Freitag, 27. April 2007
Die heile Welt des Heidentums 1
Vergegenwärtigt man sich die von vielen Unterstützern des Heidentums gebrauchten Charakterisierungen heidnischer Kulturen, so fällt die Kontrastierung zur modernen westlichen Gesellschaft auf. Dabei spielen diverse Leiden und Gebrechen, die man der heutigen Zivilisation attestiert, eine große Rolle: Die moderne westliche Gesellschaft betreibt Raubbau an der Natur, sie führt zu Vereinsamung und Depression, zu brutalen Weltkriegen, Atombombe und schwermetallbelastetem Grundwasser. Die Natur gilt es zu beherrschen, das männliche Prinzip hat sich breitgemacht. Sexualität ist bis heute schuld- und schambesetzt. Egoismus und Gier kennzeichnen das Leben. Alles wird einem nüchternen, entzauberndem, versachlichendem, kaltem Blick unterworfen. Man hat sich von dem Kosmos und seinen Mitmenschen entfremdet. Da der übergreifende Sinn durch die Zersplitterung der Werte verloren ging, sind die Menschen ohne Halt. Nichts ist ihnen mehr heilig, das Spirituelle ist verloren gegangen und einem schlichten Materialismus und dem Fortschrittswahn gewichen. Das Heidentum ist dazu eine Gegenwelt, seine Existenz per se Kulturkritik. Hier zeigt sich ein Wissen, wie ...
[Zettel auffalten...]
Julio Lambing - Zettelkasten: Traditionen
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks






