Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Frauenemanzipation in der römischen Antike 1

Martha Nussbaum schildert in ihrem Aufsatz "Menschliche Fähigkeiten, weibliche Menschen" (1) eine Argumentation des Stoikers Musonius Rufus, der im ersten Jahrhundert n. Chr. in seiner Argumentation „Auch Frauen sollten Philosophie betreiben“ in bemerkenswerter Weise für die Gleichberechtigung zwischen Männer und Frauen plädierte und damit „Ausdruck einer gesellschaftlichen Situation [war], die in der jahrtausendealten westlichen Tradition einen Höhepunkt in bezug auf die Stellung der Frau darstellte.“ Diese Argumentation illustriert für sie wie aristotelische Vorstellungen bei stringenter Argumentation dazu führen, Aristoteles eigene Abwertung der Frau zu korrigieren.

In einer Fußnote (Anm. 277; S. 310) verweist sie zu der "Art und Weise, in der das Christentum den sich herausbildenden feministischen Konsens zerstörte" auf das Buch "The Class Struggle in the Ancient Greek World“.

Dies führt zu der Frage, inwieweit in der antiken Tradition die Emanzipation der Frau als inhärente Entwicklungstendenz angelegt war und welche Rolle das Chrsitentum spielte. In der Folge werde ich einige Aspekte dieser Thematik aufgreifen.


(1) in Martha C. Nussbaum: "Gerechtigkeit oder das gute Leben"; Frankfurt a.M. 1999; S. 176 - 226
Sara (Gast) - Mi, Feb 01, 2006

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Ich lese mit großem Interesse Deine bzw. Nussbaums Gedanken zur Stellung der Frau in der römischen Antike. Musonius Rufus habe ich durch die Beschäftigung mit dem Begriff "porne" aus dem Griechischen näher kennen gelernt.
Julio Lambing - Do, Feb 02, 2006

Blumen zurück nach Helsinki

Oh, was sagt denn Musonius dazu?

Ich will noch einiges zu dem Thema notieren, denn ich habe den Eindruck, dass der Einfluss des Christentums auf die Situation der antiken Frau wesentlich komplexer ist, als Martha Nussbaum es etwas eindimensional andeutet. Aber eigentlich interessiert mich am meisten, welche emanzipatorischen Impulse in den vorchristlichen kulturellen Traditionen Roms und Griechenlands angelegt waren.

Ansonsten gehen die Blumen zurück: mir gefällt die aufmerksame Art, mit der du den zwischenmenschlichen Aspekt bei "Elephant" beschrieben hast. Zu den anderen Dingen, wie z.B. die intimen Fotos von deinem zweisamen Badetermin mit diesem "Vladimir p.c." steht mir kein Kommentar zu, ausser: mutig, so viel Offenheit im Internet ;-)
Sara (Gast) - Sa, Feb 04, 2006

Leider sind meine Notizen mit dem Rest meiner Festplatte damals verloren gegangen, aber wenn ich in ein paar Monaten daheim bin, suche ich den Ausdruck. Bist du auch Altphilologe? Theologe? Ich suche immer noch nach altestamentlichen Pendants zu M. Nussbaums Befähigungsgerechtigkeit. Wenn du mir weiterhelfen kannst...

Die verzerrten Worte bereiten mir übrigens Probleme. Gestern hat sich mein Kommentar einfach nicht senden lassen, obwohl ich das richtige Wort eingegeben hatte...
Julio Lambing - Do, Feb 09, 2006

>suche ich den Ausdruck
Vielen Dank!

Leider weiß ich keine Hinweise zu altestamentlichen Pendants zu Nussbaums Befähigungsgerechtigkeit. Aristotelische Ethikkonzepte würde ich auch ehrlich gesagt dort auch kaum suchen ;-) Warum brauchst du sie, zur theologsichen Legitimation des Ansatzes? Es gibt doch eine alte aristotelische Tradition im Christentum, die ist doch als Ausgangsbasis auch nicht schlecht?

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