Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Wenn die Butterbrote den Souverän satt gemacht haben

(Vorweg: Dieser Text enthält ein paar einleitende Bemerkungen, die sich mit einer Diskussion über Gefahren und Grenzen von Weblogs beschäftigen. Wer gleich mehr über die europäische Dimension des Falls Euroweb erfahren will, sollte dies überspringen und gleich nach unten bis zur dritten Überschrift scrollen.)

Man ahnt es sicher: Ich finde die Euroweb Internet GmbH eigentlich nicht mehr besonders spannend. Das liegt nicht nur daran, dass jetzt so einiges über sie geschrieben wurde und diverse andere Unternehmen aufgetaucht sind, die in Verbindung mit ihr stehen. Es hängt auch mit einem Bild zusammen, das in den letzten Wochen von einigen benutzt wurde, die eine Diskussion über das Verhalten von Webloggern und ihrem attestierten Hang fremde Meinungen nur unkritisch nachzuplappern, angestoßen haben. Ihre Frage zielte auf das Machtmittel der Denunziation durch Google-Ranking und die Möglichkeit, dass eine Masse an Autoren ungerechtfertigte, negative Berichterstattung streuen kann.

Ich halte den Hinweis auf Denunziationsmöglichkeiten per Google-Nennung für berechtigt und mir fallen auch gleich ein paar irregeleitete Gestalten in der Vergangenheit ein, die sich solcher Instrumente zu bedienen bemühten – selbstverständlich in selbstgerechter Pose und Begründung, warum ihr Vorgehen in diesem oder jenen Fall berechtigte Rache, „Aufklärung“ etc. sei. Und auch die Skepsis darüber, ob eine Gruppe wirklich immer maßvoll reagiert, ist verständlich. Heinrich Heine entgegnete Lobpreisungen über die Weisheit des Volkes wütend:

„Das Volk, dessen Güte so sehr gepriesen wird, ist gar nicht gut; es ist manchmal so böse wie einige andere Potentaten. (...) Seine Majestät das Volk ist ebenfalls nicht sehr intelligent; es ist vielleicht dümmer als die andern, es ist fast so bestialisch dumm wie seine Günstlinge. Liebe und Vertrauen schenkt es nur denjenigen, die den Jargon seiner Leidenschaft reden oder heulen, während es jeden braven Mann haßt, der die Sprache der Vernunft mit ihm spricht, um es zu erleuchten und zu veredeln. (...) Laßt dem Volk die Wahl zwischen dem Gerechtesten der Gerechten und dem scheußlichsten Straßenräuber, seid sicher, es ruft: »Wir wollen den Barnabas! Es lebe der Barnabas!« “

Butterbrote sind reichlich da

Doch Heinrich Heine war kein Mann, der allzeit beliebte Ressentiments gegen die Demokratie schüren wollte. Und so waren seine Tipps, wie das Volk zu einem Souverän werden kann, der nicht schlechter ist als andere, ganz handfest:

„Aber seine Bosheit kommt vom Hunger; wir müssen sorgen, daß das souveräne Volk immer zu essen habe; sobald allerhöchst dasselbe gehörig gefüttert und gesättigt sein mag, wird es euch auch huldvoll und gnädig anlächeln, ganz wie die andern. (...) Der Grund dieser Verkehrtheit ist die Unwissenheit; dieses Nationalübel müssen wir zu tilgen suchen durch öffentliche Schulen für das Volk, wo ihm der Unterricht auch mit den dazugehörigen Butterbröten und sonstigen Nahrungsmitteln unentgeltlich erteilt werde. - Und wenn jeder im Volke in den Stand gesetzt ist, sich alle beliebigen Kenntnisse zu erwerben, werdet ihr bald auch ein intelligentes Volk sehen.“


Mir scheint, dass deutsche Blogger in der Regel zu jenen Privilegierten der Welt gehören, die ihre Butterbrote bekommen. Und ihren fortlaufenden Unterricht besorgen sie sich durch die vielfältigen Diskursmöglichkeiten ihres Mediums. Es bleibt einem also als Blogger gar nichts anderes übrig, als den demokratischen Selbstregulierungsmechanismen zu vertrauen. Und darauf zu setzen, dass kritischer Geist und die Mainstream-Einstellungen menschlichen Anstands allzu exzentrische Ansichten darüber, aus welchen hehren Gründen eine Denunziation über Google gerechtfertigt sein soll, in den Griff bekommen.

Der kleine Euroweb-David gegen die Blogger-Meute

Kommen wir auf das eingangs erwähnte Bild zurück. Um die Gefahr zu illustrieren, die vom „Rudelverhalten der Weblogs“ ausgehen würde, bemühten einige der Warner in dieser Diskussion ausgiebig das Bild einer kleinen mittelständischen Firma, die sich ohnmächtig einer schieren Übermacht von Hunderten von Bloggern gegenüber sieht, nachdem das Unternehmen zugegebenermaßen etwas ignorant und ungeschickt die Regeln der Internet-Öffentlichkeit nicht kapierte oder nicht kapieren wollte. Es wurde das Bild einer Meute angedeutet, die nun aus Sensationsgeilheit Arbeitsplätze im Internet-Bereich zerstört und einen etwas ungeschickten Unternehmer in den Ruin treibt.

