Zu Hannah Arendts Bemerkung hinsichtlich homerischer Götter
Hannah Arendts Beobachtung, dass homerischen Götter nur handeln, wenn Menschen im Spiel sind, scheint mir ein Missverständnis des homerischen Mythos zu sein.
Ada Neschke beschreibt es folgendermaßen:
"Mythen sind nicht immer, wie es die deutsche Sprache nahelegt, Erzählungen von Göttern - die Götter sind nicht Erzählthema, sie sind jedoch Erzählvoraussetzung. Erzählthema ist das Handeln der Menschen, solcher Menschen, die vor der eigenen Zeit lebten, der Heroen. (22) (...)
Die Heroen, von denen Epos und Tragödie erzählen, sind "Täter", Handlende"; da aber im Handeln Ziele in der Wirklichkeit umgesetzt werden, treten die Handelnden mit der Wirklichkeit in Kontakt. Wirklich, da wirksam, aber sind die Götter, die immanenten Wirklichkeitsmächte. So erzählen die Heroenmythen zwar von den handelnden Menschen, sie stellen aber zugleich diejenigen dar, die deren Handeln gelingen oder scheitern machen, die Götter."
(22) Zum Heroenmythos der Griechen vgl. Verfasserin, "Griechischer Mythos, Versuch einer idelatypischen Beschreibung", Zeitschrift für Philosophische Forschung, 37, 1983, 119-138
Zitat aus:
Neschke, Ada: Erzählte und erlebte Götter. Zum Funktionswandel des griechischen Mythos in Ovids "Metamorphosen". in: Richard Faber, Renate Schlesier (Hg.): Die Restauration der Götter. Antike Religion und Neo-Paganismus. Würzburg 1986. 133-152.
Neschkes Hypostasierung eines besonderen Wirklichkeitsgrades für die Götter scheint mir eher für das Gottesverständnis ab Heraklit (?) zutreffend zu sein. Ansonsten erinnert ihre Skizze an Argumentationen aus der sprachanalytisch geschulten, christlichen Apologetik, bei der Gott die Vorausetzung bestimmter Sprachspiele ist.
Ada Neschke beschreibt es folgendermaßen:
"Mythen sind nicht immer, wie es die deutsche Sprache nahelegt, Erzählungen von Göttern - die Götter sind nicht Erzählthema, sie sind jedoch Erzählvoraussetzung. Erzählthema ist das Handeln der Menschen, solcher Menschen, die vor der eigenen Zeit lebten, der Heroen. (22) (...)
Die Heroen, von denen Epos und Tragödie erzählen, sind "Täter", Handlende"; da aber im Handeln Ziele in der Wirklichkeit umgesetzt werden, treten die Handelnden mit der Wirklichkeit in Kontakt. Wirklich, da wirksam, aber sind die Götter, die immanenten Wirklichkeitsmächte. So erzählen die Heroenmythen zwar von den handelnden Menschen, sie stellen aber zugleich diejenigen dar, die deren Handeln gelingen oder scheitern machen, die Götter."
(22) Zum Heroenmythos der Griechen vgl. Verfasserin, "Griechischer Mythos, Versuch einer idelatypischen Beschreibung", Zeitschrift für Philosophische Forschung, 37, 1983, 119-138
Zitat aus:
Neschke, Ada: Erzählte und erlebte Götter. Zum Funktionswandel des griechischen Mythos in Ovids "Metamorphosen". in: Richard Faber, Renate Schlesier (Hg.): Die Restauration der Götter. Antike Religion und Neo-Paganismus. Würzburg 1986. 133-152.
Neschkes Hypostasierung eines besonderen Wirklichkeitsgrades für die Götter scheint mir eher für das Gottesverständnis ab Heraklit (?) zutreffend zu sein. Ansonsten erinnert ihre Skizze an Argumentationen aus der sprachanalytisch geschulten, christlichen Apologetik, bei der Gott die Vorausetzung bestimmter Sprachspiele ist.
Julio Lambing - Do, Nov 10, 2005 - Zettelkasten: Mythologie







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