Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Wenn die Butterbrote den Souverän satt gemacht haben

(Vorweg: Dieser Text enthält ein paar einleitende Bemerkungen, die sich mit einer Diskussion über Gefahren und Grenzen von Weblogs beschäftigen. Wer gleich mehr über die europäische Dimension des Falls Euroweb erfahren will, sollte dies überspringen und gleich nach unten bis zur dritten Überschrift scrollen.)

Man ahnt es sicher: Ich finde die Euroweb Internet GmbH eigentlich nicht mehr besonders spannend. Das liegt nicht nur daran, dass jetzt so einiges über sie geschrieben wurde und diverse andere Unternehmen aufgetaucht sind, die in Verbindung mit ihr stehen. Es hängt auch mit einem Bild zusammen, das in den letzten Wochen von einigen benutzt wurde, die eine Diskussion über das Verhalten von Webloggern und ihrem attestierten Hang fremde Meinungen nur unkritisch nachzuplappern, angestoßen haben. Ihre Frage zielte auf das Machtmittel der Denunziation durch Google-Ranking und die Möglichkeit, dass eine Masse an Autoren ungerechtfertigte, negative Berichterstattung streuen kann.

Ich halte den Hinweis auf Denunziationsmöglichkeiten per Google-Nennung für berechtigt und mir fallen auch gleich ein paar irregeleitete Gestalten in der Vergangenheit ein, die sich solcher Instrumente zu bedienen bemühten – selbstverständlich in selbstgerechter Pose und Begründung, warum ihr Vorgehen in diesem oder jenen Fall berechtigte Rache, „Aufklärung“ etc. sei. Und auch die Skepsis darüber, ob eine Gruppe wirklich immer maßvoll reagiert, ist verständlich. Heinrich Heine entgegnete Lobpreisungen über die Weisheit des Volkes wütend:

„Das Volk, dessen Güte so sehr gepriesen wird, ist gar nicht gut; es ist manchmal so böse wie einige andere Potentaten. (...) Seine Majestät das Volk ist ebenfalls nicht sehr intelligent; es ist vielleicht dümmer als die andern, es ist fast so bestialisch dumm wie seine Günstlinge. Liebe und Vertrauen schenkt es nur denjenigen, die den Jargon seiner Leidenschaft reden oder heulen, während es jeden braven Mann haßt, der die Sprache der Vernunft mit ihm spricht, um es zu erleuchten und zu veredeln. (...) Laßt dem Volk die Wahl zwischen dem Gerechtesten der Gerechten und dem scheußlichsten Straßenräuber, seid sicher, es ruft: »Wir wollen den Barnabas! Es lebe der Barnabas!« “

Butterbrote sind reichlich da

Doch Heinrich Heine war kein Mann, der allzeit beliebte Ressentiments gegen die Demokratie schüren wollte. Und so waren seine Tipps, wie das Volk zu einem Souverän werden kann, der nicht schlechter ist als andere, ganz handfest:

„Aber seine Bosheit kommt vom Hunger; wir müssen sorgen, daß das souveräne Volk immer zu essen habe; sobald allerhöchst dasselbe gehörig gefüttert und gesättigt sein mag, wird es euch auch huldvoll und gnädig anlächeln, ganz wie die andern. (...) Der Grund dieser Verkehrtheit ist die Unwissenheit; dieses Nationalübel müssen wir zu tilgen suchen durch öffentliche Schulen für das Volk, wo ihm der Unterricht auch mit den dazugehörigen Butterbröten und sonstigen Nahrungsmitteln unentgeltlich erteilt werde. - Und wenn jeder im Volke in den Stand gesetzt ist, sich alle beliebigen Kenntnisse zu erwerben, werdet ihr bald auch ein intelligentes Volk sehen.“


Mir scheint, dass deutsche Blogger in der Regel zu jenen Privilegierten der Welt gehören, die ihre Butterbrote bekommen. Und ihren fortlaufenden Unterricht besorgen sie sich durch die vielfältigen Diskursmöglichkeiten ihres Mediums. Es bleibt einem also als Blogger gar nichts anderes übrig, als den demokratischen Selbstregulierungsmechanismen zu vertrauen. Und darauf zu setzen, dass kritischer Geist und die Mainstream-Einstellungen menschlichen Anstands allzu exzentrische Ansichten darüber, aus welchen hehren Gründen eine Denunziation über Google gerechtfertigt sein soll, in den Griff bekommen.