Ich glaube, die Frage von naiver Ignoranz oder verzeihlicher Ungeschicklichkeit der Firma Euroweb stellt sich nach all dem, was mittlerweile über das Unternehmen ans Licht kam, nicht mehr. Eine andere Frage ist für mich deshalb viel interessanter:

Was ist, wenn der Gegner gar nicht so klein ist, den sich da die Blogger in der Auseinandersetzung um Meinungsfreiheit bezüglich überteuerter Websiten und einer hinterhältigen Verkaufsmasche ausgesucht haben? Man muss jetzt nicht gleich übertreiben und von mächtigen weltweiten Konzernen faseln. Aber was ist, wenn es nicht um eine kleine Firma mit knapp 5 Millionen EUR Umsatz geht, sondern um jemand, der zwar unbekannt ist, aber mehr als das 20fache an Umsatz macht? Der ordentlich vernetzt ist und gut eingeführt und der ohne weiteres auch ein ganzes Häuflein an Anwälten für sich arbeiten lassen kann. Jemand, für den es vielleicht von sehr geringer Wichtigkeit ist, ob zwei Schachfiguren in Gestalt eines jungen, deutschen, aufstrebenden Geschäftsführers und eines mit dessen Firma beruflich eng verbundenen Rechtsanwalts von ihm fallengelassen werden. Jemand, der vor allen Dingen einen entscheidenden Vorteil auf seiner Seite hat: Das auch bei Bloggern weitverbreitete Achselzucken des „Selber Schuld!“, wenn Kleingewerbetreibende so „dumm“ sind, im Geschäftsalltag von Anstand und Fairness auszugehen.

Wären die Blogger – vorausgesetzt, das Interesse wäre gegeben - wirklich in der Lage, sich mit einem solchen Gegner anzulegen? Verfügen sie über soviel Ressourcen, soviel Selbstbewusstsein, soviel Aufmerksamkeit von außen, dass sie eine solche Auseinandersetzung ausstehen könnten?

Europaweite Beschwerden

Wenn man jetzt vermutet, dass ich hier nochmal (wie vor ein paar Wochen) metaphorisch über die Macht gesellschaftlicher Mentalitäten reden will, über Moral und Cleverness, über Marktwirtschaft und all diese anderen hehren Dinge, so liegt man falsch. Das spielt zwar auch eine Rolle, weil es immer lohnt, über die Milieus zu reden, in denen etwas praktiziert wird. Aber ich meine das tatsächlich deutlich profaner: Man muss nur Firmennamen in Verbindung bringen können.

Startet man von dem Fall Euroweb aus, so landet man über merkwürdige Passagen in Kundenverträgen, über Besitzverhältnisse, über personelle Verqickungen, über Geschäftsbeziehungen und sogar über Stellenanzeigen bei den Firmen PROXIMEDIA Deutschland GmbH, PROXimedia Service GmbH, PARFIP Deutschland GmbH und auch bei der deutschen Adhersis AG. Doch wie der Zusatz „Deutschland“ nahelegt, sind diese Firmen die Töchter gar nicht so kleiner ausländischer Firmen. In dieser Richtung muss man weiter recherchieren.

Dazu reicht es eigentlich, wenn man im nicht-deutschsprachigen Internet nach Berichten über die Firma PARFIP sucht. Sollten man über rudimentäre Fremdsprachenkenntnisse verfügen (Französisch oder Niederländisch z.B.), dann wird man quer durch ganz Europa auf eine Menge Berichte stoßen, in denen es um wütende und verzweifelte Kleingewerbetreibende geht, die in Rechtsstreitigkeiten mit derselben Firma liegen. Es geht um überrumpelnde Vertriebspraktiken. Es geht um Sonderangebote für angeblich ausgewählte Geschäfte der Stadt, bei denen man sich innerhalb weniger Minuten entscheiden muss. Es geht um nicht funktionierende Ware, um Vier-Jahres-Verträge, um "angeblich kostenlose Alarmanlagen" und um Außendienstmitarbeiter, die aus moralischen Gründen die Vertriebsfirmen verlassen haben.

Ein paar Beispiele?

Wie wäre es mit diesem Bericht, den die Berufsorganisation der belgischen Selbstständigen verfasst hat und der von windigen Vertriebspraktiken spricht, mit der die Firma C.E.T. Benelux Überwachungsanlagen verkauft? Die Rechtsabteilung des Verbandes hat wie auch schon in anderen Fällen vergeblich versucht, die geldeintreibende Firma PARFIP Benelux zum Einlenken in diesem Fall zu bewegen, bei dem der Vertrag gutgläubig auf Drängen des Verkäufers unterschrieben wurde. Oder wie wäre es mit diesem niederländischen Zeitgenossen, der anscheinend fragt, wie man sich gegen proximedia und PARFIP zu Wehr setzen kann, nachdem man ihm sein Arbeitslosengeld gepfändet hat (wenn ich die Sache richtig verstanden habe)? Beachtenswert in diesem Zusammenhang ist auch dieser Artikel des niederländischen Magazins SPLIT, der mit den Worten beginnt: "Dutzende Kleinunternehmer fühlen sich betrogen." Belgier und Niederländer verschaffen sich auch hier ("U bent nu gewaarschuwd voor deze club!!!!") oder hier ("WAT BEN IK ZOOOOO NAÏEF GEWEEST!!!!!") ihrem Zorn Ausdruck.

"dass wir mehr als 800 im gleichen Fall sind..."

Besonders aufschlussreich sind diese beiden Forendiskussionen (hier und hier) aus Frankreich. Da gibt es die Geschäftsbesitzerin Sophie, die Autoschule von Castillat, die kleine Ferienhüttenanlage Puynadal oder den Cafebetreiber Emmanuel Mathus und viele weitere, die alle mit einer Firma, mit PARFIP France zu kämpfen haben. Die Sprache dieser Menschen ist einfach. Das sind keine wortgewandten Kommunikationsprofis, es sind einfach nur kleine Gewerbetreibende, die verzweifelt und zornig um ihr Recht und um ihre Existenz kämpfen. Ein paar Beispielsätze, von einer Freundin auf die Schnelle übersetzt:
  • "Habe den Vertrag vor 5 Monaten abgeschlossen für die Dauer von 5 Jahren (..) Der Gerichtsvollzieher bringt einen Zahlungsbefehl: 4000 EUR auf einen Schlag!"

  • "Ich bin zur Zeit im Prozess gegen die Firma und wie ihr wurde ich betrogen."

  • "Ich wünsche euch viel Erfolg, ich weiß aber dass die Verträge aus Beton sind."

  • "Ich hatte die Laufzeit nicht gesehen als ich den Vertrag unterschrieb."

