Montag, 7. August 2006
Polyamory 2 - erotische Subversion trotz geistiger Reizlosigkeit?
Abschliessender Besuch eines Treffens von Polyamoreusen: Eine Schrebergartenidylle an Menschen, die mit mehr als einem Menschen schlafen und mehr als einen lieben. Offen, herzlich, sympathisch zögerlich, kein Kult der Arroganz wie er doch sonst vielen sexuellen Subkulturen innewohnt. Attraktive Menschen darunter, auch nachdenkliche, kritische. Keine jungen Heißsporne, die sich noch austoben müssen, sondern gestandene Leute Ende 30, die Erfahrungen mit Kindern, Familie und der Liebe gemacht haben. Aber von den neopaganen Wurzeln und der darin innewohnenden Ahnung einer anderen Kultur bis zur Langeweile emanzipiert: Ähnlich wie bei der schwulen Sub scheint die Szene jeglichem weitergehenden Interesse jenseits der sexuellen Vergesellschaftung entkleidet. Kein emanzipatorischer Anspruch, über die Akzeptanz der eigenen sexuellen Gelüste hinaus Verhältnisse zu verändern, ein Anspruch wie er z.B. noch in der Lesbenbewegung existiert. Kein Ansinnen als jenes, wie jede andere sexuelle Minderheit einen bestimmten Lebenstil offen leben zu können. Ein Befund, den mir auch Beobachter in den Vereinigten Staaten bestätigen. Man trifft sich um Liebespartner ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: aphrodisiazein
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