Nochmal Kreationismus: "Wie der Glauben die Wissenschaft niedermetzelt"
Der Untergang geht weiter als man denkt: Jetzt spinnen nicht nur die US-Amerikaner (wir wissen eine Land, das im Großen und Ganzen aus schiesswütigen Rednecks, Coca-Cola-Kultur, autoritätshörigen Pinseln und grenzdebilen, weißen Cowboy-Politikern besteht) , nein, jetzt hat es auch noch die Briten erwischt. Wir wussten es schon immer, wer degenerierte Monarchen einfach nicht absetzen will, der muss auch ansonsten einen Sockenschuss haben. SPIEGEL Online berichtet am 26. Januar über eine Umfrage im Vereinigten Köngreich (via Lyrasien) :
"Eine Umfrage im Auftrag der BBC führte zu vielsagenden Ergebnissen: Auf die Frage, was ihre Sicht der Entstehung und der Entwicklung des Lebens am ehesten beschreibe, nannten 48 Prozent der mehr als 2000 Befragten die Evolutionstheorie, 22 Prozent den Kreationismus und 17 Prozent Intelligent Design. Der Rest äußerte sich unentschlossen.
Im Hinblick auf den Schulunterricht wünschten 41 Prozent der Befragten, dass in Biologiestunden Intelligent Design vermittelt werden solle. 44 Prozent waren für die Aufnahme von Kreationismus in den wissenschaftlichen Unterricht. 69 Prozent gaben an, die Evolutionslehre sollte den Schülern vermittelt werden.
Zwischen Kreationismus und Intelligent Design besteht freilich kaum ein inhaltlicher Unterschied. (...) Verfechter des Intelligent Design [versuchen] , ihr Konzept in der öffentlichen Wahrnehmung als konkurrierende wissenschaftliche Theorie zu etablieren - was in den USA nicht ohne Erfolg blieb. Ihr Hauptargument: Bestimmte Eigenschaften von Lebewesen seien so komplex, dass sie mit der Evolution allein nicht erklärbar seien. Die überwältigende Mehrheit seriöser Forscher hält das jedoch für ausgemachten Unfug."
In dem Artikel findet sich das übliche weltanschaulich aufgeladene Vokabular: "pseudowissenschaftlich", "Wissenschaftler" versus "religiöse Eiferer", "aufgeklärt", "ausgemachter Unfug", "wissenschaftliche Ausbildung". etc.
Ein Blick durch Technorati auf die deutschen Bloggerszene zeigt, mit welcher Kritiklosigkeit umgehend auf solche Artikel reagiert wird und mit welcher Naivität die bekannten Scheinerklärungen psycho-sozialwissenschaftlicher Provenienz als Projektionstheorie allen „Aberglaubens“ herunter gebetet werden. Auswahl:
"In einer immer komplexer werdenden Welt (...) in einer immer aggressiver erscheinenden Welt, (...) in einer Welt, in der Informationen zur Handelsware geworden sind, (...) ist es naheliegend, sich in kuschelige kleine Lösungen einzupacken." (Lyrasien, 26. Januar)
"Fazinierend. Wie in nur wenigen Jahren der Glauben die Wissenschaft niedermetzeln kann." (Runkenblog, 26. Januar)
"wir werden schon bald erleben, dass auch hierzulande wissenschaftliche theorien ernsthaft mit hokuspokus konkurrieren müssen. (...) was dem ami sein intelligent design, ist dem deutschen seine homöopathie (auch wenn es nicht 2/3 sind, sondern nur ein drittel" (blogotronic, 26. Januar)
"Soo schlecht sind die populärwissenschaftlichen BBC-Filme nun auch wieder nicht, dass sie dieses Ergebnis erklären würden. Auch im UK dominiert wohl Unterschichtenfernsehen." (juergen-luebeck.de, 28. Januar)
Ein einziger Beitrag, interessanterweise stammt er von jemandem der, sich offen zum Christentum bekennt, bemerkt, dass es „ja so oder so zu begrüssen, wenn an den Schulen zu den gängigen Theorien auch differenziertere Betrachtungen gelehrt werden würden“.
Mir macht es überhaupt keinen Spass, dem Kreationismus oder dem Intelligent Design oder wie auch immer die vielen häretischen Theorien in der Biologie heißen, zur Seite zur springen, zumal ich kein Biologe bin. Mich nervt nur jener irrationale und tendenziell auch totalitäre Impuls, der die Ideologisierung wissenschaftlicher Forschung anhand solcher Debatten wieder erstarken lässt. Doch unter Umständen hilft ja auch die Hysterie um den Kreationismus, festgefügte Glaubensbilder aufzuweichen (wie wäre es z.B., wenn man ausgerechnet von Christen ein paar banale Erkenntnisse über Wissenschaft und Pseudowissenschaft lernen kann). Und vielleicht war das bemerkenswerteste Statement ja das von diesem Blogger, der zumindest einen kognitiven Schock zu erfahren scheint, dass sich die Welt (und auch Welt der Wissenschaft) eben nicht so verhält, wie es die monotonen, versimplifizierenden und aufstachelnden Predigten immer wieder ausrufen:
„Da glaubt man gerade, dass die moderne Wissenschaft sämtlichen Unfug als unwahr entlarvt hat. (...) Was passiert denn hier gerade? Dreht die Welt durch?“ (screenpop, 26. Januar)
"Eine Umfrage im Auftrag der BBC führte zu vielsagenden Ergebnissen: Auf die Frage, was ihre Sicht der Entstehung und der Entwicklung des Lebens am ehesten beschreibe, nannten 48 Prozent der mehr als 2000 Befragten die Evolutionstheorie, 22 Prozent den Kreationismus und 17 Prozent Intelligent Design. Der Rest äußerte sich unentschlossen.
Im Hinblick auf den Schulunterricht wünschten 41 Prozent der Befragten, dass in Biologiestunden Intelligent Design vermittelt werden solle. 44 Prozent waren für die Aufnahme von Kreationismus in den wissenschaftlichen Unterricht. 69 Prozent gaben an, die Evolutionslehre sollte den Schülern vermittelt werden.
Zwischen Kreationismus und Intelligent Design besteht freilich kaum ein inhaltlicher Unterschied. (...) Verfechter des Intelligent Design [versuchen] , ihr Konzept in der öffentlichen Wahrnehmung als konkurrierende wissenschaftliche Theorie zu etablieren - was in den USA nicht ohne Erfolg blieb. Ihr Hauptargument: Bestimmte Eigenschaften von Lebewesen seien so komplex, dass sie mit der Evolution allein nicht erklärbar seien. Die überwältigende Mehrheit seriöser Forscher hält das jedoch für ausgemachten Unfug."
In dem Artikel findet sich das übliche weltanschaulich aufgeladene Vokabular: "pseudowissenschaftlich", "Wissenschaftler" versus "religiöse Eiferer", "aufgeklärt", "ausgemachter Unfug", "wissenschaftliche Ausbildung". etc.