  • "Es muss doch eine Lösung geben, sie zu schnappen. Kannte einer von euch die Firma PARFIP zum Zeitpunkt der Unterschrift?"

  • "Das sind alles Firmen in denen der Wurm drin ist und die ständig den Namen verändern. Man darf diesen Dieben nicht den Vorteil lassen, die mit den (Vertrags-)Texten und unserer Gutgläubigkeit spielen."

  • "Die Kaffeemaschine hat nie funktioniert und der Lieferant Fontex ist in Konkurs gegangen. Der erste Prozess ist verloren."

  • "Die Vereinbarungen wurden nicht eingehalten und ich muss fast 4000 EUR für unbrauchbares Material zahlen. Ich weiß nicht, ob ich in Berufung gehen soll, damit dieser Alptraum ein Ende. (..) Mein Anwalt hat mir gesagt, dass wir mehr als 800 im gleichen Fall sind und die Justiz wolle es allen Recht machen, indem sie PARFIP die Oberhand ließ. Dafür hat sie PARFIP und die anderen Firmen, mit denen PARFIP sich zusammentut, getrennt betrachtet."
So geht das endlos weiter. Es ist schwer zu überprüfen, ob alle geäusserten Vorwürfe stimmen und wie es sich in den jeweiligen Fällen wirklich verhielt. Aber wie schon in den Fällen Proximedia, Adhersis oder Euroweb - das alles kommt einem sehr bekannt vor:
Kleingewerbetreibende, Prozesse, Klagen über schlampig erbrachte Leistungen. Lange Vertragslaufzeiten mit hohen Kosten. Drängende Verkäufer. Referenzanlagen. Hervorragend gestaltete Verträge, aus denen die Betreffenden nicht mehr rauskommen. Und auch hier steht die Firma PARFIP zwar an der Front des Geldeintreibens und der juristsichen Auseinandersetzung, aber - ähnlich wie in den deutschen Fällen PROXIMEDIA, Adhersis AG oder Euroweb Internet GmbH - nicht an der vertrieblichen Front.

Der Stil der Firmen rund um PARFIP hat übrigens auch in anderer Hinsicht interessante Parallelen: Man vergleiche z.B. den Google Cache (Ausschnitt hier), in dem zahlreiche Beiträge über die Auseinandersetzungen mit der französische Internet-Firma CORTIX zu finden sind (sie ähneln den Beschwerden über Euroweb und Proximedia), mit dem aktuellen Zustand des französischen Forums: Alle gelöscht!

Und doch gibt es einen Unterschied zu den Berichten aus Deutschland. Es geht nicht nur um Internet oder EDV. Denn lange Verträge, die kann man auch mit Kaffeemaschienen, mit Backuplösungen, mit Überwachungstechnik, mit Alarmanlagen, Restauranttelephonen; Registrierkassen usw. machen. Eben mit allem möglichen,was man einem Gewerbetreibenden aufschwatzen kann.

Aber eines sticht wie gesagt heraus: Im Zentrum der Auseinandersetzungen steht das Unternehmen PARFIP.

Der versteckte Riese hinter Euroweb

Treten wir nocheinmal einen Schritt zurück. Wie sehen denn die Firmen aus, die sich hinter diesen Aktivitäten in Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande verbergen? Die Proximedia Deutschland GmbH gehörte bis zur ihrer Insolvenz vor drei Jahren dem belgischen Unternehmen proximedia s.a. Die Proximedia-Unternehmensgruppe ist gar nicht so klein: Da gibt es Proximedia Belgium s.a., Proximedia Netherlands s.a., Proximedia France s.a., Online Internet s.a. und Horus s.p.r.l. Der Umsatz war 2005 mit etwa 14,5 Mill. EUR eher gering. Das Geschäft der Proximedia Gruppe? Dienstleistungen rund um das Internet. Die Verbindungen zu den deutschen Fällen? Ein ehemaliger Angestellter teilte mir am Telefon, dass die Erstellung der Websiten zwischen der Dependance Brüssel und der Dependance Düssseldorf wechseln konnte. Dazu passt, dass sich auf der Website der mutigen Schreinerei Enk interessante Hinweise finden, wie die Website von Belgien aus trotz Prozess und offenkundigen Protest der rechtmässigen Besitzerin als Referenzseite genannt wird. Hinzu kommt die Ähnlichkeit der deutschen Beschwerden mit denen, von denen das niederländische Magazin Split berichtet.

Graphik Firmenvernetzung PARFIP und Proximedia

Dennoch sind das eher kleinere Dimensionen. Interessanter ist deshalb die Spur über die PARFIP Deutschland GmbH - jene Firma, die nicht nur mit den beiden deutschen Proximedia-Unternehmen in Verbindung steht, sondern auch in neueren Verträgen der Euroweb Internet GmbH explizit genannt wird. Sie gehört zu der in Frankreich ansässigen PARFIP – Gruppe, ein Unternehmen, das mit 6-9 europäischen Töchtern nach eigener Auskunft 100.000 Langzeit-Verträge (!) mit einem Wert von 120 Millionen EUR betreut. Es bestehen neben der offiziell französischen Zentrale noch Tochtergesellschaften für Deutschland, Belgien, Schweiz, Portugal, die Niederlande. Die Flaggen für Großbritannien, Spanien, Italien sind noch nicht mit einer Anschrift unterlegt.

