten den mittelalterlichen Umgang mit der Armut ab, die für die Reichen die Möglichkeit bot, durch Spende und Barmherzigkeit Verdienste um das Paradies zu erlangen. Jetzt wurden Arme streng daraufhin geprüft, ob sie wirklich erwerbsunfähig waren. Die Arbeitsfähigen wurden durch Disziplinierungstechniken und Arbeitsanstalten in Arbeitsprozesse gepresst, die nach den jeweiligen wirtschaftlichen Bedürfnissen ausgerichtet waren. Ziel war ihre Resozialisierung zu nützlichen Gliedern der Gesellschaft. Diejenigen, die tatsächlich nicht arbeitsfähig waren, wurden gettoisiert und verwaltet. Die Ausbildung der Zivilität führte dazu, das Klerus, Adel und Bürgertum sich von den volkstümlichen Gebräuchen distanzierten und eigene, geschliffenere Sitten ausbildeten. In Tanz, Sport, Esssitten, Sprechweisen ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Das System
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