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gleich zu Anfang diesen Satz, dessen Evidenz auf der Hand zu liegen scheint:
"Die prinzipielle menschliche Unberechenbarkeit macht es uns unmöglich aus kausal rekonstruierbaren Entwicklungen der Vergangenheit verlässlich auf ähnliche Entwicklungen in der Zukunft zu schließen."
Doch Widerspruchsgeist regt sich.
sind nicht andererseits große Felder menschlicher Berechenbarkeit zu vermuten?
Welche Mathematik müßte was leisten?
Mit welchem Grad von Verläßlichkeit will ich schließen?
Und schließlich: Ist der Blick auf "kausal rekonstruierbare Entwicklungs"ketten nicht allzu eingeengt? Gibt es so etwas wie einen dialektischen Determinismus? (Mein alter Lehrer Herbert Hörz fällt mir ein.)
Ja, wenn ich das richtig mitbekommen habe...
"sind nicht andererseits große Felder menschlicher Berechenbarkeit zu vermuten?"
Ach das "Vermuten der menschlichen Berechenbarkeit". Das scheint mir so wie mit manch anderen Versprechungen, deren Eintreffen uns die unterschiedlichen wissenschaftlichen Schulen aus ihren jeweiligen ideologischen Neigungen heraus gerne anpreisen: Bald bald werden wir komplexe menschliche Interaktion aus den Genen vorhersagen können, bald bald wird die Kernfusion unsere Energieversorgung revolutionieren, bald bald wird der HistoMat uns sagen können, wie "gesellschaftliche Entwicklung" verläuft.
Ich wüsste keine verlässliche Prognostik, die als Lehre aus der Geschichte irgendetwas Gehaltvolles von historisch-politischer Relevanz mitteilen könnte, wenn es um die weitreichende Veränderung kulturureller oder sozialer Strukturen geht. Was bleibt dann übrig, wenn nicht das Geschwisterpaar von Entwicklung und Chance?
Was "dialektischer Determinismus" des Herbert Hörz meinen könnte, wenn er denn mehr ist als eine naturwissenschaftliche Spielart des DiaMat, und wie er zu dieser Frage etwas plausibles sagen könnte - da müssten Sie mich aufklären.
Ansonsten haben wir es ja auf diesem Blog mit Götter; und da der hier verwendete Plural schon das poly ankündigt, ist auch für Machiavellis Fortuna Platz. Bekanntlich rennen sich an ihrer geharnischten Brust bis heute die futurologischen Condottieri (ob nun marxistischer oder sonstiger Provinienz) den Schädel ein. Und um eine Prognose zu wagen: Das wird auch in Zukunft zu bleiben. Etwas, was die Dame sympathisch macht.