Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

"...liest es ja vielleicht doch jemand"

Lilas-Lebensort

Das ist eine Karte, die den Lebensort einer Familie anzeigt, der nicht weit von den bisherigen Einschlägen der Hisbollah-Raketen liegt. Und deren Sichtweise zur Beurteilung des Konflikts gehört werden will (z.B. hier). Und gehört werden sollte - vor allem von jenen, die sich nur auf Presseberichte verlassen.
kranich05 - Fr, Jul 14, 2006

Meine Sorgen kann diese israelische Bloggerin nicht zerstreuen.
Unterliegt sie nicht einer allzu selbstüberzeugten Sicht?
http://opablog.twoday.net/stories/2350470/
Julio Lambing - Sa, Jul 15, 2006

Hallo. Ich glaube nicht, dass Lila Sorgen zerstreuen will. Sie würde meine auch nicht zerstreuen. Und ob sie einer "allzu selbstüberzeugten Sicht" unterliegt oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Mir scheint der Selbstzweifel immer wieder deutlich zu werden. Aber dass ihre persönliche Sichtweise, ihre Einschätzungen und ihr Zorn über eine ihrer Beobachtung nach unreflektierte und einseitige Schilderung der Situation ernstgenommen und überdacht gehört, davon bin ich überzeugt. Und es kommt ihrem Wort jene existenzielle Dringlichkeit einer besorgten Mutter zu, die Angst um ihre Familie und ihre Freunde hat, und jene Autorität einer intelligenten engagierten Bürgerin, die sich in Kriegszeiten um die Zukunft aller sorgt, die eben auch den Worten all der vielen Mütter zukommmen, die auf der anderen Seite der Grenze/Mauer der israelischen Bombardierung ausgesetzt sind.
Sara (anonym) - Mo, Jul 17, 2006

Das macht nachdenklich,

wenn die Orte, die man selber noch vor kurzem besucht hat, an denen man fast länger gelebt hätte, plötzlich verschwinden und der libanesische Sandkastenfreund verstummt...
kranich05 - Mo, Jul 17, 2006

Lieber Julio Lambing,

ich glaube die "existentielle Dringlichkeit" der Mutterworte ist um kein Jota größer als die der Vaterworte.
Und ich finde es wenig hilfreich, die Mutterworte einer beredten Israelitin zu verlinken, die Mutterworte der Libanesin oder Palästinenserin im gleichen Atemzug für gleichgewichtig zu erklären und NICHT zu verlinken.
Würden die Mütter beider Seiten direkt aufeinander treffen, würden sie sich vielleicht gegenseitig die Augen auskratzen und alle Haare ausreißen. (Aber nein, das ist eine Machovorstellung. Sie würden einfach ihre jeweiligen Guns nehmen und sich gegenseitig abknallen.)
ODER
Sie würden sagen: Die Waffen nieder! Ein Ende mit allem amerikanisch-iraelisch-palästinensich-iranischem Kriegsscheiß!

Ich weiß nicht (doch, ich ahne sehr wohl), welche Variante wahr würde und welche (noch) ein schöner Traum bleibt.

Es sind nicht die noch so wahrhaftigen Mutterempfindungen und -äußerungen die den Schlüssel für ein Ende des Elends bergen.
Das ist Romantik.
Und wer die einnehmender redende Mutter zur Hand hat, gewinnt den Krieg?
Grusel.
Julio Lambing - Di, Jul 18, 2006

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Aber bitte verzeihen Sie, wenn ich bekenne, dass ich diese Diskussion für müssig halte. Sie sind jederzeit herzlich eingeladen hier einen Link zu posten, der meinen Link um wertvolle, von mir aus ganz konträre Informationen ergänzt. Er wäre besonders willkommen, wenn es ein Webblogger aus dem Libanon oder dem Gaza wäre. Ob Vater, Mutter oder sonst wer.

Was soll ich zu der sonstigen, sicherlich gut gemeinten Polemik sagen? Ich verstehe die dahinter stehende Empörung und wollte letzterer auch gar nicht widersprechen. Aber Sie werden doch nicht allen ernstes davon ausgehen, dass ich jetzt Punkt für Punkt auf eine solche Reaktion eingehe? Und dass solche Worte meine Haltung zu dem verändern, was mich anrührt?

Eine Wirkung hat das Ganze hier allerdings. Es zieht eine Sorte von Aufwand an, den ich tatsächlich wenig produktiv finde. Und der nicht das Kernanliegen dieses Zettelkastens ist. Mal sehen, was ich damit mache.

Update 18.06.07: Lila hat auf das Weblog dieser libanesischen Blogger aufmerksam gemacht: http://lebanesebloggers.blogspot.com/
engel - Di, Jul 18, 2006

Israeli and Lebanese Blogger links

Hallo Julio, ich nehme Deine letzte Antwort als Aufforderung. - Seit Tagen versuche ich die Informationen zum Konfliktherd zu "monitoren". Dabei bin ich über viele Israelische und Libanesische Bloggs gestolpert.

http://www.ver-tarn.de/article/394/live-blogging-the-war (Linksammlung)
http://israelibunker.blogspot.com/
http://lebanonunderattack.wordpress.com/ (Achtung, deutliche Bilder!)
http://allisonkaplansommer.blogmosis.com/history/032510.html#032510

Sehr spannend fand' ich http://lebanesebloggers.blogspot.com/ - dort hatte sich gestern eine Diskussion zw. Israelis, Libanesen u.a. entwickelt, woraus jetzt ein Isrelisch-Libanesisches Forum entstanden ist http://www.ver-tarn.de/article/396/holm-halom-traum - Es gibt noch Leute die gewillt sind, sich ohne Haß auszutauschen! Das fand' ich sehr spannend und wichtig - Wie eben dieses Blogdings auch bei solchen Konflikten Brücken bauen kann.
Julio Lambing - Di, Jul 18, 2006

Vielen Dank für die Links.

Mein Update überkreuzte sich mit deinem Kommentar. Ansonsten sehr interessant. Ich werde die Links in Ruhe durchlesen. Letzte Woche hatte ich noch bei Out there in Beirut öfters vorbeigeschaut, aber die waren da gerade nach Syrien geflüchtet. Dort sind aber jetzt Links zu anderen Bloggern aufgetaucht, wenn ich das richtig gesehen habe.
Julio Lambing - Mi, Jul 19, 2006

Weitere Hinweise...

...gibt es hier bei Jens.

Trackback URL:
http://axonas.twoday.net/stories/2349152/modTrackback

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