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Gelöschter Kommentar
ADM (anonym) - Mo, Sep 18, 2006
Easydentic
Der Bericht könnte von mir stammen. Als ehemaliger Mitarbeiter der Firma Easydentic habe ich die "******** Strukturen" gegenüber Kunden und leider auch gegen Mitarbeiter gesehen bzw.
war dafon persönlich betroffen.
Ich glaube daran, in einer zeit wo es leider fast 5 Millionen Arbeitslose gibt, werden die Firmen immer skrupelloser.
Vorstellungsgespräch
Für das Unternehmen arbeiten oder nicht?
leider kann ich Ihnen keine zufriedenstellende Antwort geben.
Ich kritisiere eine bestimmte Gruppe an Unternehmen aufgrund von Kriterien von Anstand und Rechtschaffenheit und aufgrund ihrer Firmengeschichte. Ob diese Kritik überzeugend ist, müssen Sie entscheiden. Allerdings sollten Sie sich nicht mit diesem einem Artikel über das Unternehmen zufrieden geben. Überprüfen Sie ihn. Stimmt das überhaupt, was er sagt?
Ich versuche ja darzulegen, daß es hier nicht um ein isoliertes Unternehmen geht, sondern daß hier mehrere Unternehmen in einer lockeren Gruppe zusammenhängen. Wenn Sie diese Behauptung plausibel finden, dann recherchieren Sie auch über die Firmen Proximedia, Adhersis, Euroweb, CET Benelux, PARFIP. Und bleiben Sie auch da kritisch.
Hören Sie sich Meinungen und Urteile von allen Seiten an. Dabei sollte selbstverständlich auch eine Rolle spielen, wie das Unternehmen selbst sich Ihnen gegenüber präsentiert. Daß es sich mehr oder weniger ausschließlich von der Schokoladenseite zeigt ist ja ersteinmal okay, das machen fast alle Unternehmen so. Sie können das Unternehmen ruhig auf die Kritik anzusprechen und sich dessen Meinung anhören. Und auch diese Antwort wieder kritisch überprüfen. (Das gilt auch für die Referenzen, die das Unternehmen über sich dutzendfach im Netz platzieren lässt. Denn zur Referenzkundenmasche gehören ja eben die Referenzen.)
Bilden Sie sich so einen eigenen Standpunkt - nur der wird Ihnen bei einer Entscheidung weiterhelfen, mit wem Sie zusammenarbeiten wollen. Aber das wissen Sie vermutlich selbst.
Easydenic AG – ein Erfahrungsbericht über skrupellose Geschäftspraktiken
Ein Vetriebler der Easydentic AG hat mich vor ein paar Tagen per Cold Call angerufen und mir die Installation eines Innenraum-Sicherheitssystems vorgeschlagen, bei der Easydentic die Hardwarekosten bis zu einer Höhe von 15,000€ komplett übernehmen würde. Als Grund gab er vor, Easydentic wolle in Westdeutschland expandieren und suche Referenzobjekte.
Wir einigten uns auf ein Treffen, das heute in unserem mittelständischen Unternehmen stattfand. Im Verlaufe dessen interessierte sich der junge 25-jährige Easydentic-Mitarbeiter wie zu erwarten für die zu überwachenden Räumlichkeiten und die dazu notwendigen Systeme, aber auch für die Reputation des Unternehmens, denn schließlich soll es ja ein Referenzobjekt sein. Wichtig war ihm außerdem, dass er mit einem Entscheidungsbefugten zusammen sitzt.
Nachdem schnell klar wurde, dass wir wenigsten drei der sechs Hallen unserer Produktion sichern müssten, wurde mir gesagt, dass sich die Subvention durch Esaydentic auf ein einziges System beschränke, ein Anruf bei seinem Vorgesetzten würde jedoch Klarheit bringen. Dann wurde vor mir der Vorgesetzte per Handy angerufen und ihm von der herausragenden Reputation unseres Unternehmens berichtet. Darauf hin ließ der Vorgesetzte am anderen Ende der Leitung verlauten, aufgrund der prima Reputation unseres Unternehmens könne er Budget aus Bayern abziehen und daher drei subventionierte Systeme genehmigen.
Schnell wurde mir nun die Rechnung gemacht: 17,200€ Hardwarekosten, die Easydentic übernimmt wenn wir mindestens 12 andere Unternehmen aktiv aussprechen würden und Referenzschreiben ausstellen, 4,000€ - nein, „weil Sie es sind nur 3,000€“ einmalige Installationskosten und €550 monatlich Servicegebühren. Erst auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass die Mindestvertragslaufzeit 48 Monate beträgt. In der Summe also 29,400€ bzw. 46,600€.
Als ich Ihm daraufhin klar machte, dass ich ein Angebot vorliegen habe, das die sechs Hallen komplett für einmalige 8,000€ vollständig sichern würde, wurde nochmals der Vorgesetzte per Handy angerufen. Anscheinend hatte dieser noch mehr Überschussbudget aus Bayern und lockte nun mit 330€ monatlich, allerdings bei höheren Installationskosten.
Ich brach an dieser Stelle das Gespräch ab und forderte den Vertriebler auf, das Gespräch mit seinem Vorgesetzten auf dem anderen Ende der Leitung zu beenden. Ich äußerte meinem Unmut darüber, dass das Lockangebot eines anscheinend kostenlosen Überwachungssystems von 0€ auf 29,400€ innerhalb von ein paar Minuten gestiegen sei. Ich habe Ihn dann direkt mit dem Vorwurf konfrontiert, Kunden mit gezielten Verkaufstaktiken in einen nur vermeintlich günstigen Vertrag täuschen zu wollen:
- Cold Calling unter falschen Vorwand
- Den Kunden im Glauben lassen dass er ein gutes Geschäft mache, bei dem er 15,000€ spare
- Die Art und Weise wie das Angebot gemacht wird: Preis bieten, wieder wegstreichen, besserer Preis, aber nur wenn sofort unterschrieben wird
- Das Verlangen, mit einem Entscheidungsbefugten am Tisch zu sitzen um noch vor Ort eine Unterschrift abzuringen
- Telefonieren vor dem Kunden mit dem Vorgesetzten, der, welch ein Glück, sogar noch ein besseres Angebot hat, wenn man sofort unterschreibt
Zu meiner Verwunderung schien der junge Mann erleichtert über meine „offenen Worte“. Ich brachte das Gespräch auf die persönliche Ebene, fragte nach seinem Alter und Lebensumständen. Er öffnete sich komplett und erzählte davon, dass er seit einem Jahr bei der Firma arbeitet und sich schon seit geraumer Zeit überlegt, die Firma aus den von mir genannten Gründen zu verlassen. Er räumte ein, dass es eine Verkaufsmasche von Easydenic sei, mittelständische Unternehmen in lange und überteuerte Verträge zu locken. Bei älteren Geschäftsführen klappe das ganz gut, ich sei zu jung, ich würde es durchschauen. Wir haben dann noch gemeinsam über die Tatsache gelacht, wie übertrieben sein Zusammenspiel mit seinem Vorgesetzten am Telefon war, eine, wie er zugab, beliebte und oft genutzte Verkaufsmasche.
Auf der Frage nach der Authentizität der langen Referenzliste der Firma mit prominenten Namen wie private Mercedes-Benz- oder Media Markt-Niederlassungen, sagte er, es seine alles echte Kunden, er könne sich aber auch nur schwer vorstellen wie diese die Verträge unterzeichnet hätten, wohlmöglich hätten diese Unternehmen wirklich nichts gezahlt um Easydenic später als Referenz zu dienen. Außerdem hätten neue Unternehmen natürlich kaum eine Wahl als positive Referenzen auszustellen, denn sonst sei ja die Rückzahlung der „subventionierten Hardware“ fällig, in meinem Fall eben 17,200€.
Auf dem Weg nach draußen fragte er mich dann noch, ob ich einen Jo für Ihn im Außendienst hätte. Ich verneinte, riet ihm aber, sich schnellsten einen anderen Job zu suchen, denn eine Firma mit einer solch miesen Geschäftspraxis ruiniere auch sehr schnell seinen Ruf.
Ich habe nach dem Besuch des Easydenic-AG-Mitarbeiters ein wenig im Internet über diese Firma recherchiert und bin darauf gestoßen, dass Easydentic AG ein gewisses Suchergebnis bei Google (http://axonas.twoday.net/stories/2527087/) sperren lässt. Seit dem Besuch heute weiß ich auch warum: Weil die dubiosen, unseriösen Geschäftspraktiken, die dort beschreiben werden, tatsächlich stattfinden. Davon konnte ich mich soeben selber überzeugen. Besorgniserregend ist allerdings die Tatsache, dass diese Firma augenscheinlich genügend Einfluss besitzt um diese Einträge bei Google löschen zu lassen. Wenn Sie Easydenic AG bei Google suchen, finden Sie folgenden Hinweis ganz unten: „Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“
Mir stellt sich die Frage: Wie kann ein Unternehmen wie Easydenic, das übrigens an dem französischen Aktienmarkt notieret ist, eine solche widerliche Unternehmenskultur aufbauen, praktizieren, und sogar mit diese Kultur wachsen? Ich bin wirklich verblüfft.
(Dieser Bericht ist wahr mit jedem Wort. Ich bevorzuge allerdings, zum Schutz des Außendienstmitarbeiters zunächst anonym zu bleiben. Der Arme soll sich erstmal einen neuen Job suchen und finden.)
es wäre gut, wenn Sie ihren bemerkenswert detaillierten Bericht ruhig auch hier oder hier posten würden.