Ein Blick durch Technorati auf die deutschen Bloggerszene zeigt, mit welcher Kritiklosigkeit umgehend auf solche Artikel reagiert wird und mit welcher Naivität die bekannten Scheinerklärungen psycho-sozialwissenschaftlicher Provenienz als Projektionstheorie allen „Aberglaubens“ herunter gebetet werden. Auswahl:
"In einer immer komplexer werdenden Welt (...) in einer immer aggressiver erscheinenden Welt, (...) in einer Welt, in der Informationen zur Handelsware geworden sind, (...) ist es naheliegend, sich in kuschelige kleine Lösungen einzupacken." (Lyrasien, 26. Januar)
"Fazinierend. Wie in nur wenigen Jahren der Glauben die Wissenschaft niedermetzeln kann." (Runkenblog, 26. Januar)
"wir werden schon bald erleben, dass auch hierzulande wissenschaftliche theorien ernsthaft mit hokuspokus konkurrieren müssen. (...) was dem ami sein intelligent design, ist dem deutschen seine homöopathie (auch wenn es nicht 2/3 sind, sondern nur ein drittel" (blogotronic, 26. Januar)
"Soo schlecht sind die populärwissenschaftlichen BBC-Filme nun auch wieder nicht, dass sie dieses Ergebnis erklären würden. Auch im UK dominiert wohl Unterschichtenfernsehen." (juergen-luebeck.de, 28. Januar)
Ein einziger Beitrag, interessanterweise stammt er von jemandem der, sich offen zum Christentum bekennt, bemerkt, dass es „ja so oder so zu begrüssen, wenn an den Schulen zu den gängigen Theorien auch differenziertere Betrachtungen gelehrt werden würden“.
Mir macht es überhaupt keinen Spass, dem Kreationismus oder dem Intelligent Design oder wie auch immer die vielen häretischen Theorien in der Biologie heißen, zur Seite zur springen, zumal ich kein Biologe bin. Mich nervt nur jener irrationale und tendenziell auch totalitäre Impuls, der die Ideologisierung wissenschaftlicher Forschung anhand solcher Debatten wieder erstarken lässt. Doch unter Umständen hilft ja auch die Hysterie um den Kreationismus, festgefügte Glaubensbilder aufzuweichen (wie wäre es z.B., wenn man ausgerechnet von Christen ein paar banale Erkenntnisse über Wissenschaft und Pseudowissenschaft lernen kann). Und vielleicht war das bemerkenswerteste Statement ja das von diesem Blogger, der zumindest einen kognitiven Schock zu erfahren scheint, dass sich die Welt (und auch Welt der Wissenschaft) eben nicht so verhält, wie es die monotonen, versimplifizierenden und aufstachelnden Predigten immer wieder ausrufen:
„Da glaubt man gerade, dass die moderne Wissenschaft sämtlichen Unfug als unwahr entlarvt hat. (...) Was passiert denn hier gerade? Dreht die Welt durch?“ (screenpop, 26. Januar)
Julio Lambing - Di, Jan 31, 2006 - Zettelkasten: Wissenschaft
Lyrasia (Gast) - Di, Jan 31, 2006
erstmal vielen dank für die zitierung eines Beitrages von mir.
doch bei allem Respekt:
Mein Artikel enthält weder eine Idiologisierung wissenschaftlicher Forschung, noch ist er ein lauter Aufschrei gegen die "Dummheit" der Religösen.
Im Gegenteil plädiere ich darin für Religionsunterricht an Schulen, um Menschen Enstscheidungsmöglichkeiten zu geben. Da, wo Aufklärung eben nicht stattfindet, wie mangelnder Reliogionsuntericht eben in USA, haben Extreme erst eine Chance. Insofern ist mein Artikel durchaus kritisch, doch eben auch mäßigend gedacht an alle, die aufgrund des Spiegelartikels laut zu schreien beginnen, und natürlich, aus meiner eigenen subjektiven menschenfreundlichen Betrachtung heraus. Keinesfalls ist es wertend gemeint, sondern eher mit einem gewissen Verständnis, dass Mitmenschen sich die Welt einfach gestalten. Auch wenn ich schreibe, ich sei unreliös, heißt das nicht, das ich Religiosität nicht respektiere. Diese hat viel zu geben. Ab vom Halt im Leben auch menschliche Werte, die uns keinesfalls in die Wiege gelegt wurden.
Nur Extreme und Fanatischen Missionarismus in welche Richtung auch immer insbesondere an jungen Menschen und Kindern mag ich überhaupt nicht. Diese sollten eine allumfassende Bildung in allen Belangen des Lebens, wozu auch Glaubensfragen gehören, erhalten können. Dies ist ein Geschenk, welches uns unser Kulturkreis hier bietet, sofern es wahrgenommen wird. Ich persönlich durfte das genießen, und meine persönliche Entscheidung treffen. Doch war es nie eine Frage von für Wissenschaft oder für Religion, sondern immer nur eine Frage der Aufrichtigkeit und der Antworten auf die vielen Fragen, die das Leben stellt.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben...
ich hätte gerne weniger Fragen, und klarer definierte Antworten.. und würde mich auch gerne einkuscheln in ein einfaches Weltbild. Nur gelang mir das nie. Eben weil unsere liebe Erde zu komplex ist in ihren vielen Kulturen, Gedankenwelten, Bewegungen, Veränderungen, von denen ich mir niemals anmaßen würde, alles sofort und in der Summe zu begreifen. Dies schafft niemand, es ist immer nur ein mehr oder weniger großer und immer auch ein bisschen subjektiver Ausschnitt, den man sieht.
doch bei allem Respekt:
Mein Artikel enthält weder eine Idiologisierung wissenschaftlicher Forschung, noch ist er ein lauter Aufschrei gegen die "Dummheit" der Religösen.
Im Gegenteil plädiere ich darin für Religionsunterricht an Schulen, um Menschen Enstscheidungsmöglichkeiten zu geben. Da, wo Aufklärung eben nicht stattfindet, wie mangelnder Reliogionsuntericht eben in USA, haben Extreme erst eine Chance. Insofern ist mein Artikel durchaus kritisch, doch eben auch mäßigend gedacht an alle, die aufgrund des Spiegelartikels laut zu schreien beginnen, und natürlich, aus meiner eigenen subjektiven menschenfreundlichen Betrachtung heraus. Keinesfalls ist es wertend gemeint, sondern eher mit einem gewissen Verständnis, dass Mitmenschen sich die Welt einfach gestalten. Auch wenn ich schreibe, ich sei unreliös, heißt das nicht, das ich Religiosität nicht respektiere. Diese hat viel zu geben. Ab vom Halt im Leben auch menschliche Werte, die uns keinesfalls in die Wiege gelegt wurden.
Nur Extreme und Fanatischen Missionarismus in welche Richtung auch immer insbesondere an jungen Menschen und Kindern mag ich überhaupt nicht. Diese sollten eine allumfassende Bildung in allen Belangen des Lebens, wozu auch Glaubensfragen gehören, erhalten können. Dies ist ein Geschenk, welches uns unser Kulturkreis hier bietet, sofern es wahrgenommen wird. Ich persönlich durfte das genießen, und meine persönliche Entscheidung treffen. Doch war es nie eine Frage von für Wissenschaft oder für Religion, sondern immer nur eine Frage der Aufrichtigkeit und der Antworten auf die vielen Fragen, die das Leben stellt.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben...
ich hätte gerne weniger Fragen, und klarer definierte Antworten.. und würde mich auch gerne einkuscheln in ein einfaches Weltbild. Nur gelang mir das nie. Eben weil unsere liebe Erde zu komplex ist in ihren vielen Kulturen, Gedankenwelten, Bewegungen, Veränderungen, von denen ich mir niemals anmaßen würde, alles sofort und in der Summe zu begreifen. Dies schafft niemand, es ist immer nur ein mehr oder weniger großer und immer auch ein bisschen subjektiver Ausschnitt, den man sieht.
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1492194
Julio Lambing - Di, Jan 31, 2006
Ich hätte gerne mehr Fragen ;-)
Hallo Lyrasia,
nein, dein Artikel enthält in der Tat weder eine Idiologisierung wissenschaftlicher Forschung, noch ist er ein lauter Aufschrei gegen die "Dummheit" der Religösen. Er spult nur auf stereotype Art Erklärungsklischees herunter, mit der seit 80 Jahren bestimmte weltanschauliche Strömungen andere weltanschaulichen Strömungen als irrationale Projektion wegerklären müssen. Da wird aus dem Kreationismus und den Theorien des Intelligent Design eine einfache Welterklärungslösung, die den Menschen bei der üblichen, vielzitierten Überforderung durch die angeblich immer komplexere, kompliziertere, aggressivere etc. Welt verhelfen soll.
