Mittwoch, 14. November 2007
Romantik als Zwilling des Rationalismus
"Im 19. Jahrhundert brach die Romantik nie mit dem Rationalismus; sie war vielmehr sein Spiegelbild. Descartes hob die Fähigkeit zu formaler Rationalität und logsicher Kalkulation als das spezifisch "Geistige" in der menschlichen Natur auf Kosten der Gefühlserfahrung in den Himmel, die ein bedauerliches Nebenprodukt unserer Körpernatur sei. Seit Worsworth oder Goethe kippten die romantischen Dichter und Romanschriftsteller auf die andere Seite: ein allein von der kalkulierten Vernunft beherrschtes menschliches Leben ist kaum lebenswert, edel ist die Bereitschaft, sich tiefen Gefühlen zu überlassen. Das ist keine Position, die den Dualismus des 17. Jahrhunderts transzendiert, sondern sie akzeptiert ihn und schlägt sich nur bei jeder Dichotomie auf die andere Seite." Stephen Toulmin: "Kosmopolis - Die unerkannten Aufgaben der Modern"; Frankfurt a.M. 1994, S. 238-239 Etwas zu einfach diese Gegenüberstellung,wenn man sie mit den Anliegen romantischer Vordenker wie Hölderlin oder Novalis vergleicht, aber im Kern stimmt es: Nicht nur, daß es diese klischeehafte Variante der Romantik gibt. Sondern auch dort, wo nur der Anspruch auf ganzheitliche ...
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Julio Lambing - Zettelkasten: Wassermannzeitalter
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