Montag, 31. Juli 2006
Wahrheiten rund um Stöckchen - "Warum bloggst du?"
Ich tue mich normalerweise schon schwer mit diesen Fragebogenaktionen, da ich unsere Geständniskultur für ein billiges und geschmackloses Unterfangen halte, die Sphinx des menschlichen Lebens zu einem Persönlichkeitsprofil unserer sozialen Aktenordnerwelt kleinzuschreiben. Das Geheimnis des eigenen Wesens löscht man zwar damit nicht aus, aber im Versuch durch Geständnis Nähe herzustellen, domestiziert man sich zum berechenbaren Milchvieh: Sie wissen alles, was wird und war. Und hier ist Beginn, und das Ende ist dort. Das Leben in Reih und Glied ist der einzige, wenn auch hohe Preis, den man für diese Befreiung durch Beichte zahlt, denn die Selbstaufklärung des Menschen klärt glücklicherweise nicht auf: Bekanntlich sind authentische Selbstauskünfte oft die schlimmsten Verräter an der Wahrheit. Die Selbstcharakterisierung als Knilch mit knilchigen Eigenheiten hat selten was mit der Realität zu tun. „Wir können nicht einfach umhergehen und uns zeigen, wie wir sind. Was wir sind, ist nicht wichtig.“ (H. Arendt) Die soziale Seite von „social software“ macht es da nicht besser. Wenn man schon ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Privates
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