Das Geschäft der PARFIP–Gruppe? Die Betreuung von Langfristverträgen bei gewerblichen Kunden, die Abwicklung und Betreuung von Miet- und Leasinggeschäften, die Gewerbetreibende tätigen und auch Buchhaltungstätigkeiten. Die Betroffenen in den Internet-Foren drücken es einfacher aus: Eine Firma, die ansehnliche Gewinne damit macht, dass sie Verträge aufkauft, die andere abgeschlossen haben und dann das entsprechende Geld eintreibt. Und diese Verträge können Langzeitverträge mit Kaffeemaschienen, Backuplösungen, Überwachungstechnik, Alarmanlagen, Telefonsystemlösungen, Websites und vieles mehr sein - je nach Land und Situation. Je nachdem, wer da wohl - mit welcher Methode auch immer - seine Vertäge verkauft. PARFIP sitzt wie eine Krake in einem ganzen Netz von Unternehmen, die mit ihm in Verbindung gebracht werden. Das sind dann u.a. die Firmen Fontex (Kaffeemaschienen), C.E.T. Benelux (Alarm-/Überwachungstechnik), Payphone (Telekommunikation), RISC-Group (Datensicherheit), CORTIX (Website-Erstellung), ARTYS (Registrierkassen), Euroweb Internet GmbH (Website-Erstellung) und einige andere mehr.

Liste von PARFIP-Töchter und Partnerunternehmen Das genaue Verhältnis zwischen den beiden Firmengruppen, die uns hier besonders interessieren, ist nicht ganz klar, aber man erkennt schnell, dass die Proximedia Gruppe eng mit der PARFIP-Gruppe zusammen arbeitet, nicht nur in Deutschland. Proximedia Belgium nennt z.B. in einem Firmenbericht von 2005 als einen „seiner wichtigsten Partner“ die Firma PARFIP Benelux. Auch Proximedia Niederlande verlinkte auf mehrere Parfip-Firmen.

Nicht David, nicht Goliath - schlicht der Souverän

Ich weiß nicht, wie einem solchen Netzwerk beizukommen wäre. Ich bezweifle, dass die Blogger, die sicherlich Aufmerksamkeit im Fall Euroweb generieren konnten, jemanden wie PARFIP in den Fokus rücken könnten. Den Zusammenstoß der Blogger mit dem deutschen Vorposten von PARFIP gab es ohnehin nur, weil einer der ihren von der Euroweb Internet GmbH angegangen worden war.

Mir geht es aber nicht darum, alte Stereotypen zu bemühen und nun von neuem das Bild von einem finanzstarken Goliath mit bösen Klauen zu zeichnen, gegen den arme kleine Blogger nichts unternehmen können. Mir gefällt eher das Bild der Agora, auf der die öffentlichen Belange besprochen werden. Denn obwohl ich kein intimer Kenner der "Blogosphäre" und ihrer Mechanismen bin, gehe ich immer noch davon aus, dass mit ihr eine wertvolle Dimension interaktiver bürgerlicher Öffentlichkeit hinzugekommen ist, die den kritischen Geist der Zivilgesellschaft, ihren Mut und ihrer Sensibilität zusätzlichen Ausdruck gibt. Dieses Medium hat Vorteile, und es hat Nachteile gegenüber den anderen etablierteren Formen bürgerlicher Öffentlichkeit. Ich glaube nicht, dass es andere, wie z.B. die Presse, ersetzen wird. Letztendlich werden diese Medien gemeinsam jener Stimme Gehör verschaffen, von der Heinrich Heine oben spricht. Denn das Volk, das hat gegessen, es hat Schulen, es hat sich die „beliebigen Kenntnisse“ angeeignet. Eines Tages wird man in ganz Europa über miese Vertriebssmethoden reden, über Firmennetzwerke, mit welchen die Gutgläubigkeit von kleinen Gewerbetreibenden ausgenutzt wird, Über die Untugend der Cleverness und über die Ignoranz derjenigen, die sagen: „Schön blöd, selber schuld.“

Ein paar Menschen (800? Oder viel mehr?) in Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland (Vielleicht auch in Spanien oder Portugal - wer weiß das schon, ohne nachzuprüfen? Auch aus Ungarn wurden Firmenaktivitäten gemeldet), also ein paar Menschen in Europa, die nichts mit den Namen "Euroweb", aber viel, sehr viel mit dem Namen „PARFIP“ anfangen können, werden dann hoffen, dass ihr Zorn Gehör findet und eine Firma dahin kommt, wo sie hin gehört – auf den Abfallhaufen der Wirtschaftsgeschichte.
Andere Beiträge zu dem Thema:


Euroweb und Viscomp - Von alten und neuen Spielwiesen

Eine Auferstehung von den Toten - nun mit Suchmaschinen-Optimierung und Google-Optimierung

"Weil Sie einzigartig sind..." - Sicherheitstechnologie in den Händen eines obskuren Geschäftsmilieus?
Neue Erkenntnisse um die Firmen Easydentic, Adhersis, Compagnie Européenne de Télésécurité (CET), Eurotec, Euroweb Marketing und Euroweb Asset Managing

Wenn die Butterbrote den Souverän satt gemacht haben
Heinrich Heine, die Blogger und der Riese hinter Euroweb
(Recherchen über die europäischen Aktivitäten der Firmen PARFIP und PROXIMEDIA)

"Insbesondere bevorzugen wir Bewerber von Euroweb"
In welcher Beziehung stehen die Beschwerden über die Adhersis AG zu denen über die Euroweb Internet GmbH?

PROXIMEDIA - wiederholt sich Geschichte? Nun, manchmal vielleicht schon
Recherchen über die Firmen PROXIMEDIA Deutschland, PROXimedia Service und Euroweb Internet GmbH

"Ich sah keinen Grund für Mißtrauen und unterschrieb."
Ein Erfahrungsbericht eines Betroffenen

Euroweb - eine Spurensuche
Die Ankündigung einer Textreihe und mir wichtige Vorbemerkungen
kranich05 - Fr, Apr 21, 2006

Danke!

