Montag, 27. Februar 2006
Polis - Tugend und Gesetz z.B. bei Reichtum
Interessant ist an der Eindämmung des Reichtums in der frühen attischen Polis: Solons Staatsreformen waren legislativer Art, seine Angriffe gegen den Reichtum aber auch harte moralische Urteile über die Verdorbenheit des Charakter. Jenseits von Erwägungen über strukturelle Regelungen wird in der griechischen Debatte die Verantwortung über das individuelle Handeln thematisiert – allerdings auf der Blaupause von Handlungsdispositionen – den Tugenden: “An der Wurzel des Reichtums entdeckt man daher eine Verdorbenheit des Charakters, einen fehlgeleiteten schlechten Willen: die pleonexia, den Wunsch mehr als die anderen zu haben, mehr als den eigenen Teil, das Ganze. Plutos bedeutet in den Augen der Griechen eine verhängnisvolle Macht; doch sie ist nicht ökonomischer Natur. Vielmehr ist sie die innere Logik einer Charakterhaltung, eines ethos, die zwangsläufige Folge eines bestimmten Typs von Verhalten. Koros, hybris und pleonaxia sind die Formen der Unvernunft, die im Eisernen Zeitalter der aristokratische Dünkel annimmt – jener Geist der Eris, der nicht mehr der des edlen Wettstreits ist, sondern nur mehr Unrecht, ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Tugend
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