Mir scheint schon die Welterklärung durch fundamentalistische Christen eine gar nicht einfache Sache zu sein, wie dann erst, wenn wissenschaftliche Theorien ein Intelligent Design konstruieren? Mich wundert, wenn man sich nicht die Mühe macht, solche tausendmal in jedem Feuilleton heruntergebeteten Formeln kritisch nachzuprüfen, kritisch zu fragen, warum eine Kultur solche Formeln einsetzt. Das ist für mich ein tausendfach praktiziertes “Einkuscheln in ein einfaches Weltbild“. Dein Engagement für Verständigung empfinde ich als persönlich sympathisch, das was du schreibst (und das ich als selektives, fast willkürliches Beispiel genommen habe) ist aber meiner Erfahrung nach kein Beitrag dazu.
Grüsse ;-)
nein, dein Artikel enthält in der Tat weder eine Idiologisierung wissenschaftlicher Forschung, noch ist er ein lauter Aufschrei gegen die "Dummheit" der Religösen. Er spult nur auf stereotype Art Erklärungsklischees herunter, mit der seit 80 Jahren bestimmte weltanschauliche Strömungen andere weltanschaulichen Strömungen als irrationale Projektion wegerklären müssen. Da wird aus dem Kreationismus und den Theorien des Intelligent Design eine einfache Welterklärungslösung, die den Menschen bei der üblichen, vielzitierten Überforderung durch die angeblich immer komplexere, kompliziertere, aggressivere etc. Welt verhelfen soll.
Mir scheint schon die Welterklärung durch fundamentalistische Christen eine gar nicht einfache Sache zu sein, wie dann erst, wenn wissenschaftliche Theorien ein Intelligent Design konstruieren? Mich wundert, wenn man sich nicht die Mühe macht, solche tausendmal in jedem Feuilleton heruntergebeteten Formeln kritisch nachzuprüfen, kritisch zu fragen, warum eine Kultur solche Formeln einsetzt. Das ist für mich ein tausendfach praktiziertes “Einkuscheln in ein einfaches Weltbild“. Dein Engagement für Verständigung empfinde ich als persönlich sympathisch, das was du schreibst (und das ich als selektives, fast willkürliches Beispiel genommen habe) ist aber meiner Erfahrung nach kein Beitrag dazu.
Grüsse ;-)
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1492515
Lyrasia (Gast) - Di, Jan 31, 2006
Ich hab fragen genug ;-)
natürlich hab ich die begriffe naiv, oder später stereotyp, halb persönlich genommen, bin dennoch durchaus in der lage, das beiseite zu schieben und den Blickwinkel zu ändern ;-)
sicherlich war mein beitrag recht pauschal und vor allem subjektiv. Subjektiv weil es meine persönliche Meinung seit Jahren wiederspiegelt, die sicherlich schlicht wirkt. Es ist ein schlichtes Erklärungsmodell aus einer Zeit, als ich mich jugendlich fragte: was unterscheidet mich von dem nachbarn nebenan, der sonntäglich zur Kirche geht, ansonsten aber nicht die bibel wortwörtlich nimmt... Man muss dazu anmerken, das ich 13-jährig die Konfirmation nach 2 Jahren Untericht ablehnte. Aus Gewissensgründen, ich wollte nicht lügen beim Glaubensbekenntnis.
Ich finde, das dieses Erklärungsmodell auf viele Menschen unserer Kultur in heutiger Zeit zutrifft, sicher jedoch nicht auf alle, und wenn ich es mir recht betrachte ist das schlagwort kuschelfaktor eigentlich gemein und abwertend, gemeint ist eigentlich Halt und Sicherheit, und diesen haben viele wirklich gläubige Menschen.
Pauschal ist es aber deshalb, weil, und hier bin ich dankbar für die kritische Anmerkung, es nicht sonderlich auf Kreationismus eingeht, sondern tatsächlich stereotyp scheinend runtergerasselt wurde.
scheinend deshalb, weil ich die begrifflichkeiten nicht richtig wählte oder darlegte. Einfach bedeutet nicht schlicht. Einfach bedeutet, das ich mir ein vorgefertigtes Weltbild zu eigen mache, in diesem Fall die wörtliche Auslegung der Bibel. Tue ich dies, bin ich zumindest nicht gezwungen, mir ein eigenes zu machen, das im übrigen im Laufe der Jahre immer wieder teilweise revidiert werden muss, logischerweise. Dies meine ich ohne Wertung, im Gegenteil bietet diese Weltauffassung klare Antworten auf viele Fragen. Doch diese Welt ist sicher nicht schlicht, in der diese Menschen leben. Wenn ich mich bemühe mich da hineinzuversetzen, gibt es klare moralische Grundsätze, auch klare Feindbilder, die sich in der heutigen Zeit wiederfinden, nur mal als Beispiel sodom genannt. Nun, das macht das Leben heutzutage nicht einfacher.
Als Frau frage ich mich, wie hier die heutige sogannte moderne Frau integriert wird. Allein das zeigt, das viele Fragen offen sind.
Mir stellen sich (nicht erst heute) auch logische Fragen: wie wird das vorhanden sein alter Artefakte und Kulturen erklärt, Funde von Knochen, die uralt sind, Erdöl-Vorkommen, was ist mit anderen Religionen zb buddhistischer Tradition usw usw.
Ist der Kreationismus eine Glaubenskultur, die bis auf die untersten Ebenen einen Dialog und Fragestellungen erlaubt? Auch das wäre interessant.
Vieleicht ist die Annahme von Dogmatismus voreilig... vieleicht kommt diese aber nur daher, da es in Glaubensfragen allzuhäufig ist.
sicherlich war mein beitrag recht pauschal und vor allem subjektiv. Subjektiv weil es meine persönliche Meinung seit Jahren wiederspiegelt, die sicherlich schlicht wirkt. Es ist ein schlichtes Erklärungsmodell aus einer Zeit, als ich mich jugendlich fragte: was unterscheidet mich von dem nachbarn nebenan, der sonntäglich zur Kirche geht, ansonsten aber nicht die bibel wortwörtlich nimmt... Man muss dazu anmerken, das ich 13-jährig die Konfirmation nach 2 Jahren Untericht ablehnte. Aus Gewissensgründen, ich wollte nicht lügen beim Glaubensbekenntnis.
Ich finde, das dieses Erklärungsmodell auf viele Menschen unserer Kultur in heutiger Zeit zutrifft, sicher jedoch nicht auf alle, und wenn ich es mir recht betrachte ist das schlagwort kuschelfaktor eigentlich gemein und abwertend, gemeint ist eigentlich Halt und Sicherheit, und diesen haben viele wirklich gläubige Menschen.
Pauschal ist es aber deshalb, weil, und hier bin ich dankbar für die kritische Anmerkung, es nicht sonderlich auf Kreationismus eingeht, sondern tatsächlich stereotyp scheinend runtergerasselt wurde.
scheinend deshalb, weil ich die begrifflichkeiten nicht richtig wählte oder darlegte. Einfach bedeutet nicht schlicht. Einfach bedeutet, das ich mir ein vorgefertigtes Weltbild zu eigen mache, in diesem Fall die wörtliche Auslegung der Bibel. Tue ich dies, bin ich zumindest nicht gezwungen, mir ein eigenes zu machen, das im übrigen im Laufe der Jahre immer wieder teilweise revidiert werden muss, logischerweise. Dies meine ich ohne Wertung, im Gegenteil bietet diese Weltauffassung klare Antworten auf viele Fragen. Doch diese Welt ist sicher nicht schlicht, in der diese Menschen leben. Wenn ich mich bemühe mich da hineinzuversetzen, gibt es klare moralische Grundsätze, auch klare Feindbilder, die sich in der heutigen Zeit wiederfinden, nur mal als Beispiel sodom genannt. Nun, das macht das Leben heutzutage nicht einfacher.
