Sonntag, 28. Januar 2007
Reicht Isegoria in der Blogosphere für einen neuen Glanz der Politik? 1
Ich glaube ja nicht wirklich, an die utopische Selbstcharakterisierung der Blogosphere, wie ich sie desöfteren geschildert habe. Dabei mag ich den Tatbestand gar nicht kleinreden, daß wir hier eine Revolution der Öffentlichkeit erleben, die der Isegoria wieder zu neuen Ehren hilft und den erbärmlichen Verkürzungen dessen, was einst politischer Glanz war, etwas entgegensetzt. Es hatte einen tiefen Grund, wenn das Recht aller Bürger, frei vor der Vollversammlung zu reden, ein Pseudonym für Demokratie war. Doch selbst die durch den Rückkanal der Bürgerstimme erreichte Erweiterung der einstmal durch die Massenmedien kanalisierten Rede kann die Würde der Politik für die moderne Demokratie nicht wieder herstellen: Auch die Blogosphere ist der Politik fern, und das in doppelter Weise: Das Recht zu reden bedeutet in einer Elitendemokratie nicht die Möglichkeit zugleich Teil der handelnden Demokratie zu sein - zumindest nicht in jenem vollen Sinn, den wir durch die attische Polis kennenlernen konnten. Dem Reden fehlt trotz allen Handelns ein Teil jener vollumfänglichen Macht, die sie damals besaß. Denn die neue Teilhabe ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Polis
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