Montag, 21. März 2005
Sokrates Buchstabengärtchen und Demokratie
„Wer vom Gerechten, Schönen und Guten Erkenntnis besitzt, wird die Buchstabengärtchen nur des Spieles wegen besäen und beschreiben. Wenn er aber schreibt, um für sich selbst einen Vorrat von Erinnerungen zu sammeln auf das vergessliche Alter, wenn er es etwa erreicht, so wird er sich freuen, wenn er sie zart und schön gedeihen sieht.“ Das Plädoyer, das Sokrates in Platons Phaidros für das gesprochene Wort und die mündliche Unterweisung hält, ist zweischneidig. Seine stärksten Argumente für das gesprochene Wort, das er dem schriftlichen vorzieht, beruhen auf dem Umstand, dass die Kontextabhängigkeit der Bedeutung einer Äußerung die direkte Sprechsituation zur geeignetesten Gelegenheit macht, diese Bedeutung zu erläutern. Sprecher und Hörer befinden sich im gleichen Kontext und da, wo es Verständnisunterschiede gibt, gibt die Kontextwahrnehmung und unmittelbare Reaktion des Gesprächspartners und dem Sprecher eine Vielzahl an Möglichkeiten Missverständnisse zu erkennen und umgehend aufzuklären, die Rede zu korrigieren und anzupassen. Ein weiteres Argument klingt nur an: ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Dialog
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