Der kleine Euroweb-David gegen die Blogger-Meute

Kommen wir auf das eingangs erwähnte Bild zurück. Um die Gefahr zu illustrieren, die vom „Rudelverhalten der Weblogs“ ausgehen würde, bemühten einige der Warner in dieser Diskussion ausgiebig das Bild einer kleinen mittelständischen Firma, die sich ohnmächtig einer schieren Übermacht von Hunderten von Bloggern gegenüber sieht, nachdem das Unternehmen zugegebenermaßen etwas ignorant und ungeschickt die Regeln der Internet-Öffentlichkeit nicht kapierte oder nicht kapieren wollte. Es wurde das Bild einer Meute angedeutet, die nun aus Sensationsgeilheit Arbeitsplätze im Internet-Bereich zerstört und einen etwas ungeschickten Unternehmer in den Ruin treibt.

Ich glaube, die Frage von naiver Ignoranz oder verzeihlicher Ungeschicklichkeit der Firma Euroweb stellt sich nach all dem, was mittlerweile über das Unternehmen ans Licht kam, nicht mehr. Eine andere Frage ist für mich deshalb viel interessanter:

Was ist, wenn der Gegner gar nicht so klein ist, den sich da die Blogger in der Auseinandersetzung um Meinungsfreiheit bezüglich überteuerter Websiten und einer hinterhältigen Verkaufsmasche ausgesucht haben? Man muss jetzt nicht gleich übertreiben und von mächtigen weltweiten Konzernen faseln. Aber was ist, wenn es nicht um eine kleine Firma mit knapp 5 Millionen EUR Umsatz geht, sondern um jemand, der zwar unbekannt ist, aber mehr als das 20fache an Umsatz macht? Der ordentlich vernetzt ist und gut eingeführt und der ohne weiteres auch ein ganzes Häuflein an Anwälten für sich arbeiten lassen kann. Jemand, für den es vielleicht von sehr geringer Wichtigkeit ist, ob zwei Schachfiguren in Gestalt eines jungen, deutschen, aufstrebenden Geschäftsführers und eines mit dessen Firma beruflich eng verbundenen Rechtsanwalts von ihm fallengelassen werden. Jemand, der vor allen Dingen einen entscheidenden Vorteil auf seiner Seite hat: Das auch bei Bloggern weitverbreitete Achselzucken des „Selber Schuld!“, wenn Kleingewerbetreibende so „dumm“ sind, im Geschäftsalltag von Anstand und Fairness auszugehen.

Wären die Blogger – vorausgesetzt, das Interesse wäre gegeben - wirklich in der Lage, sich mit einem solchen Gegner anzulegen? Verfügen sie über soviel Ressourcen, soviel Selbstbewusstsein, soviel Aufmerksamkeit von außen, dass sie eine solche Auseinandersetzung ausstehen könnten?

Europaweite Beschwerden

Wenn man jetzt vermutet, dass ich hier nochmal (wie vor ein paar Wochen) metaphorisch über die Macht gesellschaftlicher Mentalitäten reden will, über Moral und Cleverness, über Marktwirtschaft und all diese anderen hehren Dinge, so liegt man falsch. Das spielt zwar auch eine Rolle, weil es immer lohnt, über die Milieus zu reden, in denen etwas praktiziert wird. Aber ich meine das tatsächlich deutlich profaner: Man muss nur Firmennamen in Verbindung bringen können.