Als Frau frage ich mich, wie hier die heutige sogannte moderne Frau integriert wird. Allein das zeigt, das viele Fragen offen sind.
Mir stellen sich (nicht erst heute) auch logische Fragen: wie wird das vorhanden sein alter Artefakte und Kulturen erklärt, Funde von Knochen, die uralt sind, Erdöl-Vorkommen, was ist mit anderen Religionen zb buddhistischer Tradition usw usw.
Ist der Kreationismus eine Glaubenskultur, die bis auf die untersten Ebenen einen Dialog und Fragestellungen erlaubt? Auch das wäre interessant.
Vieleicht ist die Annahme von Dogmatismus voreilig... vieleicht kommt diese aber nur daher, da es in Glaubensfragen allzuhäufig ist.
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1493543
Julio Lambing - Di, Jan 31, 2006
Noch mehr Fragen ;-)
>>wenn ich es mir recht betrachte ist das schlagwort kuschelfaktor eigentlich gemein und abwertend, gemeint ist eigentlich Halt und Sicherheit, und diesen haben viele wirklich gläubige Menschen.
Ist der Kuschelfaktor in jenen Milieus geringer, die immer wieder aufs Neue ein pathetisches Loblied singen auf das ewige Licht der Wissenschaft, das die Menschheit aus dem Dunkel des abergläubigen Mittelalters in die moderne Zivilisation geleitet hat?
>>> Wenn ich mich bemühe mich da hineinzuversetzen, gibt es klare moralische Grundsätze, auch klare Feindbilder, die sich in der heutigen Zeit wiederfinden, nur mal als Beispiel sodom genannt.
Ist das Feindbild derjenigen, die über die angebliche Bedrohung durch christlichen Aberglauben und die Rückkehr zum Mittelalter jammern, weniger klar? Sind ihre Grundsätze (Wissenschaftlichkeit! Fortschritt! Aufklärung! etc) weniger strikt formuliert?
>>Mir stellen sich (nicht erst heute) auch logische Fragen: wie wird das vorhanden sein alter Artefakte und Kulturen erklärt, Funde von Knochen, die uralt sind, Erdöl-Vorkommen, was ist mit anderen Religionen zb buddhistischer Tradition usw usw.
Nun es gibt ja nach meiner Kenntnis eine ganze Reihe von unterschiedlichen kreationistischen Ansätzen und ich denke, dass selbst die krudesten unter ihnen, wie sich das für die Apologetik von solchen Systemen gehört, eine Vielzahl an Erklärungen für solche Phänomene aufbieten können. Für viele Theorien des Intelligent Design, die aus der biologischen Ecke kommen, dürfte das ohnehin kein Problem sein, denn sie bestreiten ja meiner Kenntnis nach nach nicht, dass es eine biologische oder geologische Geschichte gibt.
Aber wie gesagt: Ich fühle mich gar nicht wohl darin solche Standpunkte zu verteidigen... Mir reicht es, wenn man kritische Fragen stellt - und zwar nicht nur an Kreationisten und all die anderen aktuellen Parias des Wissenschaftsbetriebs. Sondern auch an die, die mit aggressiver und offenkundig weltanschaulich aufgeladener Rhetorik sie zu Parias erklären.
Grüsse
Julio
Ist der Kuschelfaktor in jenen Milieus geringer, die immer wieder aufs Neue ein pathetisches Loblied singen auf das ewige Licht der Wissenschaft, das die Menschheit aus dem Dunkel des abergläubigen Mittelalters in die moderne Zivilisation geleitet hat?
>>> Wenn ich mich bemühe mich da hineinzuversetzen, gibt es klare moralische Grundsätze, auch klare Feindbilder, die sich in der heutigen Zeit wiederfinden, nur mal als Beispiel sodom genannt.
Ist das Feindbild derjenigen, die über die angebliche Bedrohung durch christlichen Aberglauben und die Rückkehr zum Mittelalter jammern, weniger klar? Sind ihre Grundsätze (Wissenschaftlichkeit! Fortschritt! Aufklärung! etc) weniger strikt formuliert?
>>Mir stellen sich (nicht erst heute) auch logische Fragen: wie wird das vorhanden sein alter Artefakte und Kulturen erklärt, Funde von Knochen, die uralt sind, Erdöl-Vorkommen, was ist mit anderen Religionen zb buddhistischer Tradition usw usw.
Nun es gibt ja nach meiner Kenntnis eine ganze Reihe von unterschiedlichen kreationistischen Ansätzen und ich denke, dass selbst die krudesten unter ihnen, wie sich das für die Apologetik von solchen Systemen gehört, eine Vielzahl an Erklärungen für solche Phänomene aufbieten können. Für viele Theorien des Intelligent Design, die aus der biologischen Ecke kommen, dürfte das ohnehin kein Problem sein, denn sie bestreiten ja meiner Kenntnis nach nach nicht, dass es eine biologische oder geologische Geschichte gibt.
Aber wie gesagt: Ich fühle mich gar nicht wohl darin solche Standpunkte zu verteidigen... Mir reicht es, wenn man kritische Fragen stellt - und zwar nicht nur an Kreationisten und all die anderen aktuellen Parias des Wissenschaftsbetriebs. Sondern auch an die, die mit aggressiver und offenkundig weltanschaulich aufgeladener Rhetorik sie zu Parias erklären.
Grüsse
Julio
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1493922
Lyrasia (Gast) - Di, Jan 31, 2006
wenig offen ;-)
<<<
Ist der Kuschelfaktor in jenen Milieus geringer, die immer wieder aufs neue ein pathetisches Loblied singen auf das ewige Licht der Wissenschaft, das die Menschheit aus dem Dunkel des abergläubigen Mittelalters in die moderne Zivilisation geleitet hat? >>>
das selbe in grün.
wobei ich, einschränkend, unsere heutige sogenannte aufgeklärte Zeit für nicht sehr kuschelig halte, bar aller Mythen und bar aller Magie. so ist es einerseits interessant zu lesen, wie botenstoffe und hormone die Liebe regeln, aber die hohe kunst der Minne halte ich für weit faszinierender :-)
Auch wurden die meisten "Hexen" erst mit Aufbruch der Aufklärung verbrannt, und der Begriff Ammenmärchen kommt nicht von ungefähr. (Hebammen, die, bevor sie brannten, ihr von Generation zu Generation weitergegebenes und gesammeltes Wissen vor den neuen Ärzten in Märchengeschichten verschleierten.)
Ich würde sehr gerne mal eine Zeitreise ins Mittelalter machen, und dafür auch eine zeitlang die hygienischen Umstände und das mühvolle Leben in Kauf nehmen, nunja, für damals wäre ich schon recht alt, aber was solls :-)
was ich eingentlich sagen möchte: der "moderne" Mensch, der Zugang zu vielerlei Information hat, kann es sich leisten, sich in verschiedenen Welten zu bewegen, die Mischung macht es spannend.
