Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Mittwoch, 1. Juni 2005

George Soros über Reagan und Thatcher


Der Vorschlag von Soros zu „Sonderziehungsrechten (Special Drawing Rights“) klingt interessant, aber ich bin nicht kompetent, ein brauchbares Urteil zur Globalisierungs/Finanzdisk ussion zu geben. Ansonsten war für mich der folgende Satz in dem Büchlein “Der Globalisierungsreport” (ein irreführenderTitel, das Original heisst: „George Soros on Globaliszation“) zwar nicht der neueste, aber dennoch der interessanteste: „Angespo rnt durch die Liberalisierungs- und Deregulierungspolitik der Regierung Reagan in den USA und der Regierung Thatcher in Großbritannien, schritt die Entwicklung der internationalen Finanzmärkte in den achtziger Jahren ungebremst voran, während die internationale Schuldenkrise unter der Oberfläche weiterschwärte.“ George Soros: “Der Globalisierungsreport”; Reinbek bei Hamburg, 2003; S. 118 Die Bemerkung regte mich an, nocheinmal die Frage genauer anzuschauen, inwieweit Thatcherismus und Weltbild von Reagan eben kein Konservativismus (im Sinne der bekannten Baum-Metapher des konservativ rezipierten Edmund Burke) waren, sondern Vollstrecker radikaler Ideologien, wie ...
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Johannes Heinrich - erste Lektüre


Johannes Heinrich: „Sprung aus dem Teufelskreis – Sozialethische Wirtschaftstheorie, Band 1“ Neuauflage 2005. Das Buch des ehemaligen katholischen Sozialethikers habe ich ersteinmal unterschätzt. Mangelhaft redigiert, sprunghaft geschrieben. Auch das Deutsch ist nicht immer glücklich. Allerdings eine Verknüpfung der liberalistischen Zinstheorie von Silvio Gesell mit den sozialökonomischen Analysen von Marx, was an sich schon originell ist. Und eine Fülle von Hinweisen auf unorthodoxe Vertreter der katholischen Soziallehre: Wilhelm Horloff, Franz Hitze, Karl von Vogelsang, Emmanuel Mounier, Johannes Ude, Johannes Kleinhappel. Wichtiger Hinweis ist auch, sich die Zinskritik bei Thomas von Aquin nocheinmal anzuschauen - in seiner Rezeption weniger des biblischen Zinsverbotes sondern der aristotelischen Argumentation. Was den theoretischen Entwurf (sowohl politologisch als auch soziologisch) angeht habe ich mir noch kein abschließendes Urteil gebildet. Die Vorstellungen über Nationen scheinen mir etwas naiv, das viergliedrige Gesellschaftskonzept versteckt platonisch. Allerdings erinnert die Aufteilung in unterschiedliche Sphären ...
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Marx über aristotelische Zinsaussagen


"Aristoteles stellt der Chrematistik die Ökonomik entgegen. Er geht von der Ökonomik aus. Soweit sie Erwerbskunst, beschränkt sie sich auf die Verschaffung der zum Leben notwendigen und für das Haus oder den Staat nützlichen Güter. »Der wahre Reichtum (... [Griechisch:] o alethinos ploutos) besteht aus solchen Gebrauchswerten; denn das zum guten Leben genügende Maß dieser Art von Besitz ist nicht unbegrenzt. Es gibt aber eine zweite Erwerbskunst, die vorzugsweise und mit Recht Chrematistik heißt, infolge deren keine Grenze des Reichtums und Besitzes zu existieren scheint. Der Warenhandel (... [Griechisch:] "e kapelike") heißt wörtlich Kramhandel, und Aristoteles nimmt diese Form, weil in ihr der Gebrauchswert vorherrscht) gehört von Natur nicht zur Chrematistik, denn hier bezieht sich der Austausch nur auf das für sie selbst (Käufer und Verkäufer) Nötige.« Daher, entwickelt er weiter, war auch die ursprüngliche Form des Warenhandels der Tauschhandel, aber mit seiner Ausdehnung entstand notwendig das Geld. Mit der Erfindung des Geldes mußte sich der Tauschhandel notwendig zur ...
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Aristoteles über Zins


"Da die Chrematistik eine doppelte ist, die eine zum Handel, die andre zu Ökonomik gehörig, die letztere notwendig und lobenswert, die erstere auf die Zirkulation gegründet und mit Recht getadelt (denn sie beruht nicht auf der Natur, sondern auf wechselseitiger Prellerei), so ist der Wucher mit vollstem Recht verhaßt, weil das Geld selbst hier die Quelle des Erwerbs und nicht dazu gebraucht wird, wozu es erfunden ward. Denn für den Warenaustausch entstand es, der Zins aber macht aus Geld mehr Geld. Daher auch sein Name [griechisch "tokos" - Zins und Geborenes - Anm. JL]. Denn die Geborenen sind den Erzeugern ähnlich. Der Zins aber ist Geld von Geld, so daß von allen Erwerbszweigen dieser der naturwidrigste." Aristote les, 1. Buch, 1258b
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