Donnerstag, 4. Januar 2007
Zwölferspiel
"Vom 11. Jahrhundert an sprechen eine Reihe lateinischer und volkssprachlicher Texte aus ganz Europa - Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, England, Skandinavien - von Erscheinungen des 'Wütenden Heeres' (Wütischend Heer, Mesnie furieuse, Mesnie Hellequin, exercitus antiquus), auch 'Wilde Jagd' (Chasse sauvage, Wild Hunt, Chasse Arthur) genannt. In ihnen wird die Schar der Toten erkannt; manchmal präziser: die Schar der zur Unzeit Gestorbenen - in der Schlacht getötete Soldaten, ungetaufte Kinder. An ihrer Spitze finden sich wechselende mythische (Herlechinus, Wotan, Odin, Artus usw.) oder mythisierte Gestalten (Dietrich von Bern)."(1) Diese Erscheinungen wurden mit den Zwölften, den zwölf Tagen zwischen Heiligabend und dem 6. Januar in Verbindung gebracht, von denen man annahm, daß an ihnen die Toten umherzogen. Es ist plausibel, dass diese "Rauhnächte" eine Schaltfunktion zwischen einem lunaren Kalender (354 Tage) und einem solaren Kalender (365 Tage) wahrgenommen haben.(2) Gelegentlich verschmolz diese Tradition mit jenen Überlieferungsstränge n, die von Gelehrten, Richtern und Inquisitoren als Berichte über die Sabbattreffen ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Privates
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