Donnerstag, 15. Februar 2007
Notwendigkeit in der Politik 2
Für den Perikles, den uns Thykidides vorstellte, "gab es immerhin einen Moment, da er glaubte, man könne gegen die Umstände ein Spiel riskeiren, aber auch dieses Spiel können wir nur gewinnen, wenn die gegenseite ein paar dumme Züge macht". (1) Die gnome, praktische Intelligenz und empirsch-rationales Planen hilft dem Menschen, sein Geschick zumindest teilweise selbst zu bestimmen. Bei Euripides wiederum ist die Kraft der Notwendigkeit, die Handlungen eines umfassend vorausschauenden Akteurs verblasst, er führt uns die zermürbenden Effekte des blanken Zufalls vor Augen. Williams macht uns jedoch darauf aufmerksam, daß all diese Dichter, Denker und Schreiber sich von den Philosophen dadurch unterscheiden, daß sie in einem entscheidenden Sinn nicht versuchen, aus der Ordnung im Universum einen Sinn des Lebens abzulesen. Diese Griechen sind entgegen dem Klischee über primitive, prärationale Kulturen wesentlich weniger harmonistisch als hochangesehene Väter der Moderne. Das, was man einer heidnischen Weltsicht unterstellt, nämlich eine letztendlich sinnvolle Harmonie zwischen dem Kosmos, der Welt, der Vernunft, der Geschichte ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Fortuna
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