Samstag, 2. September 2006
Die personelle Schattenhaftigkeit des Produktes einer Herstellens seiner selbst
Hannah Arendts Kritik am Herstellen noch einmal übertragen auf eine Kritik an der "Sorge um sich selbst" im Modus des Herstellens(1): Diejenige n, die sich selbst als Kunstwerk herstellen, müssen zur intersubjektive Begutachtung und als Möglichkeit zur Korrektur und Verfeinerung eigener Bemühungen den anderen begegnen. Da sich ihr kunstwerkliches Bemühen in allem äussern muss, ist auch jede Begegnung mit den anderen immer ein ein Zurschaustellen eigener Kunstfertigkeit sowohl in der Ausübung als auch im Ergebnis. Ein ganzes soziales Universum an Produzenten, eine ästhetisierte Variante der Allgegenwart des Homo Faber entsteht. Diejenigen die sich auf einem solchen Begutachtungsmarkt zu Schau stellen (auch wenn sie nichts verkaufen - wobei der Selbstverkauf in den Zeiten der Selfmanagement-Strategien und der Allgegenwart des Fromm'schen "Manager-Charakters" eine interessante Spur wäre) ähneln darin den mittelalterlichen Schaumärkten, die die Isolierung des Handwerkes in seinem einsamen Auseinandersetzung mit dem Objekt in die Öffentliche Sichtbarkeit erhoben und ihm so ermöglichten, dass zumindest ein Schatten seiner Personalität ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Aesthetik der Existenz
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