Mittwoch, 26. Oktober 2005
Die fehlende Religion bei den Griechen 1
"(...)Im alten Griechenland war die Religion völlig in die Gesellschaft eingebettet: Kein Lebensbereich entbehrte eines religiösen Aspekts. (5) Geburt, Erwachsenwerden und Tod, Krieg und Frieden, Landwirtschaft, Handel und Politik - all diese Ereignisse und Aktivitäten wurden von religiösen Ritualen begleitet oder waren religiösen Regeln unterworfen; selbst der Liebesakt war nach einer Göttin, Aphrodite, benannt: aphrodisiazein. Heiligtümer beherrschten die Stadtsilhouetten, Götterstatuen standen an den Straßenecken; auch der Geruch von Opfern war nie weit entfernt. Ja, Religion war ein so integraler Bestandteil griechischen Lebens, dass die Griechen kein eigenes Wort für »Religion« brauchten. (6) Wenn Herodot die Religionen der Nachbarvölker Griechenlands beschreiben will, benutzt er den Ausdruck »zu den Göttern beten« (sebasthai tous theous), und wenn er die griechische Nation beschreiben will, nennt er »das gemeinsame Blut, die gemeinsame Sprache und die gemeinsamen Heiligtümer und Opfer«. Für Herodot also konnte das Problem der Beschreibung fremder Religionen auf die frage ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Nicht-Glaube
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