Donnerstag, 10. November 2005
Sklaverei und Polis 2
"Bislang ist der Mensch in gewissem Sinne der Sklave der Maschine gewesen, und es liegt etwas Tragisches in der Tatsache, dass er zu hungern begann, sobald er Maschinen erfand, die seine Arbeit verrichten. Dies ist jedoch nur das Ergebnis unserer Eigentumsordnung und unseres Wettbewerbssystems. Ein Einzelner ist Eigentümer einer Maschine, die die Arbeit von fünfhundert Menschen leistet. Dadurch sind fünfhundert Menschen arbeitslos, und weil sie keine Beschäftigung haben, fallen sie dem Hunger und dem Diebstahl anheim. Der Einzelne sichert sich das Produkt der Maschine und behält es und besitzt fünfhundertmal mehr, als er besitzen sollte und wahrscheinlich, dies ist von noch größerer Bedeutung, sehr viel mehr, als er wirklich begehrt. Wäre diese Maschine das Eigentum aller, so würde jedermann Nutzen daraus ziehen. Das wäre für die Gesellschaft von unermesslichem Vorteil. jede mechanische Arbeit, jede einförmige, stumpfsinnige Arbeit, jede Arbeit, die aus schrecklichen Verrichtungen besteht und unter unwürdigen Bedingungen ausgeführt wird, muss von Maschinen geleistet werden. Die Maschine soll für uns in ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Polis
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Sklaverei und Polis 1
"Es wäre viel besser eine Politik zu machen, die sich eine neue Form der Integration der Menschen in die Gesellschaft einfallen lässt. Es hat Zeiten gegeben, in denen nicht zu arbeiten gerade als der menschliche Zustand gesehen wurde. Man hatte damals seine Sklaven, heute haben wir die Maschinen. Warum sollte man nicht versuchen die Welt in dieser Hinsicht zu ändern? Im alten Athen war die hauptsächliche Tätigkeit des Bürgers Politik zu machen und nicht zu arbeiten." "Früher hatte man Sklaven, heute haben wir die Maschinen" Ein Gespräch mit dem Technikkritiker Gernot Böhme in: Spektrum direkt vom 18. September 2005
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Julio Lambing - Zettelkasten: Polis
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Zu Hannah Arendts Bemerkung hinsichtlich homerischer Götter
Hannah Arendts Beobachtung, dass homerischen Götter nur handeln, wenn Menschen im Spiel sind, scheint mir ein Missverständnis des homerischen Mythos zu sein. Ada Neschke beschreibt es folgendermaßen: "Mythen sind nicht immer, wie es die deutsche Sprache nahelegt, Erzählungen von Göttern - die Götter sind nicht Erzählthema, sie sind jedoch Erzählvoraussetzung. Erzählthema ist das Handeln der Menschen, solcher Menschen, die vor der eigenen Zeit lebten, der Heroen. (22) (...) Die Heroen, von denen Epos und Tragödie erzählen, sind "Täter", Handlende"; da aber im Handeln Ziele in der Wirklichkeit umgesetzt werden, treten die Handelnden mit der Wirklichkeit in Kontakt. Wirklich, da wirksam, aber sind die Götter, die immanenten Wirklichkeitsmächte. So erzählen die Heroenmythen zwar von den handelnden Menschen, sie stellen aber zugleich diejenigen dar, die deren Handeln gelingen oder scheitern machen, die Götter." (22) Zum Heroenmythos der Griechen vgl. Verfasserin, "Griechischer Mythos, Versuch einer idelatypischen Beschreibung", Zeitschrift für Philosophische Forschung, 37, 1983, 119-138 Zitat aus: ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Mythologie
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