Mittwoch, 1. März 2006
Umsichtiges Politmanagement: Geheimriten der Polis
In der Polis werden die alten Priesterämter, die bisher im Besitz spezifischer aristokratischer Sippen waren, in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Die sacra, die zuvor geheim aufbewahrt worden waren, werden nun in die öffentlichen Tempel gebracht: „Mit dem Charakter des Geheimen verlieren sie die Eigenschaft, wirkkräftige Symbole zu sein; und sie da, sie sind zu «Bilder» geworden deren einzige rituelle Funktion es ist, gesehen zu werden, und deren einzige religiöse Realität ihre Erscheinung ist!“ (1) Doch bemerkenswert ist, dass auch in der demokratischen Polis magische Entscheidungsformen und magische Symbolik weiterhin benutzt werden: „Das spartanische Herrschaftssystem bietet das beste Beispiel für diese Geheimverfahren. Doch auch für andere Orte ist gut belegt daß geheime Heiligtümer, private, bestimmten Magistraten ausschließlich vorbehaltene Orakel und Sammlungen von Wahrsageregeln als Techniken der Machtausübung gebraucht wurden. Darüberhinaus sehen viele Städte ihr Heil im Besitz von geheimen Reliquien: Gebeinen eines Heroen, dessen Grab der Allgemeinheit unbekannt ist und ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Rationalitaet
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