Startet man von dem Fall Euroweb aus, so landet man über merkwürdige Passagen in Kundenverträgen, über Besitzverhältnisse, über personelle Verqickungen, über Geschäftsbeziehungen und sogar über Stellenanzeigen bei den Firmen PROXIMEDIA Deutschland GmbH, PROXimedia Service GmbH, PARFIP Deutschland GmbH und auch bei der deutschen Adhersis AG. Doch wie der Zusatz „Deutschland“ nahelegt, sind diese Firmen die Töchter gar nicht so kleiner ausländischer Firmen. In dieser Richtung muss man weiter recherchieren.

Dazu reicht es eigentlich, wenn man im nicht-deutschsprachigen Internet nach Berichten über die Firma PARFIP sucht. Sollten man über rudimentäre Fremdsprachenkenntnisse verfügen (Französisch oder Niederländisch z.B.), dann wird man quer durch ganz Europa auf eine Menge Berichte stoßen, in denen es um wütende und verzweifelte Kleingewerbetreibende geht, die in Rechtsstreitigkeiten mit derselben Firma liegen. Es geht um überrumpelnde Vertriebspraktiken. Es geht um Sonderangebote für angeblich ausgewählte Geschäfte der Stadt, bei denen man sich innerhalb weniger Minuten entscheiden muss. Es geht um nicht funktionierende Ware, um Vier-Jahres-Verträge, um "angeblich kostenlose Alarmanlagen" und um Außendienstmitarbeiter, die aus moralischen Gründen die Vertriebsfirmen verlassen haben.

Ein paar Beispiele?

Wie wäre es mit diesem Bericht, den die Berufsorganisation der belgischen Selbstständigen verfasst hat und der von windigen Vertriebspraktiken spricht, mit der die Firma C.E.T. Benelux Überwachungsanlagen verkauft? Die Rechtsabteilung des Verbandes hat wie auch schon in anderen Fällen vergeblich versucht, die geldeintreibende Firma PARFIP Benelux zum Einlenken in diesem Fall zu bewegen, bei dem der Vertrag gutgläubig auf Drängen des Verkäufers unterschrieben wurde. Oder wie wäre es mit diesem niederländischen Zeitgenossen, der anscheinend fragt, wie man sich gegen proximedia und PARFIP zu Wehr setzen kann, nachdem man ihm sein Arbeitslosengeld gepfändet hat (wenn ich die Sache richtig verstanden habe)? Beachtenswert in diesem Zusammenhang ist auch dieser Artikel des niederländischen Magazins SPLIT, der mit den Worten beginnt: "Dutzende Kleinunternehmer fühlen sich betrogen." Belgier und Niederländer verschaffen sich auch hier ("U bent nu gewaarschuwd voor deze club!!!!") oder hier ("WAT BEN IK ZOOOOO NAÏEF GEWEEST!!!!!") ihrem Zorn Ausdruck.

"dass wir mehr als 800 im gleichen Fall sind..."

Besonders aufschlussreich sind diese beiden Forendiskussionen (hier und hier) aus Frankreich. Da gibt es die Geschäftsbesitzerin Sophie, die Autoschule von Castillat, die kleine Ferienhüttenanlage Puynadal oder den Cafebetreiber Emmanuel Mathus und viele weitere, die alle mit einer Firma, mit PARFIP France zu kämpfen haben. Die Sprache dieser Menschen ist einfach. Das sind keine wortgewandten Kommunikationsprofis, es sind einfach nur kleine Gewerbetreibende, die verzweifelt und zornig um ihr Recht und um ihre Existenz kämpfen. Ein paar Beispielsätze, von einer Freundin auf die Schnelle übersetzt:
  • "Habe den Vertrag vor 5 Monaten abgeschlossen für die Dauer von 5 Jahren (..) Der Gerichtsvollzieher bringt einen Zahlungsbefehl: 4000 EUR auf einen Schlag!"

