Montag, 28. Mai 2007
"Kreuzzug der neuen Atheisten"
Ah, auch bei den Nachzüglern ist das Thema angekommen: "Es ist, als würde nun auch die Aufklärung ihre Fundamentalisten hervorbringen. Mit Eifer und Zorn wird gegen alles zu Felde gezogen, was nur entfernt nach Unvernunft, Aberglaube, Weihrauch riecht. Ganz gleich ob Koranschüler, Kardinäle oder Eugen Drewermann. Plötzlich meint man wieder die antiklerikalen Schlachtrufe des 18. Jahrhunderts zu hören (...)" Alexander Smoltczyk: "Der Kreuzug der Gottlosen" S. 58; in: Ausgabe 22/2007 ("Gott ist an allem schuld!") Man müsste die Themen ergänzen, die die Boulevard-Presse wie der SPIEGEL permanent zur kollektiven Mahngesängen beistreut: die unsäglichen Gefahren der Astrologie, der rachdurstige semitische Wüstengott mit perversen Verstümmelungspraktiken, die paranoiden Entgleisungen von Geistheilern und Heilpraktikern, die demnächst stattfindende Übernahme Deutschlands durch wirkmächtige Kreationisten, die Waldorfschulen, die bald das gesamte Bildungswesen überschwemmt haben werden und nicht zuletzt die Bedrohungen unserer bewährten Landwirtschaft durch biodynamischen Scharlatanerie. Für Deutschland ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Traditionen
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Sinnverlust und Religion 1
"Die Sorge um den Sinnverlust ist so konstitutiv für die Moderne, daß einige Theoretiker das Wesen der Religion in den Antworten gesehen haben, die sie auf die Frage nach dem Sinn gibt. (...) Nach meiner Überzeugung sind diese Theorien auf der falschen Spur. Sie gehen davon aus, daß es bei der Religion hauptsächlich darauf ankomme, dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn entgegenzukommen. Indem sie diese Haltung einnehmen, veranbsolutieren sie die prekäre Situation der Moderne, so als wäre diese Anschauung die letzte Wahrheit über die Dinge. In dieser Hinsicht bilden sie gewissermaßen Abelger der Fortschrittsgeschichte. Das intuitive Gefühl, von dem sie ausgehen, ist allerdings unbestreitbar, nämlich das Gefühl, die Sinnfrage sei eine Hauptsorge unseres Zeitalters und der drohende Mangel an Sinn mache alle Erzählungen der Moderne, nach denen wir uns im Leben richten, fragil." Charles Taylor: "Moderne und die säkulare Zeit"; S. 213 ; in: "Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie? Aufsätze zur politischen Philosophie"; Frankfurt a.M 2002; S.166 - 217; Die interessante Frage ist für mich nicht, ob ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Wassermannzeitalter
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