Sonntag, 8. Januar 2006
Habermasens Ideen über den Dialog mit der Religion
Habe am Wochenende in Trier den Sonderdruck von Habermasens Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2001 entdeckt, herausgeben von Suhrkamp. Mir schon vor Jahren empfohlen, schien sie mir eine gute Gelegenheit, einen ersten Einblick in seine aktuelle Auseinandersetzung mit Religion und Glaube zu gewinnen. Die Rede zeigt die Lust am Argumentieren, und gerade in ihrem abrupten Start und fragendem Ende macht sie in sympathischer Weise den hohen Dialogethos des Preisträgers deutlich. Ihr Kerngedanke kreist um die Frage, wie Religion der säkularen Gesellschaft nutzt und wo das in den Augen Habermas berechtigte Primat der Wissenschaft zur Hybris wird: „Wenn wir mit Max Weber den Blick auf die Anfänge der »Entzauberung der Welt« lenken, sehen wir, was auf dem Spiel steht. Die Natur wird in dem Maße, wie sie der objektivierenden Beobachtung und kausalen Erklärung zugänglich gemacht wird, entpersonalisiert. Die wissenschaftlich erforschte Natur fällt aus dem sozialen Bezugssystem von Personen, die sich gegenseitig Absichten und Motive zuschreiben, heraus. Was wird nun aus solchen Personen, wenn sie ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Rationalitaet
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