Freitag, 30. Juni 2006
Polyamory - ein Produkt des Sexualitätsdispositiv? 1
Die Einkörperung der Perversionen und eine Spezifizierung der Individuen? "Die Sodomie - so wie die alten zivilen oder kanonischen Rechte sie kannten - war ein Typ von verbotener Handlung, deren Urheber nur als ihr Rechtssubjekt in Betracht kam. Der Homosexuelle des 19. Jahrhunderts ist zu einer Persönlichkeit geworden, die über eine Vergangenheit und eine Kindheit verfügt, einen Charakter, eine Lebensform, und die schließlich eine Morphologie mit indiskreter Anatomie und möglicherweise rätselhafter Physiologie besitzt. Nichts von alledem, was er ist, entrinnt seiner Sexualität. Sie ist überall in ihm präsent: allen seinen Verhaltensweisen unterliegt sie als hinterhältiges und unbegrenzt wirksames Prinzip; schamlos steht sie ihm ins Gesicht und auf den Körper geschrieben, ein Geheimnis, das sich immerfort verrät. Sie ist ihm konsubstantiell, weniger als Gewohnheitssünde denn als Sondernatur. Man darf nicht vergessen, daß die psychologische, psychiatrische und medizinische Kategorie der Homosexualität sich an dem Tag konstituiert hat, wo man sie - und hier kann der berühmte Artikel Westphals von 1870 ...
[Zettel auffalten...]
Julio Lambing - Zettelkasten: aphrodisiazein
6 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks






