Wie die "techne tu biou" sich aus dem Politischen löst
Auch wenn man bei Platon sich um sich selber sorgt, um der Polis zu dienen und das Heil der Polis wiederum, meinem Heil dient(1): Hier zeigt die Sorge um sich sich selbst bereits die Erosion des Politischen an. Schönes Leben entfaltet sich nicht mehr als politisches Leben, weil dass der Ort ist, in dem sich Vortrefflichkeit ermittelt.
Die Tatsache, dass im Alkibiades die Selbstsorge noch Teil der Pädogigik oder besser Ergänzung einer unvollständigen Pädgogik ist(2), deutet noch den Bezug an, worin sich das schöne Leben einst nur vollziehen konnte: Nach vorbereitetender Erziehung des jungen Mannes eben in der Polis und im öffentlichen Raum der Vortrefflichkeit. Wenn sie später in der römsichen Kultur zur lebenslangen Übung mit sich selber wird, ausgehend vom Subjekt , so hat bereits jene Einstellung, die sich selbst als Gegenstand betrachtet, also das herstellende Verhalten zu sich selbst, gesiegt. Wie politisch die Stoa und die Epikuräer auch immer waren - und tatsächlich muss man sich dieser platten Scheindiagnose "eines politischen Rückzugs in die Innerlichkeit" (3) enthalten, etwas was ja auch bei dem Geschwätz, mit dem man vermeintlich die Esoterik kritisieren will, so dumm und unreflektiert ist - im Kern ist es ein unpolitisches Verhalten. Denn der politische Bezugsrahmen kann nur noch äusserlich gedacht werden, als Gelände, in dem man sich ethisch bewegt und in dem man seine Ästethetik der Existenz entfaltet und worin sie sich bewähren muss.
Und wer sich selbst als Kunstwerk behandelt, der hat nicht dem was an Respekt und Zärtlichkeit voraus, der sich selbst beherrscht, um besser andere beherrschen zu können. In dieser Hinscht macht es keinen Unterschied sich als Material oder als Untertan zu behandeln.
Dass hat Foucault vermutlich nicht gemeint, als er rätselhaft sagte: "Die gesamte Antike scheint mir ein tiefer Irrtum zu sein".(3) Aber ist es zu besserwisserlich, hier das Scheitern dieses Ansatzes bereits zu sehen, wenn man auf der Suche nach "Lebensweisen" ist, die sich der Gouvernementalität entgegen stellen?
(1) Michel Foucault: "Hermeneutik des Subjekts. Vorlesunmg am Collège de France (1981/1982)"; Frankfurt a. M.; S. 224
(2) Michel Foucault: "Hermeneutik des Subjekts. Vorlesunmg am Collège de France (1981/1982)"; Frankfurt a. M.; S. 259
(3) Michel Foucault: "Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit 3"; Frankfurt a. M.; S. 110 - 124
(4) Michel Foucault: "Le retour de Morale": zitiert nach: Michel Foucault: "Hermeneutik des Subjekts. Vorlesung am Collège de France (1981/1982)"; Frankfurt a. M.; S. 648
Die Tatsache, dass im Alkibiades die Selbstsorge noch Teil der Pädogigik oder besser Ergänzung einer unvollständigen Pädgogik ist(2), deutet noch den Bezug an, worin sich das schöne Leben einst nur vollziehen konnte: Nach vorbereitetender Erziehung des jungen Mannes eben in der Polis und im öffentlichen Raum der Vortrefflichkeit. Wenn sie später in der römsichen Kultur zur lebenslangen Übung mit sich selber wird, ausgehend vom Subjekt , so hat bereits jene Einstellung, die sich selbst als Gegenstand betrachtet, also das herstellende Verhalten zu sich selbst, gesiegt. Wie politisch die Stoa und die Epikuräer auch immer waren - und tatsächlich muss man sich dieser platten Scheindiagnose "eines politischen Rückzugs in die Innerlichkeit" (3) enthalten, etwas was ja auch bei dem Geschwätz, mit dem man vermeintlich die Esoterik kritisieren will, so dumm und unreflektiert ist - im Kern ist es ein unpolitisches Verhalten. Denn der politische Bezugsrahmen kann nur noch äusserlich gedacht werden, als Gelände, in dem man sich ethisch bewegt und in dem man seine Ästethetik der Existenz entfaltet und worin sie sich bewähren muss.
Und wer sich selbst als Kunstwerk behandelt, der hat nicht dem was an Respekt und Zärtlichkeit voraus, der sich selbst beherrscht, um besser andere beherrschen zu können. In dieser Hinscht macht es keinen Unterschied sich als Material oder als Untertan zu behandeln.
Dass hat Foucault vermutlich nicht gemeint, als er rätselhaft sagte: "Die gesamte Antike scheint mir ein tiefer Irrtum zu sein".(3) Aber ist es zu besserwisserlich, hier das Scheitern dieses Ansatzes bereits zu sehen, wenn man auf der Suche nach "Lebensweisen" ist, die sich der Gouvernementalität entgegen stellen?
(1) Michel Foucault: "Hermeneutik des Subjekts. Vorlesunmg am Collège de France (1981/1982)"; Frankfurt a. M.; S. 224
(2) Michel Foucault: "Hermeneutik des Subjekts. Vorlesunmg am Collège de France (1981/1982)"; Frankfurt a. M.; S. 259
(3) Michel Foucault: "Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit 3"; Frankfurt a. M.; S. 110 - 124
(4) Michel Foucault: "Le retour de Morale": zitiert nach: Michel Foucault: "Hermeneutik des Subjekts. Vorlesung am Collège de France (1981/1982)"; Frankfurt a. M.; S. 648
Julio Lambing - Do, Aug 17, 2006 - Zettelkasten: Aesthetik der Existenz
xyz (Gast) - Fr, Aug 18, 2006
> Das finde ich ja ausgesprochen nett, da scheint ja jemand ein ähnliches "abc" zu denken. Denn auf so etwas will ich raus. (...) Die Frage ist ja weniger ob ein Subjekt, sondern ob Lebensweisen sich der Gouvernementalität entgegen stellen können. Ich würde sagen: ja das können sie. Denn Gouvernementalität ist eine spezifische Ausdrucksform von Macht (...)
D'accord. Ich hab meinen Foucault nicht immer so parat..was meistens gut ist, denn viel fragen, hilft viel :)
Ich "sammle" übrigens "Ansichtskarten" von Blogs wie Deinem hier. "Lebensweisen" oder auch "Performanz" und Arendt/Foucault + X sind die Konstanten.
Ws ich mich nur frage: Wie willst Du (und wie wollen all die anderen) alternative Lebensweisen im obigen Sinne finden, wenn Du alleine bist?
In Deinem Hinweis zu den Polyamos hast Du ja schon auf die mangelnde Reflektion in derlei "Alternativbewegungen" hingewiesen (ich würde noch die lächerlich altertümlichen Machtverhältnisse hinzufügen). So einfach geht 's wohl nicht... verflixte Praxis ;-)
D'accord. Ich hab meinen Foucault nicht immer so parat..was meistens gut ist, denn viel fragen, hilft viel :)
Ich "sammle" übrigens "Ansichtskarten" von Blogs wie Deinem hier. "Lebensweisen" oder auch "Performanz" und Arendt/Foucault + X sind die Konstanten.
Ws ich mich nur frage: Wie willst Du (und wie wollen all die anderen) alternative Lebensweisen im obigen Sinne finden, wenn Du alleine bist?
In Deinem Hinweis zu den Polyamos hast Du ja schon auf die mangelnde Reflektion in derlei "Alternativbewegungen" hingewiesen (ich würde noch die lächerlich altertümlichen Machtverhältnisse hinzufügen). So einfach geht 's wohl nicht... verflixte Praxis ;-)
http://axonas.twoday.net/stories/2541626/#2548497
Julio Lambing - Sa, Aug 19, 2006
>>>"D'accord. Ich hab meinen Foucault nicht immer so parat..was meistens gut ist, denn viel fragen, hilft viel :)"
Man muss vielleicht hier auch den Arendtschen und damit einen antiken Wortgebrauch nutzen: also nicht davon sprechen, dass Gouvernementalität eine Form von Macht ist sondern eine von Gewalt, von Zwang (bíaion), auch wenn das den Jüngern nicht passt, weil sie dann sofort eine juridische Interpretation von Macht wittern. Ich bin da noch unschlüssig.
>>>>"Lebensweisen" oder auch "Performanz" und Arendt/Foucault + X sind die Konstanten.
Lebensweisen - ja das ist eine entscheidende Konstante. Von diesen Grundbegriffen gibt es aber noch ein paar mehr hier, die sich entweder um diesen Begriff setzen oder ihn als polyphone Kontrapunkte gegenüberstehen.
Zum Rest: Arendt und Foucault sind Werkzeuge. Und von denen gibt es je nach Themenlagerung ein paar Dutzend. In diesem Fall und seit ein paar Wochen brauche ich beide um das einflussreiche Konzept der "Sorge um sich selbst" innerhalb der "Ästhetik einer Existenz" auszuloten. (Der Rest ist Spielerei.) Mit einer Ausnahme: Es gibt eine spezifische Art des Selbstverständnisses, warum und wie man Theorie betreibt, die ich mit Foucault teile, auch wenn die Wurzeln andere sind.
>>>>"Wie willst Du (und wie wollen all die anderen) alternative Lebensweisen im obigen Sinne finden, wenn Du alleine bist?"
Wer sagt denn, dass ich alleine bin? Und dass ich Lebensweisen finden muss? - Um Einzelgänger darf sich Wilhem Schmid und die Esoterikbewegung kümmern (das ist jetzt ungerecht in beiden Fällen, aber ich denke, es ist klar, was gemeint ist. Einen Schmid sollte man gegen jeden seiner wohlgelahrten Nasrümpfelkritiker verteidigen, schon aus menschlichen Anstand).
>>>>In Deinem Hinweis zu den Polyamos hast Du ja schon auf die mangelnde Reflektion in derlei "Alternativbewegungen" hingewiesen
Vorab: Was mich an Polyamory stört ist nicht wirklich eine fehlende Reflektion, sondern die fehlende Dimension. Polyamory, das findet seine Ausdruck in dem Film "Malen oder Lieben". Auch ansonsten sind "Alternativbewegungen" (und da wird man sich wundern, was dazu zählt, denn das ist ja weit mehr, als das, was deutscher Spieslinker unter alternativ verbucht), ja nicht durch mangelnde Reflexion gekennzeichnet. Eher oft durch Beschränktheit des Horizonts.
Aber eigentlich: Ich beschäftige mich ansonsten nicht ernsthaft mit der Frage, wer das antigouvernementale - in Anlehnung an das revolutionäre - Subjekt ist. (Neuerdings, die Queers werden ja noch ganz schick in den Unis verhandelt, sind es ja wohl die "Kulturell Kreativen" nach Paul Ray) Das dürfen Berufswiderständler/-anarchisten oder Revolutionäre irgendwelcher Avantgardeideologien machen. Im Grunde ist die Frage wertlos. Überbleibsel jener Geisteskultur, die die Zwangsläufigkeit menschlicher Emanzipation beweisen wollte. Das revolutionäre Subjekt brauchst du, wenn du monolithisch denkst, wenn du "das System bekämpfst". Handeln ist aber prinzipiell unabgeschlossen. Und es gibt nichts ungeileres und zellulär verkrampfteres wie diejenigen, die menschliches Geschick herstellen wollen.
Man muss vielleicht hier auch den Arendtschen und damit einen antiken Wortgebrauch nutzen: also nicht davon sprechen, dass Gouvernementalität eine Form von Macht ist sondern eine von Gewalt, von Zwang (bíaion), auch wenn das den Jüngern nicht passt, weil sie dann sofort eine juridische Interpretation von Macht wittern. Ich bin da noch unschlüssig.
>>>>"Lebensweisen" oder auch "Performanz" und Arendt/Foucault + X sind die Konstanten.
Lebensweisen - ja das ist eine entscheidende Konstante. Von diesen Grundbegriffen gibt es aber noch ein paar mehr hier, die sich entweder um diesen Begriff setzen oder ihn als polyphone Kontrapunkte gegenüberstehen.
Zum Rest: Arendt und Foucault sind Werkzeuge. Und von denen gibt es je nach Themenlagerung ein paar Dutzend. In diesem Fall und seit ein paar Wochen brauche ich beide um das einflussreiche Konzept der "Sorge um sich selbst" innerhalb der "Ästhetik einer Existenz" auszuloten. (Der Rest ist Spielerei.) Mit einer Ausnahme: Es gibt eine spezifische Art des Selbstverständnisses, warum und wie man Theorie betreibt, die ich mit Foucault teile, auch wenn die Wurzeln andere sind.
>>>>"Wie willst Du (und wie wollen all die anderen) alternative Lebensweisen im obigen Sinne finden, wenn Du alleine bist?"
Wer sagt denn, dass ich alleine bin? Und dass ich Lebensweisen finden muss? - Um Einzelgänger darf sich Wilhem Schmid und die Esoterikbewegung kümmern (das ist jetzt ungerecht in beiden Fällen, aber ich denke, es ist klar, was gemeint ist. Einen Schmid sollte man gegen jeden seiner wohlgelahrten Nasrümpfelkritiker verteidigen, schon aus menschlichen Anstand).
>>>>In Deinem Hinweis zu den Polyamos hast Du ja schon auf die mangelnde Reflektion in derlei "Alternativbewegungen" hingewiesen
Vorab: Was mich an Polyamory stört ist nicht wirklich eine fehlende Reflektion, sondern die fehlende Dimension. Polyamory, das findet seine Ausdruck in dem Film "Malen oder Lieben". Auch ansonsten sind "Alternativbewegungen" (und da wird man sich wundern, was dazu zählt, denn das ist ja weit mehr, als das, was deutscher Spieslinker unter alternativ verbucht), ja nicht durch mangelnde Reflexion gekennzeichnet. Eher oft durch Beschränktheit des Horizonts.
Aber eigentlich: Ich beschäftige mich ansonsten nicht ernsthaft mit der Frage, wer das antigouvernementale - in Anlehnung an das revolutionäre - Subjekt ist. (Neuerdings, die Queers werden ja noch ganz schick in den Unis verhandelt, sind es ja wohl die "Kulturell Kreativen" nach Paul Ray) Das dürfen Berufswiderständler/-anarchisten oder Revolutionäre irgendwelcher Avantgardeideologien machen. Im Grunde ist die Frage wertlos. Überbleibsel jener Geisteskultur, die die Zwangsläufigkeit menschlicher Emanzipation beweisen wollte. Das revolutionäre Subjekt brauchst du, wenn du monolithisch denkst, wenn du "das System bekämpfst". Handeln ist aber prinzipiell unabgeschlossen. Und es gibt nichts ungeileres und zellulär verkrampfteres wie diejenigen, die menschliches Geschick herstellen wollen.
http://axonas.twoday.net/stories/2541626/#2548935
xyz (Gast) - Sa, Aug 19, 2006
> Und es gibt nichts ungeileres und zellulär verkrampfteres wie diejenigen, die menschliches Geschick herstellen wollen.
Entschuldige, aber das klingt wie eine Ausflucht. Unter welchen Bedingungen gelingt den koordiniertes Handeln, wenn du auf (zumindest temporäre) Prozeduren und Organisationen verzichtest?
Beispiel Schule: Wäre es besser, wenn alle Eltern ihre Kinder selbst entziehen, um so der Disziplinierungsanstalt den Boden zu entziehen?
Welche Form sozialer Interaktion von Kindern mit Kindern (auch von Erwachsenen mit den Kindern anderer Leute) würdest Du dann einführen? Und ist das dann keine Institution?
Ich finde die Frage nach einer verbesserten Bürokratie zur Zeit etwas interessanter...
Und kann man mal was von Deiner angedeuteten "Gruppe" sehen? Webseite?
Entschuldige, aber das klingt wie eine Ausflucht. Unter welchen Bedingungen gelingt den koordiniertes Handeln, wenn du auf (zumindest temporäre) Prozeduren und Organisationen verzichtest?
Beispiel Schule: Wäre es besser, wenn alle Eltern ihre Kinder selbst entziehen, um so der Disziplinierungsanstalt den Boden zu entziehen?
Welche Form sozialer Interaktion von Kindern mit Kindern (auch von Erwachsenen mit den Kindern anderer Leute) würdest Du dann einführen? Und ist das dann keine Institution?
Ich finde die Frage nach einer verbesserten Bürokratie zur Zeit etwas interessanter...
Und kann man mal was von Deiner angedeuteten "Gruppe" sehen? Webseite?
http://axonas.twoday.net/stories/2541626/#2549769
xyz (Gast) - So, Aug 20, 2006
Danke für die aufschlußreiche Antwort!
Der falsche "Doon" reicht bei Dir demnach schon für den Abbruch des Gesprächs.
Gbi doch mal einen Tipp, wer den für Dich passenden "Doon" trifft, damit ich da mal üben kann.
Der falsche "Doon" reicht bei Dir demnach schon für den Abbruch des Gesprächs.
Gbi doch mal einen Tipp, wer den für Dich passenden "Doon" trifft, damit ich da mal üben kann.
http://axonas.twoday.net/stories/2541626/#2554520
Julio Lambing - Mo, Aug 21, 2006
Hallo, ich bitte um Differenzierung. Ich habe das Veto, auf das du dich mit deinem letzten Kommentar beziehst, gelöscht, weil ich bei aller berechtigter Wahrnehmung und Genervtheit solchen Tonfall für dieses Weblog gerne vermeiden möchte. Aber das Veto trifft was. Du fragtest nach dem Ton und ich kann dir nur sagen, dass auch ich mich mit einem bestimmten Stil, - auch wenn er ganz üblich ist und viele, viele sagen würden: "ist doch normal, was soll da störend sein?"- schwer tue. Ich kann verstehen, dass man nicht jemandem, der anscheinend mit schnellen Urteilen und Diagnosen zur Stelle ist, viel preisgeben möchte. Und würdest du dieses Blog gut kennen, dann würdest du vielleicht dafür auch Verständnis haben. Nicht alles mag in den flotten Sprech und Denk eingeordnet werden. Aber kommt Zeit kommt Rat. Vorerst möchte ich deshalb auf deine letzte Frage bündig antworten: "Dieser Zettelkasten ist Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege." Lassen wir es an diesem Punkt dabei, oder?
Ansonsten wurschtel ich mich in den letzten Kommentaren von einer Klarstellung zur nächsten und das ist etwas mühsam und langweilig für mich. Wer sagt denn, dass ich auf "temporäre Organisationen und Prozeduren verzichten" möchte? Wer sagt denn, dass ich "Formen sozialer Interaktion zwischen Eltern und Kinder einführen" möchte? Und dass ich was gegen Institutionen habe? (Ich kann dich auch nur ermutigen, wenn dein Interesse zur Zeit "einer verbesserten Bürokratie" gilt - nur zu, jeder nach seinem Interesse.) Und was soll ich sagen, wenn jemand mit Mutmaßungen wie "Ausflucht" etc. kommt? Alles unnötige Klarstellungen, an die ich eigentlich keine Zeile verschwenden möchte, weil es für mich mir eher unproduktiv ist. Man kommt da nur in Rechtfertigungsspielchen. Auch da bitte ich um Verständnis. Dieses Blog soll in erster Linie mir und einem spezifischen Adressatenkreis nützen und erfreuen. Und dann pick ich mir das an Kommentaren raus, was mich weiterbringt. Ein richtiger Diskussionsort ist das hier also nicht. Da wird so manche Leserin, die neu dazukommt, eher frustriert werden.
Für das erfreuliche Nachvollziehen, dass eine Lebenskunst nicht als Poeisis, sondern nur als Praxis in Pluralität begriffen werden kann, das diesen Dialog ja erst eröffnet hat, möchte ich mich aber ausdrücklich bedanken.
Ansonsten wurschtel ich mich in den letzten Kommentaren von einer Klarstellung zur nächsten und das ist etwas mühsam und langweilig für mich. Wer sagt denn, dass ich auf "temporäre Organisationen und Prozeduren verzichten" möchte? Wer sagt denn, dass ich "Formen sozialer Interaktion zwischen Eltern und Kinder einführen" möchte? Und dass ich was gegen Institutionen habe? (Ich kann dich auch nur ermutigen, wenn dein Interesse zur Zeit "einer verbesserten Bürokratie" gilt - nur zu, jeder nach seinem Interesse.) Und was soll ich sagen, wenn jemand mit Mutmaßungen wie "Ausflucht" etc. kommt? Alles unnötige Klarstellungen, an die ich eigentlich keine Zeile verschwenden möchte, weil es für mich mir eher unproduktiv ist. Man kommt da nur in Rechtfertigungsspielchen. Auch da bitte ich um Verständnis. Dieses Blog soll in erster Linie mir und einem spezifischen Adressatenkreis nützen und erfreuen. Und dann pick ich mir das an Kommentaren raus, was mich weiterbringt. Ein richtiger Diskussionsort ist das hier also nicht. Da wird so manche Leserin, die neu dazukommt, eher frustriert werden.
Für das erfreuliche Nachvollziehen, dass eine Lebenskunst nicht als Poeisis, sondern nur als Praxis in Pluralität begriffen werden kann, das diesen Dialog ja erst eröffnet hat, möchte ich mich aber ausdrücklich bedanken.
http://axonas.twoday.net/stories/2541626/#2558674
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Kann ein Subjekt das überhaupt, "sich der Gouvernementalität entgegen stellen"?
Oder ist die einzige erkennbare Option doch, Gouvernementalität zu erschaffen, eben durch politisches Handeln?
Also nicht die Frage, ob Macht erschaffen wird oder nicht, sondern nur, wer wie daran teilhat?
Yepp
Beim "xyz" wird es aber vielleicht dennoch divergent:
Die Frage ist ja weniger ob ein Subjekt, sondern ob Lebensweisen sich der Gouvernementalität entgegen stellen können. Ich würde sagen: ja das können sie. Denn Gouvernementalität ist eine spezifische Ausdrucksform von Macht. Und für ein Leben in Schönheit ist die adäquate Ausdrucksform oder besser Bedingung der Schönheit eben das politische Handeln und die durch Politik geformte Macht. Denn absolute Souveränität, wie es sich der herbeifantasiert, der sich selbst herstellen möchte, wird es nie geben - weil wir eben der Pluralität bedürfen und von ihr unser Handeln tausendfach durchkreuzt wird.