  • "Ich bin zur Zeit im Prozess gegen die Firma und wie ihr wurde ich betrogen."

  • "Ich wünsche euch viel Erfolg, ich weiß aber dass die Verträge aus Beton sind."

  • "Ich hatte die Laufzeit nicht gesehen als ich den Vertrag unterschrieb."

  • "Es muss doch eine Lösung geben, sie zu schnappen. Kannte einer von euch die Firma PARFIP zum Zeitpunkt der Unterschrift?"

  • "Das sind alles Firmen in denen der Wurm drin ist und die ständig den Namen verändern. Man darf diesen Dieben nicht den Vorteil lassen, die mit den (Vertrags-)Texten und unserer Gutgläubigkeit spielen."

  • "Die Kaffeemaschine hat nie funktioniert und der Lieferant Fontex ist in Konkurs gegangen. Der erste Prozess ist verloren."

  • "Die Vereinbarungen wurden nicht eingehalten und ich muss fast 4000 EUR für unbrauchbares Material zahlen. Ich weiß nicht, ob ich in Berufung gehen soll, damit dieser Alptraum ein Ende. (..) Mein Anwalt hat mir gesagt, dass wir mehr als 800 im gleichen Fall sind und die Justiz wolle es allen Recht machen, indem sie PARFIP die Oberhand ließ. Dafür hat sie PARFIP und die anderen Firmen, mit denen PARFIP sich zusammentut, getrennt betrachtet."
So geht das endlos weiter. Es ist schwer zu überprüfen, ob alle geäusserten Vorwürfe stimmen und wie es sich in den jeweiligen Fällen wirklich verhielt. Aber wie schon in den Fällen Proximedia, Adhersis oder Euroweb - das alles kommt einem sehr bekannt vor:
Kleingewerbetreibende, Prozesse, Klagen über schlampig erbrachte Leistungen. Lange Vertragslaufzeiten mit hohen Kosten. Drängende Verkäufer. Referenzanlagen. Hervorragend gestaltete Verträge, aus denen die Betreffenden nicht mehr rauskommen. Und auch hier steht die Firma PARFIP zwar an der Front des Geldeintreibens und der juristsichen Auseinandersetzung, aber - ähnlich wie in den deutschen Fällen PROXIMEDIA, Adhersis AG oder Euroweb Internet GmbH - nicht an der vertrieblichen Front.

Der Stil der Firmen rund um PARFIP hat übrigens auch in anderer Hinsicht interessante Parallelen: Man vergleiche z.B. den Google Cache (Ausschnitt hier), in dem zahlreiche Beiträge über die Auseinandersetzungen mit der französische Internet-Firma CORTIX zu finden sind (sie ähneln den Beschwerden über Euroweb und Proximedia), mit dem aktuellen Zustand des französischen Forums: Alle gelöscht!

Und doch gibt es einen Unterschied zu den Berichten aus Deutschland. Es geht nicht nur um Internet oder EDV. Denn lange Verträge, die kann man auch mit Kaffeemaschienen, mit Backuplösungen, mit Überwachungstechnik, mit Alarmanlagen, Restauranttelephonen; Registrierkassen usw. machen. Eben mit allem möglichen,was man einem Gewerbetreibenden aufschwatzen kann.

Aber eines sticht wie gesagt heraus: Im Zentrum der Auseinandersetzungen steht das Unternehmen PARFIP.

