Freitag, 10. März 2006
Religiös ist auch nicht derjenige, der meint, es gebe Geister
Jan Philipp Reemtsma hat in einer Rede vom Mai vergangenen Jahres über die Frage, ob man Religiosität respektieren muß, sehr fein und dennoch nicht unversöhnlich herausgearbeitet, warum der Wahrheitsanspruch, den Benedikt XVI. aber auch Johannes Paul II vertreten, sich eigentlich nicht mit dem Wahrheitsverständnis in demokratischen Kulturen verträgt. Die Rede enthält auch schwache Stellen, etwa wenn Reemtsma sich durchaus berechtigt der oft formulierten Behauptung entgegenstellt, dass Gesellschaften ohne Religion nicht lebensfähig sind, weil ihnen dann der Sinn fehle. Mich interessierte an Reemtsmas Rede ein ganz anderer Passus gleich zu Beginn seiner Ausführungen, der eher apodiktisch anstatt argumentativ daher kommt: "Was verstehe ich unter Religiosität? Ich brauche natürlich einen weiten Begriff, der nicht nur Christen, Juden und Muslime, sondern auch Zeugen Jehovas und Animisten einschließt oder jedenfalls nicht von vornherein ausschließt. Religiosität besteht in der Überzeugung, dass die Welt nicht aus sich heraus verstanden werden kann. Natürlich sind auch die meisten Nichtreligiösen der ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Nicht-Glaube
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