Hut ab vor Deiner Recherche.
Hochinteressante Ergebnisse.
Stoff zum Nachdenken.
Media Addicted (anonym) - Fr, Apr 21, 2006

W-O-W

DU bekommst meinen "Recherche des Jahres" Award. Muss ihn zwar noch entwerfen, aber du bekommst ihn! :o)

In formvollendetem Respekt für die Euroweb-Serie,

Roland.
Julio Lambing - Fr, Apr 21, 2006

Wie gesagt,

ich könnte deinen Award nur stellvertretend annehmen, da der Großteil der entscheidenden Hinweise von anderen stammt. Mir oblag nur die Aufgabe nachzuprüfen, zu korrigieren, hin- und wieder nachzutelefonieren, Fäden zusammen zu bringen und andere zu lösen und das ganze in eine etwas holprige Sprache zu kleiden. Das Material, Kontaktnamen etc. stehen immer noch Interessierten zur Verfügung, wie ich es ausführlicher in der Ankündigung geschrieben habe. Da gäb es noch mehr Dreck aufzuwühlen, aber man weiß irgendwann gar nicht mehr, wo man anfangen sollte. Jeder zweite Anruf bringt Hinweise auf weitere Firmen, neue Eskapaden, neue Maschen, dubiose Drohungen - angeblich selbst Gewalt - und immer wieder auch altbekannte Player.
DemonDeLuxe (anonym) - So, Apr 23, 2006

Bangemachen gilt nicht

Vorab: Exzellent sowohl recherchiert als auch formuliert, chapeau!

Zur Frage, ob man sich mit "solchen" anlegen kann / sollte: Ja und ja. Denn Netzwerke wie diese schöpfen alljährlich gesamt X Milliarden ab, und zwar typischerweise von Menschen, die sich das nicht leisten können, sprich: Opfern. Und typischerweise auch ohne jede reelle Wertschöpfung - der geschaffene "Wert" besteht wahlweise in Luftschlössern oder Vertragswerken ohne Substanz, aber mit mächtig Druck. Die PARFIP-Geschichte erinnert mich spontan an so eine Timesharing-Vertriebsorganisation, mit der ich vor Jahren einmal zu tun hatte: Nicht direkt Betrug, nicht direkt Straftat, aber sehr direkte Abzocke ohne Gewissen. Hier wie dort war / ist man bemüht, möglichst keine Presse zu bekommen, denn der Überraschgungsmoment im Kundengespräch ist durchaus gewollt und wohlkalkuliert: Nicht nachdenken lassen, überrumpeln, unterschreiben lassen, abkassieren.

Die Macht der Blogger besteht in diesem Fall in zwei Dingen:

a) Sie sind zahlreich.
b) Sie äußern sich gerne öffentlich.

In der Kombination sind das zwei Eigenschaften, die solcher Abzocker-Netzwerke fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Einzeln kein Thema: Gerne hat man die Leute zahlreich, allerdings dann als duldsame Lämmer. Oder laut und nur einzelne, die kann man unterkriegen. Aber hunderte? Immer davon ausgehend, es kommen belegbare Fakten zum Vorschein: Was wollen die sauberen Herrschaften denn tun? Hundertweise Abmahnungen 'rausjagen und damit das Negativecho noch katalysieren? Die großen Medien mit Gewalt auf sich und die eigenen, grenzwertigen Machenschaften aufmerksam machen?

Jedenfalls, wenn ich mir das hier Berichtete so anschaue, lag ich mit meiner ersten Vermutung in Sachen "Euroweb" ziemlich gut: Mir war doch gleich so, als seien denen die Websites an sich bzw. deren Qualität ganz erstaunlich egal - anders ist die extrem unterschiedliche Qualität (angefertigt von Bastlerstuben quer durch Deutschland) kaum zu erklären. Wenn eine der Filialen ordentliche Arbeit macht (und MANCHE Euroweb-Seiten sind ja durchaus ganz ok), dann wird keiner meckern, aber Ziel der Übung ist das an sich offenbar nicht, jedenfalls nicht in einem Maße, dass man ernstlich auf Qualität achten würde. Möglicherweise ist man in der Tat ausschließlich daran interessiert, einen (Knebel-)Vertrag zu machen.
Julio Lambing - So, Apr 23, 2006

Ah ich liebe lange, klar geschriebene Kommentare

Bei deinem Lob tu ich mich schwerer: "Krake in einem ganzen Netz von Unternehmen" z.B. ist nicht "exzellent formuliert", sondern etwas, was man nachträglich nur aus Gründen der Dokumentation nicht tilgt. Wir sollten den Teil der Diskussion lassen, um nicht noch mehr Peinlichkeiten zu erörten... ;-)) Das Lob mit der Recherche nehme ich mit den obigen Einschränkungen gerne an ...

Zum Thema: Ich finde deine Überlegungen über die durch Weblogs geschaffene Öffentlichkeit überzeugend, sowohl was die Funktion von Weblogs als Dokumentation von Informationen als auch was die Wirkung einer Gegenreaktion (welcher Art auch immer) angeht. Allerdings gibt aucn Stimmen, die ich jetzt gelesen habe, die sagen, das sei eine Nummer zu groß für die Weblogs - das bezieht sich wohl eher auf die Frage einer medialen Auseinandersetzung. Ich kann die Stabilität der Szene (das Rückgrat, wenn man so will) bei großen, harten Auseinandersetzungen und auch die Wirkung von Weblogs auf die Öffentlichkeit nicht wirklich beurteilen - dazu fehlt mir die Erfahrung mit ihnen und auch tiefere Einblicke. Mir scheint aber offensichtlich, dass für die internationale Dimension die deutsche Diskussion vermutlich schon aufgrund von Sprachbarrieren nur bedingt wirkmächtig ist.

Die Formulierung "Nicht direkt Betrug, nicht direkt Straftat, aber sehr direkte Abzocke ohne Gewissen." aus dem Beispiel mit der Timesharing-Firma finde ich interesasant. Denn für PARFIP gilt die gleiche Relativierung, die du für Euroweb vorbrachtest:
Natürlich werden auch hier ordentliche Dienstleistungen erbracht, sowohl bei den Vetriebsunternehmen als auch bei der Geldeintreiberfirma. Die meisten Alarmanlagen werden wohl funktionieren, und die Websiten von CORTIX sehen auch nicht schlecht aus. Aus der Logik solcher Unternehmen macht es keinen Sinn, straffällige Handlungen oder Betrug zu begehen. (Von keinem Gericht liegt zudem ein Urteil in entsprechender Hinsicht vor, als sollte man auch zurückhaltend sein, sie des Betrugs zu bezichtigen.) Wenn Websiten schlecht sind oder versprochene Notebooks als Add On nicht ausgeliefert werden, dürfte dies wohl eher ein versehentliches "Malheur" sein und auf Desintegration, Inkompetenz und/oder Zahlungsschwierigkeiten zurück zu führen sein. Aber es könnte auch gut sein, dass man auch ganz bequem davon leben kann, wenn man den Kunden bei anfänglicher Unzufriedenheit Rücktrittsrechte in Höhe von 60% der Gesamtvertragssumme offerieren würde und bei Zustimmung dann ganz rechtmäßig nie das Geschäft ausführte. Dann hätten beide was davon, der eine käme mit zwei blauen Augen davon, der andere hätte ein bisschen Geld verdient (so mal in den Raum geworfen,als Gedankenspiel, rein hypothetisch, wie immer ;-) ).

Die andere Frage - und viel relevantere - ist jene nach der mitmenschlichen Dimension. Was richtet ein bestimmtes Vertriebsverhalten und darauf aufbauend ein bestimmtes Rechtsverständnis,was unterschriebene Verträge angeht, im Einzelfall an? Und wie wirkt so etwas auf unsere Lebensnetze?
kranich05 - Mi, Apr 26, 2006

Bloggermacht?

Die Recherche spannend, die Diskussion interessant; jetzt mal nicht wegen Euroweb, sondern wegen der Frage nach Macht und Grenzen der Bloggerszene:
- Du legst auf den Tisch, was Blogger leisten können, ohne speziell geschult zu sein. („Man muss nur Firmennamen in Verbindung bringen können“, sagst Du in allzu großer Bescheidenheit.)
Das Ergebnis ist beeindruckend, sowohl hinsichtlich der aufgedeckten als auch der (mit gutem Recht) zu vermutenden Zusammenhänge.
- Und Blogger machen wirklich etwas daraus, wie hier erläutert wird: „Die Macht der Blogger besteht in diesem Fall in zwei Dingen:
a) Sie sind zahlreich.
b) Sie äußern sich gerne öffentlich…“ oder mit Deinen Worten: „dass mit ihr eine wertvolle Dimension interaktiver bürgerlicher Öffentlichkeit hinzugekommen ist, die den kritischen Geist der Zivilgesellschaft, ihren Mut und ihrer Sensibilität zusätzlichen Ausdruck gibt.“
- Zugleich drückst Du deutlich aus, an Grenzen gekommen zu sein: „Das Material, Kontaktnamen etc. stehen immer noch Interessierten zur Verfügung, wie ich es ausführlicher in der Ankündigung geschrieben habe. Da gäb es noch mehr Dreck aufzuwühlen, aber man weiß irgendwann gar nicht mehr, wo man anfangen sollte. Jeder zweite Anruf bringt Hinweise auf weitere Firmen, neue Eskapaden, neue Maschen, dubiose Drohungen - angeblich selbst Gewalt…“
Ich vermute, dass kein Blogger mit Deinem Material weiter arbeitet. Es könnte sein, Du hast die Grenze erreicht, die der Szene des (durchaus ernthaften) Bloggervergnügens innewohnt.
- Das ist jedoch keine Grenze, die dem Internet zukommt als einem zunehmend mächtigen Instrument systematischer, umfassender Recherche, schneller und breiter Propagierung und flexibler Organisierung. Im Gegenteil, das Internet schreit geradezu danach, weiter zu gehen.
- Du wendest Dich gegen alte Stereotype vom Kraken, vom finanzstarken Goliath usw. Einverstanden; Du bist nur bis zu Unternehmen der 100 Mio Umsatzgrenze vorgedrungen. Aber es gibt sie, die Unternehmen mit den 10 oder 100 Milliarden Umsätzen. Unsere Realität stellt uns das Problem. Aber: „Ich weiß nicht, wie einem solchen Netzwerk beizukommen wäre.“
- Ist das der Punkt, an dem wir die Sphäre des zivilgesellschaftlichen, sozusagen frei flottierenden Bloggens verlassen und nach unserem Verhältnis zu den gesellschaftlichen Interessen- und Machtlinien zu fragen haben?
Was heißt „zu fragen haben“. Manche werden danach fragen (und sich vermutlich praktikable Antworten erarbeiten). Anderen wird das nie in den Sinn kommen. Die Größe und Uneinheitlichkeit und amöbenhafte Ungestalt der Bloggerszene ist noch ganz an ihrem Anfang.
kranich05
www.opablog.twoday.net
Julio Lambing - Fr, Apr 28, 2006

Size doesn't matter

Hallo Kranich,

vielen Dank für deine Anmerkungen. Ich bezweifle sehr, dass ich die geeignete Person bin, um über die Macht der Blogger etwas Solides zu schreiben, schlicht weil mir die Erfahrung fehlt. (Ich möchte hier nicht eine Liste aufstellen, an welchen Orten solche Aspekte der Diskussion besser aufgehoben sind, denn ich bin sicher, dass jene Weblogs hinreichend bekannt sind, die weitaus kompeter darauf eingehen können.) Solche Selbstbeschränkung hat nichts mit falscher Bescheidenheit meinerseits zu tun, sondern mit Realismus und sollte auch bei meinen bisherigen Einlassungen berücksichtigt werden. Deshalb antworte ich dir auch besser zu jenen Aspekten, die mir näher liegen:

"Ich vermute, dass kein Blogger mit Deinem Material weiter arbeitet. Es könnte sein, Du hast die Grenze erreicht, die der Szene des (durchaus ernthaften) Bloggervergnügens innewohnt."

Ja, das glaube ich auch. Und scheint mir tatsächlich keine Frage irgendwelcher Grenzen des Mediums zu sein, sondern eine Frage des kleinen und alles im allen immer noch eng umrissenenen Milieus, das sich Weblogs bedient.Zudem habe ich den Eindruck, dass es verschiedene Weblog-Familien zu geben scheint, in denen recht unterschiedliche Themen zur gleichen Zeit übergreifende Aufmerksamkeit erfahren. Einem Szenario hinsichtlich einer als Ganzes fassbaren Weblogger-Szene, in der Abertausende ( manche sagen, es gäbe 200.000 !) deutschsprachige Blogs umfassend miteinander agieren, misstraue ich. Sonst würde es allein schon aus stochastischen Gründen jemand geben, der da noch weiter recherchieren wollte.

"Aber es gibt sie, die Unternehmen mit den 10 oder 100 Milliarden Umsätzen. Unsere Realität stellt uns das Problem. Aber: „Ich weiß nicht, wie einem solchen Netzwerk beizukommen wäre.“"

Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, dass es Unternehmen gibt, die im dreistelligen Milliardenbereich Umsätze machen. Genauso wenig wie ich ein Problem mit staatlichen oder suprastaatlichen Pools an finanziellen Einnahmen und entsprechender Allokation haben, die sich ebenfalls in anderen Dimensionen bewegen - es sei denn unter dem Blickwinkel, was bürokratische Organisationen in unserer Lebenswelt und als individuelle Charakterprägung anrichten.
Unter dem Gesichtspunkt, wie eine Sphäre der kritischen Öffentlichkeit zweifelhaftes Wirtschaftsverhalten thematisiert und über die Aufmerksamkeitsschwelle hebt, war für mich die Frage der bloßen Unternehmensgröße weniger interessant - obwohl natürlich beachtliche finanzielle und technische Ressourcen wie angesprochen nicht zu unterschätzen sind - als die der umfassenden (und zugleich undurchsichtigen) wirtschaftlichen Vernetzung.

Âus zwei Gründen:
  • Solche Netzwerke haben keine klaren Angriffspunkte. Es gibt keine Firmenzentrale, die man stürmen kann. Das sind Firmen, die "ständig den Namen verändern", die entstehen und wieder in Konkurs gehen. Firmenbeteiligungen ändern sich, werden aufgelöst, neu verteilt. Die personelle Identität der Unternehmensgesellschaftler oder des Vertriebspersonals ist nichts, was sich leicht verfolgen lässt, um entsprechende Sanktionen der Öffentlichkeit vorzubereiten.

  • Die öffentliche Debatte über zweifelhaftes Wirtschaftsverhalten braucht in der Regel eine klare Identifikation, um zu interessieren. Möglichst eine namentliche: Wie heisst der Übeltäter? Wenn das nicht geht, muss ein theoretischer Begriff und damit eine theoretische Entität gebildet werden - so kam der jetzt schon altehrwürdige "Kapitalismus" oder die noch junge "Globalisierung" zu politischen Ehren. Jede Vereinfachung dient dem Überwinden der Aufmerksamkeitsschwelle.

    Ein Firmennetzwerk, wie das oben beschriebene, ist verwirrend. Ist das Prinzip von den involvierten Geschäftsleuten verstanden, braucht es auch keine "Bank" wie die PARFIP-Gruppe, um zu funktionieren - und das dürfte bei einigen Ablegern auch längst der Fall sein. Ohne Namen driftet die Berichterstattung immer mehr in die Zone eines generellen Lamentierens über hinterhältiges Vertriebsgebaren.

"Ist das der Punkt, an dem wir die Sphäre des zivilgesellschaftlichen, sozusagen frei flottierenden Bloggens verlassen und nach unserem Verhältnis zu den gesellschaftlichen Interessen- und Machtlinien zu fragen haben?"

Nein, das ist meiner Meinung nach nicht der Punkt. Die Grösse des Unternehmens ist dafür unerheblich. Der Punkt ist bereits dort, wo die kritisierten Vertriebspraktiken Erfolg haben, sei es dass sich eine hinreichend große Anzahl an Vertriebsrepräsentanten finden, die diesen Dingen nachgehen (ob kaltschnäuzig wissentlich oder verantwortungslos naiv), sei dass ein bestimmtes Wirtschaftsverständnis solches Verhalten nachträglich legitimiert.

Das ist dann sicher auch eine Frage von unmittelbaren Interessen unterschiedlicher wirtschaftlicher Akteure und Milieus. Man kann an dieser Stelle zudem nach kulturellen Mentalitäten fragen und danach, wie sie entstanden sind und wer ein Interesse an ihnen hat. Und man kann fragen, welche Mächte (in einem ganz prosaischen Sinne) da involviert sind. Mich interessiert am meisten, in welchem Verhältnis die Thematik zu persönlichen Einstellungen, Verhaltensdispositionen und der damit verwobenen Lebensform steht.

Julio Lambing
A.Enk (anonym) - Do, Apr 27, 2006

Wert und Wertschätzung, Sklaven und Leibeigene,

als Leser des gesammelten Werks kann man sich eigentlich nur ganz herzlich bedanken( und sofort kopieren speichern und ausdrucken!) das die Zusammenhänge, die Dimensionen und Fakten niedergeschrieben wurden und andere die nur E..... oder P....... oder die A........Firma im Auge hatten ein kleiner Einblick in die Tragweite gestattet wurde.
Die Sammlung müsste eigentlich jeden selbstständigen Betrieb, unter besondere Vertriebssysteme in Europa zum lesen ausgehändigt werden, was aber schätzungsweise verhindert werden wird.

Die damit verbundenen frustrierenden europaweiten Einzelschicksale, der meist kleineren Gewerbebetriebe von denen ich einige kennen lernen durfte, kann wirklich keiner ermessen und würden ein neues aufregendes Werk füllen.