<<< Ist das Feindbild derjenigen, die über die angebliche Bedrohung durch christlichen Aberglauben und die Rückkehr zum Mittelalter jammern, weniger klar? Sind ihre Grundsätze (Wissenschaftlichkeit! Fortschritt! Aufklärung! etc) weniger strikt formuliert? >>>
Eine Debatte Kreationismus contra Evolutionstheorie kann und wird wohl in USA größtenteils genauso stur ausgefochten werden wie die Debatte alternative Heiltechniken (zb mittelalterliche Kräuterkunde ;-) gegen Schulmedizin, die ich für äusserst unfruchbar halte sofern jeder auf seiner Überzeugung als allwissend und gefälligst allgemeingültig beharrt. Ansichten mit Absolutheitsanspruch machen mich grundsätzlich vorsichtig. Egal welche Seite. Das gilt genauso, wenn ich über die grundsätzlich bösen moslem lese, oder den grundsätzlich guten westen. oder den langfristig menschenrechtsbringenden Kapitalismus in China, die Beispiele sind vielfältig.
by the way, Mittelalteromane sind immer noch ein großer Renner, warum nur.. ?
Genauso wie dunkle Filme voller Monster und Mord und Totschlag.
enstehen Feindbilder nicht häufig aus Angst? Mir könnte ja etwas weggenommen werden. Was mir Fremd ist erscheint mir bedrohlich. Meine Weltsicht/Menschenbild könnte über den Haufen geworfen werden, oder zumindest angekratzt werden. Vor allem: der Lauf der Geschichte könnte anders sein als ich mir das so vorstelle..
Besonders, wenn es nah kommt. Die Kreationismusdebatte in USA und ähnliches Denken in England und wohl noch woanders zu finden kommt nah. Wir zählen uns zur aufgeklärten westlichen Kultur und sind da stolz drauf... und nun sowas im Inneren?
Das einzige was mir Angst macht sind aus welchen Gründen auch immer dauerhaft eingeschränkte Sichweisen gepaart mit Fanatismus. Im Westen ebenso wie im großen großen Rest der Welt.
Ist der Kuschelfaktor in jenen Milieus geringer, die immer wieder aufs neue ein pathetisches Loblied singen auf das ewige Licht der Wissenschaft, das die Menschheit aus dem Dunkel des abergläubigen Mittelalters in die moderne Zivilisation geleitet hat? >>>
das selbe in grün.
wobei ich, einschränkend, unsere heutige sogenannte aufgeklärte Zeit für nicht sehr kuschelig halte, bar aller Mythen und bar aller Magie. so ist es einerseits interessant zu lesen, wie botenstoffe und hormone die Liebe regeln, aber die hohe kunst der Minne halte ich für weit faszinierender :-)
Auch wurden die meisten "Hexen" erst mit Aufbruch der Aufklärung verbrannt, und der Begriff Ammenmärchen kommt nicht von ungefähr. (Hebammen, die, bevor sie brannten, ihr von Generation zu Generation weitergegebenes und gesammeltes Wissen vor den neuen Ärzten in Märchengeschichten verschleierten.)
Ich würde sehr gerne mal eine Zeitreise ins Mittelalter machen, und dafür auch eine zeitlang die hygienischen Umstände und das mühvolle Leben in Kauf nehmen, nunja, für damals wäre ich schon recht alt, aber was solls :-)
was ich eingentlich sagen möchte: der "moderne" Mensch, der Zugang zu vielerlei Information hat, kann es sich leisten, sich in verschiedenen Welten zu bewegen, die Mischung macht es spannend.
<<< Ist das Feindbild derjenigen, die über die angebliche Bedrohung durch christlichen Aberglauben und die Rückkehr zum Mittelalter jammern, weniger klar? Sind ihre Grundsätze (Wissenschaftlichkeit! Fortschritt! Aufklärung! etc) weniger strikt formuliert? >>>
Eine Debatte Kreationismus contra Evolutionstheorie kann und wird wohl in USA größtenteils genauso stur ausgefochten werden wie die Debatte alternative Heiltechniken (zb mittelalterliche Kräuterkunde ;-) gegen Schulmedizin, die ich für äusserst unfruchbar halte sofern jeder auf seiner Überzeugung als allwissend und gefälligst allgemeingültig beharrt. Ansichten mit Absolutheitsanspruch machen mich grundsätzlich vorsichtig. Egal welche Seite. Das gilt genauso, wenn ich über die grundsätzlich bösen moslem lese, oder den grundsätzlich guten westen. oder den langfristig menschenrechtsbringenden Kapitalismus in China, die Beispiele sind vielfältig.
by the way, Mittelalteromane sind immer noch ein großer Renner, warum nur.. ?
Genauso wie dunkle Filme voller Monster und Mord und Totschlag.
enstehen Feindbilder nicht häufig aus Angst? Mir könnte ja etwas weggenommen werden. Was mir Fremd ist erscheint mir bedrohlich. Meine Weltsicht/Menschenbild könnte über den Haufen geworfen werden, oder zumindest angekratzt werden. Vor allem: der Lauf der Geschichte könnte anders sein als ich mir das so vorstelle..
Besonders, wenn es nah kommt. Die Kreationismusdebatte in USA und ähnliches Denken in England und wohl noch woanders zu finden kommt nah. Wir zählen uns zur aufgeklärten westlichen Kultur und sind da stolz drauf... und nun sowas im Inneren?
Das einzige was mir Angst macht sind aus welchen Gründen auch immer dauerhaft eingeschränkte Sichweisen gepaart mit Fanatismus. Im Westen ebenso wie im großen großen Rest der Welt.
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1494317
Julio Lambing - Mi, Feb 01, 2006
Angst und Wissenschaftsideologien
Ich höre oft als Erklärung, dass es wohl Angst ist, was Wissenschaftler zu jenen irrationalen Reaktionen treibt, wenn sie mit (wissenschaftlichen) Häresien jenseits des Mainstreams konfrontiert werden. Rüdiger Sünner spricht ja auch von dem Bedrohungsgefühl der westlichen säkularisierten Vernunft, wenn sie neben andere gestellt und nicht als absolute Deutungshoheit akzeptiert wird.
Man sagt ja gerne, dass festgefügte Wahrheiten Sicherheit geben. Aber mir scheint es zu kurz gegriffen, wenn man die Aggressivität und Irrationalität der betreffenden Wissenschaftler und der Mainstream-Medien gegenüber kreationistischen Konzepten damit erklärt, dass sie Angst vor dem Aufgeben festgefügter Glaubensbilder haben. Mir scheint es auch zu kurz gegriffen, wenn die Aggressivität mit der Angst vor einem Überschwappen wiedererstarkter US-amerikanischer christlicher Strömungen auf das europäische Mutterland erklärt wird.
Feindbilder entstehen ja nicht nur aus Angst, sie sind manchmal Teil einer ideologischen Bewegung, die das konstruierte feindliche Gegenüber als Daseinsberechtigung braucht. Sie sind dann inhärenter Bestandteil der Eigenbeschreibung und damit der Identität: „Ich bin nicht so wie der. Ich bin anders, besser.“. Hinzu kommt, dass sehr vielen ideologischen Bewegungen ein missionarischer Drang, eine Mission zur Weltbeglückung innewohnt. Bei jener Aufklärungsideologie, in die sich Wissenschaftler gerne kleiden, ist das sicherlich auch eine geistesgeschichtliche Folge des Christentums. Aber Identität und Auftrag zur Mission reicht eigentlich immer noch nicht als Grund, warum viele Wissenschaftler regelrecht ausflippen, wenn es um Naturheilkunde, Homöopathie, Akupunktur, Ufologie, Astrologie, etc. etc. geht. Vielleicht hängt es auch nur mit einer sadistischen Lust am Treten nach unten zusammen, da all diese Dinge im wissenschaftlichen Mainstream ohnehin den Reputationsstatus eines Zwergrehpinschers haben?
Beim Konflikt der Mainstream-Wissenschaft mit dem Kreationismus gibt vielleicht ein Tochter / Mutter - Konflikt den Ausschlag: Hier trifft diese pseudowissenschaftliche Aufklärungsideologie auf eine Bewegung, die sowohl in ihren kruderen Varianten und als auch in ihren wissenschaftlichen Ausformulierungen von einer weltanschaulichen Strömung geprägt und initiiert ist, die einen älteren Missionsdrang und einen älteren Anspruch auf die großgeschriebene WAHRHEIT hat: dem Christentum. Das ist so ähnlich wie bei Familienkonflikten: Töchter finden das gar nicht witzig, wenn Mütter auf einmal ankommen und wieder größeren Einfluss beanspruchen.
Man sagt ja gerne, dass festgefügte Wahrheiten Sicherheit geben. Aber mir scheint es zu kurz gegriffen, wenn man die Aggressivität und Irrationalität der betreffenden Wissenschaftler und der Mainstream-Medien gegenüber kreationistischen Konzepten damit erklärt, dass sie Angst vor dem Aufgeben festgefügter Glaubensbilder haben. Mir scheint es auch zu kurz gegriffen, wenn die Aggressivität mit der Angst vor einem Überschwappen wiedererstarkter US-amerikanischer christlicher Strömungen auf das europäische Mutterland erklärt wird.
Feindbilder entstehen ja nicht nur aus Angst, sie sind manchmal Teil einer ideologischen Bewegung, die das konstruierte feindliche Gegenüber als Daseinsberechtigung braucht. Sie sind dann inhärenter Bestandteil der Eigenbeschreibung und damit der Identität: „Ich bin nicht so wie der. Ich bin anders, besser.“. Hinzu kommt, dass sehr vielen ideologischen Bewegungen ein missionarischer Drang, eine Mission zur Weltbeglückung innewohnt. Bei jener Aufklärungsideologie, in die sich Wissenschaftler gerne kleiden, ist das sicherlich auch eine geistesgeschichtliche Folge des Christentums. Aber Identität und Auftrag zur Mission reicht eigentlich immer noch nicht als Grund, warum viele Wissenschaftler regelrecht ausflippen, wenn es um Naturheilkunde, Homöopathie, Akupunktur, Ufologie, Astrologie, etc. etc. geht. Vielleicht hängt es auch nur mit einer sadistischen Lust am Treten nach unten zusammen, da all diese Dinge im wissenschaftlichen Mainstream ohnehin den Reputationsstatus eines Zwergrehpinschers haben?
Beim Konflikt der Mainstream-Wissenschaft mit dem Kreationismus gibt vielleicht ein Tochter / Mutter - Konflikt den Ausschlag: Hier trifft diese pseudowissenschaftliche Aufklärungsideologie auf eine Bewegung, die sowohl in ihren kruderen Varianten und als auch in ihren wissenschaftlichen Ausformulierungen von einer weltanschaulichen Strömung geprägt und initiiert ist, die einen älteren Missionsdrang und einen älteren Anspruch auf die großgeschriebene WAHRHEIT hat: dem Christentum. Das ist so ähnlich wie bei Familienkonflikten: Töchter finden das gar nicht witzig, wenn Mütter auf einmal ankommen und wieder größeren Einfluss beanspruchen.
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1500024
vasili (Gast) - Mi, Feb 01, 2006
hinterfragen
erstmal danke für den manuellen trackback. und dafür, dass dein kommentar kritisch ist, musst du dich weiss gott (sic!) nicht entschuldigen... ;-) du hast natürlich den nachteil, zum thema nur einen beitrag von vielen gelesen zu haben und darüber hinaus mich und meine ansichten nicht zu kennen.
punkt 1: dass die evolutionstheorie lücken hat und womöglich grundfalsch sein könnte, bestreite ich nicht. ich halte sie gleichwohl für plausibel und das derzeit beste erklärungsmodell.
punkt 2: wer glauben möchte, der herr habe vor 10.000 jahren die erde erschaffen und alles so eingerichtet, dass wir menschen uns von c14-analysen, knochenfunden und falschen schlussfolgerungen in die irre leiten lassen, soll das tun. auch das ist freier wille.
punkt 3: wer ein modell aufweisen kann, dass als alternative zur evolutionstheorie dient, soll es vorzeigen. wenn es mit wissenschaftlichen methoden erklärungsansätze liefert, verdient es eine beachtung im biologieunterricht. was aber nicht geht, ist id/kreationismus: denn basis dieses modells ist, dass es keinen beweis geben kann. man muss glauben, damit es einen sinn ergibt. mit wissenschaftlichen methoden ist id/kreationismus weder beweis- noch widerlegbar. deshalb kann es weder alternative noch ergänzung aus wissenschaftlicher sicht sein.
punkt 4: dass evolutionstheoretiker genauso verbohrt wie ihre kontrahenten sind, ist eine tatsache. allerdings kann ich den frust verstehen: diese leute müssen ihr (ohnehin wackeliges) konzept gegen menschen verteidigen, die sich auf diskussionen nicht einlassen können, weil der kern ihres ansatzes eine komplett aus der luft gegriffene behauptung ist. mich würde das auch nerven. ;-)
punkt 1: dass die evolutionstheorie lücken hat und womöglich grundfalsch sein könnte, bestreite ich nicht. ich halte sie gleichwohl für plausibel und das derzeit beste erklärungsmodell.
punkt 2: wer glauben möchte, der herr habe vor 10.000 jahren die erde erschaffen und alles so eingerichtet, dass wir menschen uns von c14-analysen, knochenfunden und falschen schlussfolgerungen in die irre leiten lassen, soll das tun. auch das ist freier wille.
punkt 3: wer ein modell aufweisen kann, dass als alternative zur evolutionstheorie dient, soll es vorzeigen. wenn es mit wissenschaftlichen methoden erklärungsansätze liefert, verdient es eine beachtung im biologieunterricht. was aber nicht geht, ist id/kreationismus: denn basis dieses modells ist, dass es keinen beweis geben kann. man muss glauben, damit es einen sinn ergibt. mit wissenschaftlichen methoden ist id/kreationismus weder beweis- noch widerlegbar. deshalb kann es weder alternative noch ergänzung aus wissenschaftlicher sicht sein.
punkt 4: dass evolutionstheoretiker genauso verbohrt wie ihre kontrahenten sind, ist eine tatsache. allerdings kann ich den frust verstehen: diese leute müssen ihr (ohnehin wackeliges) konzept gegen menschen verteidigen, die sich auf diskussionen nicht einlassen können, weil der kern ihres ansatzes eine komplett aus der luft gegriffene behauptung ist. mich würde das auch nerven. ;-)
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1495632
Julio Lambing - Mi, Feb 01, 2006
Hinterfragen der Propaganda?
Hallo Vassili,
danke für deine freundliche Entgegnung. Ich nehme mir mal ein Zitat von dir, das mir besonders auffiel:
>was aber nicht geht, ist id/kreationismus: denn basis dieses modells ist, dass es keinen beweis geben kann. man muss glauben, damit es einen sinn ergibt. mit wissenschaftlichen methoden ist id/kreationismus weder beweis- noch widerlegbar. deshalb kann es weder alternative noch ergänzung aus wissenschaftlicher sicht sein.
