Donnerstag, 16. März 2006
Das aufrechte Röcheln einer untergehenden Zunft.
Jürgen Habermas fragt in seiner Rede (via Metablocker) anlässlich der Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises, ob sich „in der Mediengesellschaft erneut ein Strukturwandel der Öffentlichkeit [vollzieht], der der klassischen Gestalt des Intellektuellen schlecht bekommt.“ Treffend konstatiert der kontinental-transatlantisc he Sozialtheoretiker, dass durch die dezentrale Kommunikationswelt des Internets eine Filterung von Meinungsäußerungen und damit von Diskussionsbeiträgen wegfällt, die bisher die öffentliche Debatte auf jeweils spezifische Themen so fokussiert habe, dass „sich die Bürger zur gleichen Zeit mit denselben kritisch gefilterten Themen und Beiträgen befassen können. Der begrüßenswerte Zuwachs an Egalitarismus, den uns das Internet beschert, wird mit der Dezentrierung der Zugänge zu unredigierten Beiträgen bezahlt. In diesem Medium verlieren die Beiträge von Intellektuellen die Kraft, einen Fokus zu bilden.“ Auch der Vormarsch des Fernsehens und die damit einhergehende Wende vom Wort zum Bild mache es den Intellektuellen nicht leichter, denn die Selbstdarstellung vor der ...
[Zettel auffalten...]
Julio Lambing - Zettelkasten: Polis
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks






