Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.
Turbo007 - Di, Jun 06, 2006

Die Krake hat wieder zugeschlagen

Hallo,

auch ich bekam eines Tages den Anruf eines Euroweb-Vertreters mit dem einmaligen Angebot als Referenzkunde eine Homepage zu einem viel günstigeren Preis als normal zu bekommen.

Da ich leider ein gutgläubiger Mensch bin (besser gesagt war) und mir dachte, vielleicht habe ich ja mal Glück und bekomme wirklich ein/e Dienstleistung/Produkt zu einem viel günstigeren Preis als die Firma Euwoweb sonst verlangt, habe ich den Vertrag unterschrieben.

Ich war vor der Unterschrift sogar noch kurz am PC und habe die Homepage der Firma Euroweb angeschaut. Und wenn man der HP glaubt, dann verkauft die Firma Euroweb ja normalerweise auch Internetpräsenzen mit 9 Seiten für 3370 Euro. Und ich sollte ja so eine tolle Homepage kostenlos bekommen. Einzige Bedingung, für 3 Jahre muß ich Service/Wartung für 115 Euro monatlich an Euroweb binden.
Da laut Vertreter die Firma Euroweb normalerweise 220 Euro monatlich für Service/Wartung von Ihren Kunden verlangt und ich ja dieses einmalig tolle Angebot als Referenzkunde nur bekomme weil man sich in der Gegend ein Standbein machen wolle und dafür entsprechende Werbung mit meiner Homepage machen wolle, da waren die 115 Euro ja dann doch ein gutes Angebot.

Und da wir unseren Internetauftritt schon lange in professionelle Hände geben wollten, haben wir den Vertrag mit Euroweb mit bestem Gewissen unterschrieben.

Nun, ein paar Tage später erzählte ich meinem Bruder von meinem tollen Angebot von Euroweb und dass wir endlich eine tolle Homegape bekommen werden. Er meinte dann nur dass Angebot sei gar nicht günstig, man bekomme eine profesionelle Homepage für weit weniger Euro. Daraufhin habe ich Google bemüht (was ich im Nachhineien schon vor Vertragsunterschrift hätte machen sollen, aber da hab ich ja leider nur die HP von Euroweb besucht) und habe unter anderem auch diese Homepage hier gefunden.

Und jetzt stellt sich heraus mein Angebot war vermutlich gar nicht so einmalig, vermutlich sucht die Firmal Euroweb nur Referenzkunden.
Zumindest wenn man sich das so alles im Internet durchliest.
Ok, dann hätte ich halt kein so ein einmaliges Angebot bekommen, aber immer noch eine wirklich tolle Homepgae sollte es dann doch werden, oder nicht?
Nach weiteren Informationen im www bin ich mir auch darüber nicht mehr so sicher, aber der Webdesigner von Euroweb war ja auch noch gar nicht bei mir (darauf freu ich mich jetzt schon).

Aber das eigenltich Erschütternde für mich kam erst als ich alles über Euroweb in diesem Blog gelesen hatte. Nun bin ich mehr als erstaunt, das liest sich alles wie ein schlechtes Drehbuch, wobei man aus diesen ganzen Infos sicher einen tollen Hollywoodfilm machen könnte.
Da werden Meinungen von gerichtlichen Verfügungen gelöscht und Emails darf man auch nicht mehr versenden, aber nur wenn es um die Firma Euroweb geht. Da gehen Firmen pleite, andere machen auf, einige verkaufen Internetpräsentationen, ander Alarmanlagen usw. und alle suchen Referenzkunden und haben tolle Angebote. Was man bei all diesen Firmen für sein Geld bekomt weiß ich nicht, aber erstaunlich finde ich wieviel Menschen anscheinend eher negative Erfahrungen damit gemacht haben.
Kernpunkt dieses ganzen Netzwerks könnte ja vielleicht die Firma Parfip sein, denke ich.

Für mich war das alles jedenfalls unglaublich zu lesen, ich dachte nicht das es sowas gäbe und vor allem nicht das man nichts dagegen unternehmen kann.

Deshalb bin ich nun auch auf der Suche nach weiteren Kunden der Firma Euroweb, damit man seine "positiven" Meinungen gegenseitig austauscht (was mach laut Gericht jetzt ja Gott sei dank wieder darf).


Ich hoffe das Thema Euroweb geht nicht unter bevor eine zufriedenstellende Lösung für den ehrlichen Menschen gefunden ist.

Viele Grüße
Pps: Die Hoffnung stirbt zuletzt
Turbo007 - Mi, Aug 23, 2006

Ende gut, alles gut?

Hallo,

nun, wir haben es geschaft. Der Vertrag mit Euroweb wurde aufgelöst. Wer also sagt man kommt aus den Verträgen nicht raus,
der hat es vielleicht nicht richtig versucht.
Sicher wird man eher selten aus einem rechtsgültigen Vertag rauskommen ohne etwas zahlen zu müssen,
außer die Firma kommt einem sehr entgegen und verzichtet auf ihren Gewinn.
Ich dachte ich versuche es einfach mal direkt persönlich bei Euroweb, vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit aus dem Vertrag herauszukommen. Und nach einigen Emails, Briefen und Telefonaten mit einem freundlichen und entgegenkommenden Mitarbeiter von Euroweb haben wir uns auf einen Schadensersatzbetrag geeinigt, mit dem beide Seiten leben können.

Sicher haben wir jetzt etwas Geld verloren, aber wir sind aus dem Vertag herausgekommen. Und das ganz ohne Rechtsstreit. Also gibt es doch Möglichkeiten sich mit der Firma Euroweb zu einigen, wenn man es vielleicht einfach mal freundlich versucht.

Viele Grüße
jensscholz - Do, Aug 24, 2006

netter versuch...allerdings scheint mir der deal (wobei die beträge ja inzwischen gelöscht sind), nicht wirklich toll zu sein. und wenn teil der abmachung ist, einen positiven beitrag zu schreiben, fällt das schon arg auf.
Julio Lambing - Fr, Aug 25, 2006

Das könnte erfreulich sein, wenn

ja wenn

- die kurzfristig hier veröffentlichten Zahlen über "Schadensersatz" wirklich Kulanz signalisieren würden. Das tun sie in dieser Höhe nicht.
- das Unternehmen nicht auch weiterhin mit Kunden, die von Anfang an aus den Verträgen raus wollten, aufwändige Prozesse und Geldeintreibaktionen mit enormen Summen führen würde. Doch es geht weiter wie gehabt - genau jetzt in diesen Wochen.
- man das Gefühl hätte, dass diese Verkaufsmasche inklusive Knebelvertragswesen aufhören würde.

Doch warum nur geht es weiter mit dieser Verkaufsmasche, die von vielen beschrieben wird? So findet sich am 11. 8 .2006 um 17:51 sich in einen Kommentar beim Lawblog der Bericht, dass Euroweb vermutlich wohl weiter macht wie gehabt:

"Mich rief die Tage jemand an. Euroweb sucht für Ihre Referenz list Unternehmen und würde daher professionellen Internetauftritt kostenlos anbieten. Interessant.
An Ende wurde klar:
Die Gestaltung sollte auch kostenlos sein aber der Service Hosting etc. Nein.
Man wolle mir ja nix verkaufen, wir würden Partner werden. Und daher würde dieser Service statt 320€ nur 160€ im Monat kosten. Bei einem 36 Monats Vertrag.
Seine Referenz war z. B. http://www.rotes-kreuz-soest.de/

Diese Seite soll laut Aussage des Außendienstlers in der Gestaltung 27000€ gekostet haben.
Ich habe nicht gefragt ob es wirklich bezahlt worden ist oder ob das Rotes-Kreuz auch Referenzpartner geworden ist.
Aber mal ernsthaft welche Firma kann Kosten in besagte Höhe auch nur aus Eigennutz wegdrücken.
Das ganze schien mir ein Mix aus Drückerkolonne und Schneeballsystem.
Denn an diesen Partnervertrag sind drei Bedingungen gebunden.

1. Aufnahme in die besagte Referenzliste.
2. nach kurzer Zeit ein Empfehlungsschreiben erstellen (Sinngemäß Firma ist toll alles Super etc.)
3. 8-10 direkte Empfehlungen im lokalen Bereich. Er wolle schließlich sein Gebiet aufbauen.

Meine Meinung dazu, ich lass die Finger davon. Ich habe was die Kosten anbelangt keine Ahnung und keinen Vergleich aber es erschien mir sehr Hoch.
(Genauso würde ich keine Kiste Cola bei EDKA für 12,99€ kaufen)
Aber das sollte jeder für sich entscheiden.
"

Glaubwürdigkeit verlangt konsequente Umkehr. Das gilt für Konzerne, die nicht mit Almosen unethisches Verhalten ausgleichen können, das gilt für Euroweb, das nicht mit solchen Aktionen die weiterhin übliche Geschäftspraxis übertünchen kann. Ethisches Verhalten zeigt sich in erster Linie im Business Case. Umkehr ist derzeit bei Euroweb immer noch nicht zu erkennen.
Turbo007 - So, Sep 17, 2006

Man muß hier mal etwas differenzieren.
Sicher war unser Deal nicht super und der Preis den wir zahlen mußten zu hoch. Aber man muß immer Vergleichen und Abwägen.
Ersten kann jemand natürlich ganz anders reden wenn er so einen Vertrag nicht unterschrieben hat. Aber wenn man nun mal so einen wasserdichten Vertrag unterschrieben hat, dann kommt man rechtlich gesehen leider nicht wieder raus. Also ist man zuerst mal ganz klar an den Vertrag gebunden. Und dann gibt es vielleicht auch noch Leute die nicht Wochen, Monate, oder Jahre Zeit haben sich mit einer Firma zu streiten, vom finanziellen will ich mal gar nicht reden.
Für mich wäre die nervliche Belastung auch einfach zu groß geworden, ich hatte genug schlaflose Nächte.
Also stellte ich folgende Rechnung auf. Der Betrag welcher für den 3-Jahresvertrag normalerweise zu zahlen gewesen wäre minus unserem Betrag um aus dem Vertrag rauszukommen. Unterm Strich blieb dann meiner Meinung nach immer noch mehr übrig um woanders eine bessere Homepage zu bekommen.

Und es war auch kein Teil der Abmachung einen positiven Beitrag zu schreiben, man muß leider nur mal die Rechtslage sehen, und die ist leider so dass man aus den Verträgen nicht rauskommt. Also habe ich es halt auf die menschliche Art und Weise versucht und hatte vielleicht auch das nötige Glück. Aber mir war halt auch immer bewusst wer am längeren Hebel sitzt, leider.
RA Stefan Musiol (anonym) - So, Feb 04, 2007

Ein unterzeichnetes Vertragsformular verpflichtet nicht unbedingt

Da ich für eine Mandantin gerade einen Rechtsstreit gegen die Euroweb GmbH führe, habe ich die Beiträge gelesen.
Hierzu sollte man als Besteller einer Leistung, egal ob Gewerbetreibender oder Verbraucher, immer bedenken, dass
Verträge auch gekündigt oder angefochten werden können, falls die Gegenleistung nicht wie vereinbart erbracht wird.. Zumindest kann in diesem Fall eine weitere Zahlung verweigert werden (Zurückbehaltungsrecht).
Diese Ansicht äußert das AG Düsseldorf in dem vorliegenden Prozess auch. Ein Prozess ist nicht generell teuer oder schlecht, vor allem, wenn man tatsächlich im Recht ist.
Optimal und dringend zu empfehlen ist es natürlich, die schriftlichen Verträge genau zu prüfen, am besten juristisch prüfen zu lassen und natürliche die angebotenen Preise mit denen des Marktes genau zu vergleichen.
Ein paar Angebote mehr einzuholen und 100 EUR für eine Vertragsprüfung beim Anwalt sind allemal billiger als 3-4 TEUR oder mehr für eine unzureichende Leistung in den Wind zu schießen.
Julio Lambing - Fr, Mrz 02, 2007

Rechtsanwälte vernetzt Euch endlich!

Ich würde es übrigens sehr begrüßen, wenn jene Rechtsanwälte, die Kunden der Firmen Easydentic, Euroweb, Viscomp, Adhersis, Proximedia und Parfip vertreten, sich untereinander vernetzen würden.

Nach den hiesigen Recherchen ist die Referenzkundenmasche mehr als 15 Jahre alt und international im West- und Mitteleuropa erprobt. Einige Geschäftsleute, die mit dieser Masche national und international tätig sind, und auch einige der für sie arbeitenden Rechtsanwälte haben eine Vielzahl dieser Prozesse am Fließband abgearbeitet. Sie besitzen Routine und viel Erfahrung in solchen juristischen Auseinandersetzungen. Nach einer Vielzahl an gewonnenen Prozessen sind sie selbstbewußt und erfolgsverwöhnt.

Als Anlaufstelle für geschädigte Kunden wurden von einigen Bloggern in der Vergangenheit immer wieder die Düsseldorfer Rechtsanwälte Udo Vetter und Sascha Kremer genannt, die eine ganze Reihe Geschädigte vertreten. Es wäre toll, wenn auch weitere Rechtsanwälte sich auf das Thema einschießen würden und vielleicht auch entsprechende Aufklärungsarbeit leisten.

Was dann noch fehlt ist eine öffentliche Diskussion über jene Rechtsanwälte, die allzu offensichtlich in die Geschäfte dieser Firmen involviert sind.
marc (anonym) - So, Feb 03, 2008

oh oh oh

ich darf dir leider nicht sagen was noch alles auf dich zukommt, aber nur mal so vorweg: das urheberrecht sieht vor das wenn die 3 jahre vorbei sind, du ohne homepage dastehen wirst, es sei denn du möchtest das urheberrecht teuer erkaufen!!! die website -das design- ist nur geliehen, bzw zur nutzung überlassen... sorry
Stefan Musiol (anonym) - So, Jun 22, 2008

Vernetzung

Die Idee der Vernetzung zur Nutzung von Synergien ist prinzipiell gut, aber in der Praxis sehr schwierig, weil jeder Fall trotz ähnlicher Umstände und Parteien anders ist. Deswegen lassen sich Urteile nur selten für andere Fälle verwerten. Größere Anwaltskonferenzen sind für Mandanten in diesen Fällen nicht tragbar. Es kommt auf die individuellen Vertragsverhandlungen und die Durchführung an. Hinzu kommt, dass Mandanten die Fälle in sehr unterschiedlichen Stadien übergeben. Einzelne Details von sehr vielen wiederholen sich dabei und können dabei wiederverwendet werden. Um zu wissen, welche, müssten die vollständigen Sachverhalte im Detail durchgesprochen werden. Der mögliche Austausch von Informationen findet durchaus statt. Sehr viel hilft es nach meiner Erfahrung allerdings, wenn ein Rechtsanwalt den Gegner aus mehreren Fällen bereits kennt und so bei neuen Fälle vorhandene Informationen im Detail aus der Erinnerung verarbeiten und gezielter vorgehen kann.
Mick Kühne (anonym) - Mi, Aug 13, 2008

Die Masche von Euroweb ist richtig mies. Vor allem die Preise: Für 5 Seiten 100 € monatlich, für 25 Seiten 125 € monatlich, mit Onlineshop 185 € monatlich. Zuzüglich Mehrwertsteuer. Deswegen schweigt Euroweb zu den Preisen, falls man als Angerufener auf die Idee kommt, bei einem Cold-Call eines Euroweb- Mitarbeiters nach Kosten zu fragen. Mit "gutem" Grund hält Euroweb die laufenden Kosten streng geheim und nennt sie bei einem Termin beim "zukünftigen Referenzpartner" erst dann, wenn der Kunde lange genug vollgequasselt worden ist, bis er glaubt, diese Preise seien realistisch. Es wird vom Euroweb- Vertreter dann erzählt, als Kunde müsse man für die Erstellung einer Homepage mit Onlineshop einmalig 6.000 € bezahlen. Hinzu kämen Kosten für Suchmaschinenoptimierung von 1.500 € und laufende monatliche Kosten von 350 € für Aktualisierung, Datensicherung und Hosting.
Entscheidet man sich für eine Referenzpartnerschaft mit Euroweb und unterschreibe man den Vertrag sofort, übernimmt Euroweb die Erstellungs- und Suchmaschinenoptimierungskosten und gar an den laufenden Kosten beteilige sich Euroweb sehr grosszügig. Dann müsse man monatlich nur noch 185 € (zzgl.MwST) bezahlen, aber jährlich im Voraus. Bei einer Mindest-Vertragslaufzeit von 48 Monaten kommt man als Referenzpartner round about für "lächerliche" 10.567,20 € (inkl. MwST) ganze vier Jahre lang ins Internet. Mit einer Super- Euroweb- Homepage inklusive Online- Shop. Da spart man doch eine Menge Geld im Vergleich zum Kauf.
A.C.S (anonym) - Fr, Aug 29, 2008

Alles Berichte stimmen!

Ich habe für diese Firma 3 Monate gearbeitet.
Unglaublich. Wenn ich alles aufschreiben würde, wäre mein Tag schon vorbei, obwohl es erst 6h
in der Früh ist! Auch der Auftritt der Mitarbeiter, kommen daher wie die ärgsten Proleten.

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Aber nun nicht genug , da natürlich die Mitarbeiterzahl...
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Anabell (anonym) - Di, Sep 23, 2008
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Ich habe mit großem Interesse Deinen Text gelesen. Kompliment...
Anabell (anonym) - Di, Sep 23, 2008
"So langsam kann man...
"So langsam kann man sich dem Thema vielleicht entziehen....
Julio Lambing - Mo, Sep 22, 2008
schön
dich wieder auf Axonas zu lesen. Ich habe mich ja...
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