Wie gesagt, ich habe keine Ahnung über Kreationismus und Intelligent Design, denn ich bin kein Biologe. Aber man muss nur ein bisschen googeln, um zu schauen, wie kritiklos du auf die Propaganda einer Seite reinfällst. Und genau diesen fehlenden kritischen Geist habe ich mit meiner Aufzählung demonstrieren wollen. Also in media res zur angeblichen Unwissenschaftlichkeit der Kreationisten und der Vertreter des Intelligent Design:
Der deutsche "Think Thank" um den Mikrobiologen Prof. Dr. Siegfried Scherer scheint mir zumindest aus Wissenschaftlern zu bestehen (siehe hier). Wenn ich richtig gezählt habe: Ein Professor der pharmazeutischen Chemie, zwei promovierte Biologen, ein weiterer studierter Biologe mit anschliessender Promotion in Theologie, ein promovierter Chemiker (Analytik von biologischen Gewebeproben), ein Professor für Mathematik und Informatik, diverse Hilfskräfte. (Scherer taucht gar nicht auf.)
Vertreter des ID und des Kreationismus scheinen im Rahmen des fachwissenschaftlichen Diskurses eigene Thesen zu formulieren, mit denen detailliert argumentiert statt gepredigt wird - z.B. hier, hier (in Deutsch), oder hier.
Auch scheinen sich die Vertreter der unterschiedlichen Schulen der wissenschaftlichen Diskussion zu stellen, wie der hier besprochene wissenschaftliche Reader demonstriert.
Im Gegensatz zur Mehrzahl ihrer Kritiker, scheinen sich zumindest deutsche Kreationisten wissenschaftstheoretische Gedanken über Falsifizierung, Beweis, Theoriebildung etc. gemacht zu haben: hier z.B. oder hier.
Und deutsche Kreationisten kennen anscheinend ihre eigenen wissenschaftlichen Schwachstellen, warnen vor Übertreibungen und kennen auch die argumentativen Schwachstellen ihrer wissenschaftlichen Gegner.
Und so wie es aussieht, müssen Kreationisten sich eine Menge unwissenschaftliche Tricks oder unlautere publizistische Manöver gefallen lassen, weil man sich eben nicht rational mit ihnen auseinandersetzen will (dein Punkt 4):
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n56.php?a=0
http://www.genesisnet.info/index.php?News=52
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n57.php?a=0
http://www.wort-und-wissen.de/disk/d05/3/d05-3.html
http://www.wort-und-wissen.de/disk/d05/2/d05-2.html
Neuerdings erdreisten sich ja schon Evolutionstheoretiker, das Anzweiflen ihrer Theorien mit der Holocaust-Leugnung gleichzusetzen (und niemand widerspricht anscheinend).
Also wenn ich Kreationist wäre, würde mich das auch nerven, wie irrational die Diskussion abläuft. ;-)
Grüsse
Julio
danke für deine freundliche Entgegnung. Ich nehme mir mal ein Zitat von dir, das mir besonders auffiel:
>was aber nicht geht, ist id/kreationismus: denn basis dieses modells ist, dass es keinen beweis geben kann. man muss glauben, damit es einen sinn ergibt. mit wissenschaftlichen methoden ist id/kreationismus weder beweis- noch widerlegbar. deshalb kann es weder alternative noch ergänzung aus wissenschaftlicher sicht sein.
Wie gesagt, ich habe keine Ahnung über Kreationismus und Intelligent Design, denn ich bin kein Biologe. Aber man muss nur ein bisschen googeln, um zu schauen, wie kritiklos du auf die Propaganda einer Seite reinfällst. Und genau diesen fehlenden kritischen Geist habe ich mit meiner Aufzählung demonstrieren wollen. Also in media res zur angeblichen Unwissenschaftlichkeit der Kreationisten und der Vertreter des Intelligent Design:
Der deutsche "Think Thank" um den Mikrobiologen Prof. Dr. Siegfried Scherer scheint mir zumindest aus Wissenschaftlern zu bestehen (siehe hier). Wenn ich richtig gezählt habe: Ein Professor der pharmazeutischen Chemie, zwei promovierte Biologen, ein weiterer studierter Biologe mit anschliessender Promotion in Theologie, ein promovierter Chemiker (Analytik von biologischen Gewebeproben), ein Professor für Mathematik und Informatik, diverse Hilfskräfte. (Scherer taucht gar nicht auf.)
Vertreter des ID und des Kreationismus scheinen im Rahmen des fachwissenschaftlichen Diskurses eigene Thesen zu formulieren, mit denen detailliert argumentiert statt gepredigt wird - z.B. hier, hier (in Deutsch), oder hier.
Auch scheinen sich die Vertreter der unterschiedlichen Schulen der wissenschaftlichen Diskussion zu stellen, wie der hier besprochene wissenschaftliche Reader demonstriert.
Im Gegensatz zur Mehrzahl ihrer Kritiker, scheinen sich zumindest deutsche Kreationisten wissenschaftstheoretische Gedanken über Falsifizierung, Beweis, Theoriebildung etc. gemacht zu haben: hier z.B. oder hier.
Und deutsche Kreationisten kennen anscheinend ihre eigenen wissenschaftlichen Schwachstellen, warnen vor Übertreibungen und kennen auch die argumentativen Schwachstellen ihrer wissenschaftlichen Gegner.
Und so wie es aussieht, müssen Kreationisten sich eine Menge unwissenschaftliche Tricks oder unlautere publizistische Manöver gefallen lassen, weil man sich eben nicht rational mit ihnen auseinandersetzen will (dein Punkt 4):
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n56.php?a=0
http://www.genesisnet.info/index.php?News=52
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/n57.php?a=0
http://www.wort-und-wissen.de/disk/d05/3/d05-3.html
http://www.wort-und-wissen.de/disk/d05/2/d05-2.html
Neuerdings erdreisten sich ja schon Evolutionstheoretiker, das Anzweiflen ihrer Theorien mit der Holocaust-Leugnung gleichzusetzen (und niemand widerspricht anscheinend).
Also wenn ich Kreationist wäre, würde mich das auch nerven, wie irrational die Diskussion abläuft. ;-)
Grüsse
Julio
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1497046
Lyrasia (Gast) - Fr, Feb 03, 2006
Feindbilder im Allgemeinen
<<>>
so ist es wohl leider gottes ;-) oft.
ich bin besser als der andere... meine Meinung ist besser... ich bin der bessere Mensch... aufgeklärter... moralisch intergerer... wie auch immer.
Manches mal mag es sogar stimmen. zb die einen schlagen ihre Kinder, die anderen eben nicht und haben vieleicht kreativere Lösungen gefunden.
Doch in ideologischer Hinsicht ist das doch Gehirnquark und Salbung des Ego.
Nicht nur im großen, auch im kleinen. So lebt mein Nachbar, nur mal als Beispiel, irgendwie in vikorianischen Zeiten. Und fühlt sich berufen, mich zu erziehen.. So entstehen kleine Kriege.
Dabei könnte man wunderbar nebeneinander existieren. Im kleinen wie im großen.
Ideologischer Missionarismus, da wird mir immer regelrecht schlecht bei.
Auch hier im kleinen wie im großen.
Eine frühere Freundin, bekennende Hinduistin und Esoterikerin griff mich regelrecht an, weil ich trotz lesen ihrer Bücher nicht bekehrbar war zu was auch immer. Dabei begegnete ich ihr mit Akzeptanz und Interesse. Aber wollte eben nicht ihre Anschauungen übernehmen. Irgendwann wollte sie nichts mehr mit mir zu tun haben, weil ich böse rockmusik höre, also böse Energie verstrahle dadurch ( kein death-metall, nein, normaler Kram halt mit durchaus guten Texten) Dies wiederum hatte sie von einem baba, der 5 Jahre lang in indien in einer Höhle lebte. Ein baba, der von hier kam. Und unsere Kultur in der Folge völlig ablehnte, ich empfand das wie das Kastensystem als fast faschistisch. Das alles nur, weil ich Fragen zu gewissen Dingen bezüglich tötungen von Frauen im Indien heutiger Zeit stellte, oder "wünsche ans Universum" ganz witzig fand und auch Kraft gebend, aber nicht mein ganzes Leben drauf einstellen wollte.