Jeder dieser vermeidlich kleinen Gewerbetriebe, die gänzlich ohne Lobby da stehen ,die Tausende von Arbeitsplätze in unserem, bzw. in dem jeweiligen Land halten und nicht in günstigere Länder auslagern können, bisher brav Ihre Steuern gezahlt und für den Staat eingetrieben haben, die unzählige junge Menschen trotz schulischer Defizite ausgebildet haben ohne darüber nachzudenken was Ihnen dies Betriebswirtschaftlich wirklich kostet, sollte doch unsere ganze Wertschätzung am Herzen liegen.
Den Wert dieser Menschen, die liebevoll Ihr Ding durchziehen ohne jeden Handgriff
gleich in Betriebswirtschaftlichen Kosten /Nutzen zu multiplizieren, die daher ein vielfaches mehr arbeiten müssen und meist mit allem haften was sie Besitzen, damit andere oder wir alle in den Genuss von individuellen Brot , Wurst , Haaren , Medizin oder sonstigen Dienstleistungen kommen, wird man schätzen wenn es diese Vielfalt nicht mehr gibt, da das Individuelle und Vielfältige nicht einträglich genug ist.

Täglich werden diese und Ihre Angehörigen mit der Großkapitalmacht konfrontiert
wenn der Wert Ihrer Arbeit nicht reicht um einen Easy Credit ( Volkskredit) den zwar
ihre Perle beanspruchen könnte, aber nicht sie selbst, da diese ja keine langfristigen
Knebelverträge abgeschlossen haben, oder die Wirtschaftsfördertöpfe
die Hauptsächlich von diesen befüllt werden, sind für diese Personengruppen aus dem gleichen Grund ausgeschlossen, obwohl es Ihnen bestimmt nicht an Ideen und beeindruckenden Fähigkeiten mangelt.
Diese verfügen meist nicht über die Mittel Ihre Ansprüche durchzusetzen, wenn der Vertragspartner, entgegen des vorhergehenden Gewinnversprechens mit
mit anschließender Individualabrede, da ja die Verträge ansonsten leitungsmäßig nicht viel hergeben, nicht wie vereinbart leisten will oder zu erwarten ist das, dass Werk niemals die zu erwartende Wertschöpfung bringen wird.
Ja er/ sie haftet dann auch noch für die Umsatzsteuerschuld ( Vorsteuer)und im schlimmsten Fall kann Ihnen der gesamte Vertrag als Privatvergnügen angerechnet werden, da ja der Betriebliche Nutzen in Frage gestellt werden kann.
Die Liste läst sich wohl noch unendlich fortsetzen, aber wie würde wohl in diesem Fällen ein großer Großkapital Konzern handeln?

Wollen wir wirklich, das die sich zu Leibeigenen und Sklaven und unseres Staates und unserer Gesellschaft, derer rigoroser Methoden bedienen, die sich die wenigsten
wirklich vorstellen können?
Dies würde bedeuten, das die plötzlich Staatskassen leer ( noch leerer!) wären, eine Ausbildung zu den Luxusdingen gehören wurde und die Individualität und das Menschliche das unser Leben eigentlich bereichert in unserem Europa, verloren gehen würde.

Daher, sollten diese betroffenen Betriebe Gehör finden und umgehend Handlungen folgen um künftig solche Ungleichheiten vor dem Gesetz zu verhindern, die sich zudem sich meist selbst als Oper bezeichnen noch für die Ungereimtheiten, der anderen die ohne Hemmschwelle und Skrupel handeln grade stehen müssen.

Denkt einmal darüber nach!
Eine der Leibeigenen,
A.Enk
Josef Proppe (anonym) - Do, Nov 02, 2006

PARFIP gefährdet meine Existenz

Auch ich bin (leider) auf das Verkaufsgespräch reingefallen, wobei in meinem Fall auch noch das MAX-PLANCK-Institut als Partner benannt wurde.
Wie dem auch sei. Jetzt fängt PARFIP an, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, nachdem ich nun geraume Zeit nicht bezahlt habe (nicht konnte). Genau gesagt, sie drohen mir an, über mich einen Konkursantrag zu stellen!!

ICH BRAUCHE schnellstens Hilfe!! Vielleicht wissen Sie von Betroffenen, die sich gerichtlich zur Wehr gesetzt haben, Aktenzeichen, oder sonstwie Hilfreiches?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar!!!

mfG.

Dipl.-Ing. Josef Proppe
Kurt (anonym) - Mi, Mrz 12, 2008

Was mich an dem ganzen ärgert...

Was mich an dem ganzen ärgert ist, das Mithilfe des Internets / Webseitenerstellung ahnungslose Unternehmer abgezockt werden und das ganze dann für die gesamte Branche schädlich ist.
Nun es ist schon klar das es in jeder Branche schwarze Schafe gibt, aber warum kann man so was nicht von Gesetzwegen stoppen.
Die müßten doch strafrechtlich wegen arglistiger Täuschung ranzukriegen sein oder?
Julio Lambing - Fr, Mrz 14, 2008

Nein, sie sind nicht strafrechtlich wegen arglistiger Täuschung ranzukriegen, denn kein Gericht hat bisher festgestellt, daß solches vorliegt.

Hier wird ein Urteil gegen Euroweb erwähnt, was aber noch nicht rechtskräftig ist.

ag heilbronn
urt. v. 22.11.2007
az. 6 c 1854/07
- nicht rechtskräftig -


Zitat auf Spreeblick
in dem entschiedenen fall (wohl aber noch nicht rechtskräftig) wurde die klage von euroweb abgewiesen. hintergrund war hier, dass der vertreter nach überzeugung des gerichts bei den vertragsverhandlungen ein widerrufsrecht einräumte, was er später jedoch leugnete.
Kommentar von ein_narr, 18.12.2007 um 13:15,

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annakuehne.twoday.net - Fr Apr 21, 23:53

Ein Krake namens PARFIP

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Von Euroweb zu PARFIP

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Hier wurde ein Kommentar eines anonymen Users namens...
Julio Lambing - Fr, Nov 07, 2008
Partnervermittlungen...
Da im Zusammenhang mit Euroweb immer wieder diese Partnervermittlung...
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Hallo Torsten, melden sie sich doch mal bei. Email...
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