Der versteckte Riese hinter Euroweb

Treten wir nocheinmal einen Schritt zurück. Wie sehen denn die Firmen aus, die sich hinter diesen Aktivitäten in Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande verbergen? Die Proximedia Deutschland GmbH gehörte bis zur ihrer Insolvenz vor drei Jahren dem belgischen Unternehmen proximedia s.a. Die Proximedia-Unternehmensgruppe ist gar nicht so klein: Da gibt es Proximedia Belgium s.a., Proximedia Netherlands s.a., Proximedia France s.a., Online Internet s.a. und Horus s.p.r.l. Der Umsatz war 2005 mit etwa 14,5 Mill. EUR eher gering. Das Geschäft der Proximedia Gruppe? Dienstleistungen rund um das Internet. Die Verbindungen zu den deutschen Fällen? Ein ehemaliger Angestellter teilte mir am Telefon, dass die Erstellung der Websiten zwischen der Dependance Brüssel und der Dependance Düssseldorf wechseln konnte. Dazu passt, dass sich auf der Website der mutigen Schreinerei Enk interessante Hinweise finden, wie die Website von Belgien aus trotz Prozess und offenkundigen Protest der rechtmässigen Besitzerin als Referenzseite genannt wird. Hinzu kommt die Ähnlichkeit der deutschen Beschwerden mit denen, von denen das niederländische Magazin Split berichtet.

Graphik Firmenvernetzung PARFIP und Proximedia

Dennoch sind das eher kleinere Dimensionen. Interessanter ist deshalb die Spur über die PARFIP Deutschland GmbH - jene Firma, die nicht nur mit den beiden deutschen Proximedia-Unternehmen in Verbindung steht, sondern auch in neueren Verträgen der Euroweb Internet GmbH explizit genannt wird. Sie gehört zu der in Frankreich ansässigen PARFIP – Gruppe, ein Unternehmen, das mit 6-9 europäischen Töchtern nach eigener Auskunft 100.000 Langzeit-Verträge (!) mit einem Wert von 120 Millionen EUR betreut. Es bestehen neben der offiziell französischen Zentrale noch Tochtergesellschaften für Deutschland, Belgien, Schweiz, Portugal, die Niederlande. Die Flaggen für Großbritannien, Spanien, Italien sind noch nicht mit einer Anschrift unterlegt.

Das Geschäft der PARFIP–Gruppe? Die Betreuung von Langfristverträgen bei gewerblichen Kunden, die Abwicklung und Betreuung von Miet- und Leasinggeschäften, die Gewerbetreibende tätigen und auch Buchhaltungstätigkeiten. Die Betroffenen in den Internet-Foren drücken es einfacher aus: Eine Firma, die ansehnliche Gewinne damit macht, dass sie Verträge aufkauft, die andere abgeschlossen haben und dann das entsprechende Geld eintreibt. Und diese Verträge können Langzeitverträge mit Kaffeemaschienen, Backuplösungen, Überwachungstechnik, Alarmanlagen, Telefonsystemlösungen, Websites und vieles mehr sein - je nach Land und Situation. Je nachdem, wer da wohl - mit welcher Methode auch immer - seine Vertäge verkauft. PARFIP sitzt wie eine Krake in einem ganzen Netz von Unternehmen, die mit ihm in Verbindung gebracht werden. Das sind dann u.a. die Firmen Fontex (Kaffeemaschienen), C.E.T. Benelux (Alarm-/Überwachungstechnik), Payphone (Telekommunikation), RISC-Group (Datensicherheit), CORTIX (Website-Erstellung), ARTYS (Registrierkassen), Euroweb Internet GmbH (Website-Erstellung) und einige andere mehr.

Liste von PARFIP-Töchter und Partnerunternehmen Das genaue Verhältnis zwischen den beiden Firmengruppen, die uns hier besonders interessieren, ist nicht ganz klar, aber man erkennt schnell, dass die Proximedia Gruppe eng mit der PARFIP-Gruppe zusammen arbeitet, nicht nur in Deutschland. Proximedia Belgium nennt z.B. in einem Firmenbericht von 2005 als einen „seiner wichtigsten Partner“ die Firma PARFIP Benelux. Auch Proximedia Niederlande verlinkte auf mehrere Parfip-Firmen.