Glaubenskriege finden halt in vielfältiger Form statt. Jedereiner meint, sich über jederanderen erheben zu können. Der pure Wissenschaftler über den Kreationisten, der pure glückliche Esoteriker über den Otto-Normal mit seinen ganzen Sorgen heutzutage, der sogenannte Christ Bush über den Moslem, der fundamentalistische Moslem über den Westler und seine Umtriebigkeit, halb Deutschland über die Osthoff, der Karnevals-Vermeider über die Pappnasen, und das Maul zerreissen über andere ist eh Volkssport. Hexenjadgden in klein Blogershausen sind auch keine Seltenheit, und man findet das Phänomen bei der Hochintelligenz ebenso wie beim gemeinen Volk.
Ich als Tocher lasse mir übrigens von meiner Mutter heute auch mal wieder was sagen. Die Frau kann nämlich denken ;-) Das geht aber nur, hat Mutter ebenso wie Tochter sich abgenabelt. kleine Stolper- Fallen einkalkuliert, aber was solls :-) Ein Miteinander mit Akzeptanz der jeweiligen Geschichte und Sichtweise ist jedenfalls für beide Seiten weit leichter und vor allem voranbringender als ein kräftezehrendes gegeneinander aus alten ungelösten und vor allen Dingen auch abgelehnten Verstrickungen heraus. Das ist schlicht ein kindhaftes Verhalten im wahrsten Wortsinnne und widerspricht jeder menschlichen Emanzipation vom Elternhaus (Christentum), wobei man ja normaler weise seine Eltern nicht gleich töten möchte, sondern Anteile integriert je nach güsto :-)
Und wie war das noch?
Man lehnt am Gegenüber das am intensivsten ab, was man bei sich selbst am vehementesten bis zur Blindheit sich selbt gegenüber verdrängt. Nach dieser These müsste so mancher kühle und rationale Wissenschaftskopf einen tiefsitzenden Hunger nach Sinnfindung in Glaubensfragen haben ;-)
so ist es wohl leider gottes ;-) oft.
ich bin besser als der andere... meine Meinung ist besser... ich bin der bessere Mensch... aufgeklärter... moralisch intergerer... wie auch immer.
Manches mal mag es sogar stimmen. zb die einen schlagen ihre Kinder, die anderen eben nicht und haben vieleicht kreativere Lösungen gefunden.
Doch in ideologischer Hinsicht ist das doch Gehirnquark und Salbung des Ego.
Nicht nur im großen, auch im kleinen. So lebt mein Nachbar, nur mal als Beispiel, irgendwie in vikorianischen Zeiten. Und fühlt sich berufen, mich zu erziehen.. So entstehen kleine Kriege.
Dabei könnte man wunderbar nebeneinander existieren. Im kleinen wie im großen.
Ideologischer Missionarismus, da wird mir immer regelrecht schlecht bei.
Auch hier im kleinen wie im großen.
Eine frühere Freundin, bekennende Hinduistin und Esoterikerin griff mich regelrecht an, weil ich trotz lesen ihrer Bücher nicht bekehrbar war zu was auch immer. Dabei begegnete ich ihr mit Akzeptanz und Interesse. Aber wollte eben nicht ihre Anschauungen übernehmen. Irgendwann wollte sie nichts mehr mit mir zu tun haben, weil ich böse rockmusik höre, also böse Energie verstrahle dadurch ( kein death-metall, nein, normaler Kram halt mit durchaus guten Texten) Dies wiederum hatte sie von einem baba, der 5 Jahre lang in indien in einer Höhle lebte. Ein baba, der von hier kam. Und unsere Kultur in der Folge völlig ablehnte, ich empfand das wie das Kastensystem als fast faschistisch. Das alles nur, weil ich Fragen zu gewissen Dingen bezüglich tötungen von Frauen im Indien heutiger Zeit stellte, oder "wünsche ans Universum" ganz witzig fand und auch Kraft gebend, aber nicht mein ganzes Leben drauf einstellen wollte.
Glaubenskriege finden halt in vielfältiger Form statt. Jedereiner meint, sich über jederanderen erheben zu können. Der pure Wissenschaftler über den Kreationisten, der pure glückliche Esoteriker über den Otto-Normal mit seinen ganzen Sorgen heutzutage, der sogenannte Christ Bush über den Moslem, der fundamentalistische Moslem über den Westler und seine Umtriebigkeit, halb Deutschland über die Osthoff, der Karnevals-Vermeider über die Pappnasen, und das Maul zerreissen über andere ist eh Volkssport. Hexenjadgden in klein Blogershausen sind auch keine Seltenheit, und man findet das Phänomen bei der Hochintelligenz ebenso wie beim gemeinen Volk.
Ich als Tocher lasse mir übrigens von meiner Mutter heute auch mal wieder was sagen. Die Frau kann nämlich denken ;-) Das geht aber nur, hat Mutter ebenso wie Tochter sich abgenabelt. kleine Stolper- Fallen einkalkuliert, aber was solls :-) Ein Miteinander mit Akzeptanz der jeweiligen Geschichte und Sichtweise ist jedenfalls für beide Seiten weit leichter und vor allem voranbringender als ein kräftezehrendes gegeneinander aus alten ungelösten und vor allen Dingen auch abgelehnten Verstrickungen heraus. Das ist schlicht ein kindhaftes Verhalten im wahrsten Wortsinnne und widerspricht jeder menschlichen Emanzipation vom Elternhaus (Christentum), wobei man ja normaler weise seine Eltern nicht gleich töten möchte, sondern Anteile integriert je nach güsto :-)
Und wie war das noch?
Man lehnt am Gegenüber das am intensivsten ab, was man bei sich selbst am vehementesten bis zur Blindheit sich selbt gegenüber verdrängt. Nach dieser These müsste so mancher kühle und rationale Wissenschaftskopf einen tiefsitzenden Hunger nach Sinnfindung in Glaubensfragen haben ;-)
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1509237
Lyrasia (Gast) - Fr, Feb 03, 2006
ups, doppelt
der kommentar war jetzt doppelt.. und das zitat fehlte, aber der zusammenhang ist wohl trotzdem klar auf deine letzte Antwort.
hab hier schon mehrmals schwierigkeiten gehabt, das beim eintragen des spamschutzes fehlermeldungen kamen... so ist es hier passiert, brauchte 5 anläufe.
liebe grüße
Lyrasia
hab hier schon mehrmals schwierigkeiten gehabt, das beim eintragen des spamschutzes fehlermeldungen kamen... so ist es hier passiert, brauchte 5 anläufe.
liebe grüße
Lyrasia
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1509261
Julio Lambing - Fr, Feb 03, 2006
Hab das Doppel gelöscht ;-)
Das Zitat fehlt vermutlicht, weil die Klammern ausehen wie ein HTML Befehl. Ansonsten bin ich mit der Kommentar-Funktion auch noch nicht zufrieden. Wollte z.B. schauen, ob ich dein Zitat per "edit" finde. Leider bis jetzt kein Erfolg ;-)
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/#1509587
Trackback URL:
http://axonas.twoday.net/stories/1491789/modTrackback
Trackbacks zu diesem Beitrag
sirdregan.twoday.net - Di Jan 31, 13:38
Theoretiker
Gerade bin ich auf diesen Blogeintrag... [weiter]







Der komische Kauz bin ich
Ach ich finde dich nicht kautzig...