Donnerstag, 29. Dezember 2005
Heidnische Kulte und Emanzipation der römischen Frau
Die tradierten religiösen Kulte rund um das weibliche Geschlecht, wie sie in Rom seit der Frühzeit praktiziert wurden, exemplifizierten die soziale Ordnung, in der das Leben der Frauen stattfand, die Klassengrenzen und die damit einhergehenden Rechte. Unverheiratete freie Frauen fanden sich im Kult der Fortuna Virginalis wieder, verheirate Frauen (matronae) besuchten den der Fortuna Primigenia, Sklaven feierten Nonae Caprotinae („feria ancillarum“ genannt), Plebejer feierten das plebejische Fest der Keuschheit, Prostituierte nahmen am Kult der Fortuna Virilis teil. Besonderen Raum nahmen dabei Feste für Frauen ein, die nur mit einem Mann verheiratet waren (univirae): Das Fest der Fortuna Muliebries, das spezielle Fest der Pudicitia (Keuschheit) für patrizische Frauen und das Fest der Bona Dea im Haus der Ehefrau des Konsuls. Das Privileg an Festen der univirae teilzunehmen, verloren Frauen auch unverschuldet: Witwen und verstoßene Frauen, die sich wiederverheirateten, waren ausgeschlossen, selbst dann wenn sie durch das augustinische Heiratsgesetz, dass die nachteilige Geburtenrate am Ende der Republik wieder steigern sollte, zur Wiederverheiratung ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Frauenwelt
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