Sonntag, 8. Juli 2007
Stoßseufzer
Der CSD-Zug schien mir diesmal irgendwie lahm. Ich rätsele woran es lag. An mir, an der direkten Publikumsumgebung in der "Breiten Straße", am Zug? Trotz der vielen Reize, die mich dankbar sein lassen, in einer so schillerndern und freizügigen Zeit wie der jetzigen leben zu können, eine seltsame Reizlosigkeit. Apropos Reizlosigkeit: Ich hab ja mal die geistige Reizlosigkeit im Umfeld der Polyamoureusen angesprochen, weil es mir allzu einfach auf das private Glück zielt und eine gewisse Widerständigkeit im überindividuellen, politischen Sinne zu fehlen scheint. (Eine Bemerkung, die man mir anscheinend übel nahm.) Aber nach ein jüngsten Durchsicht diverser Blogbeiträge muss ich sagen: Noch wesentlich unangenehmer als dieser Umstand sind mir linke Kritiker und Adepten/innen der "Cultural Studies", die mit ihrer abtörnenden Sprache über die Lust an der freien Liebe so schreiben, daß auch noch die letzte Liebe aus den Buchstaben gepresst wird. Die verorten dann ganz schlau die Polyamory in ihrer Systemkritik, ob sie kleinbürgerlich oder subversiv, Folge des Spätkapitalismus oder perfide Wendung der bürgerlich-patriachalen ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: aphrodisiazein
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