Nicht David, nicht Goliath - schlicht der Souverän

Ich weiß nicht, wie einem solchen Netzwerk beizukommen wäre. Ich bezweifle, dass die Blogger, die sicherlich Aufmerksamkeit im Fall Euroweb generieren konnten, jemanden wie PARFIP in den Fokus rücken könnten. Den Zusammenstoß der Blogger mit dem deutschen Vorposten von PARFIP gab es ohnehin nur, weil einer der ihren von der Euroweb Internet GmbH angegangen worden war.

Mir geht es aber nicht darum, alte Stereotypen zu bemühen und nun von neuem das Bild von einem finanzstarken Goliath mit bösen Klauen zu zeichnen, gegen den arme kleine Blogger nichts unternehmen können. Mir gefällt eher das Bild der Agora, auf der die öffentlichen Belange besprochen werden. Denn obwohl ich kein intimer Kenner der "Blogosphäre" und ihrer Mechanismen bin, gehe ich immer noch davon aus, dass mit ihr eine wertvolle Dimension interaktiver bürgerlicher Öffentlichkeit hinzugekommen ist, die den kritischen Geist der Zivilgesellschaft, ihren Mut und ihrer Sensibilität zusätzlichen Ausdruck gibt. Dieses Medium hat Vorteile, und es hat Nachteile gegenüber den anderen etablierteren Formen bürgerlicher Öffentlichkeit. Ich glaube nicht, dass es andere, wie z.B. die Presse, ersetzen wird. Letztendlich werden diese Medien gemeinsam jener Stimme Gehör verschaffen, von der Heinrich Heine oben spricht. Denn das Volk, das hat gegessen, es hat Schulen, es hat sich die „beliebigen Kenntnisse“ angeeignet. Eines Tages wird man in ganz Europa über miese Vertriebssmethoden reden, über Firmennetzwerke, mit welchen die Gutgläubigkeit von kleinen Gewerbetreibenden ausgenutzt wird, Über die Untugend der Cleverness und über die Ignoranz derjenigen, die sagen: „Schön blöd, selber schuld.“

Ein paar Menschen (800? Oder viel mehr?) in Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland (Vielleicht auch in Spanien oder Portugal - wer weiß das schon, ohne nachzuprüfen? Auch aus Ungarn wurden Firmenaktivitäten gemeldet), also ein paar Menschen in Europa, die nichts mit den Namen "Euroweb", aber viel, sehr viel mit dem Namen „PARFIP“ anfangen können, werden dann hoffen, dass ihr Zorn Gehör findet und eine Firma dahin kommt, wo sie hin gehört – auf den Abfallhaufen der Wirtschaftsgeschichte.
Andere Beiträge zu dem Thema:


Euroweb und Viscomp - Von alten und neuen Spielwiesen

Eine Auferstehung von den Toten - nun mit Suchmaschinen-Optimierung und Google-Optimierung

"Weil Sie einzigartig sind..." - Sicherheitstechnologie in den Händen eines obskuren Geschäftsmilieus?
Neue Erkenntnisse um die Firmen Easydentic, Adhersis, Compagnie Européenne de Télésécurité (CET), Eurotec, Euroweb Marketing und Euroweb Asset Managing

Wenn die Butterbrote den Souverän satt gemacht haben
Heinrich Heine, die Blogger und der Riese hinter Euroweb
(Recherchen über die europäischen Aktivitäten der Firmen PARFIP und PROXIMEDIA)

"Insbesondere bevorzugen wir Bewerber von Euroweb"
In welcher Beziehung stehen die Beschwerden über die Adhersis AG zu denen über die Euroweb Internet GmbH?

PROXIMEDIA - wiederholt sich Geschichte? Nun, manchmal vielleicht schon
Recherchen über die Firmen PROXIMEDIA Deutschland, PROXimedia Service und Euroweb Internet GmbH

"Ich sah keinen Grund für Mißtrauen und unterschrieb."
Ein Erfahrungsbericht eines Betroffenen

Euroweb - eine Spurensuche
Die Ankündigung einer Textreihe und mir wichtige Vorbemerkungen

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