Vortrefflichkeit und Exemplifikation
Um Vortrefflichkeit im Handeln und Auftreten eines Menschen zu begreifen kann das Handeln und Auftreten eines Mensch selbst als eine Probe von Eigenschaften beschrieben werden, als eine Exemplifikation derselben.
"Eine solche Bezugnahme verläuft nicht wie die Denotation von einem Symbol zu dem, worauf es als Etikett zutrifft, sondern in umgekehrter Richtung von Symbol zu bestimmten Etiketten, die auf es oder auf von ihm besessene Eigenschaften zutreffen. Ein alltäglicher Fall ist der eines gelben, karierten Wolltuchs, das als Probe dient. Das Stoffmuster nimmt nicht auf alles Bezug, was es darstellt oder beschreibt oder auf andere Weise denotiert, sondern nur auf seine Eigenschaften "gelb", "kariert" und "aus Wolle", die es denotieren. Es exemplifiziert so jedoch nicht alle seine Eigenschaften oder alle Etiketten, die auf es zutreffen, zum Beispiel nicht seine Größe oder Gestalt. Die Dame, die Kleiderstoff 'genauso wie die Probe' bestellte, wollte ihn nicht in Stücken von 10 x 10 cm mit Zickzackrand." (1)
Wenn menschliches Handeln als Probe einige Eigenschaften exemplifiziert, kann es sein dass es nur einigen Hinsichten Eigenschaften gelungen exemplifiziert und in anderen nicht. Ob ein Stoffmuster als Probe gelten kann und von welchen Eigenschaften es als Probe gelten kann ist nicht zuletzt eine Frage davon wie dieProbe erstellt wurde. "Eine schlecht geschnittene Stoffprobe kann ihre Struktur und Webart richtig exemplifizieren, obwohl ihre Exemplifikation des Musters irreführend ist."(2) Menschliches Handeln und Auftreten nicht zugerichtet werden kann wie Textilien oder das Wasser aus dem Meer (Meeresproben) geschieht das Probenehmen hier durch eine Beschreibung. Da jedes Handeln auf unendlich viele Arten beschrieben werden kann, und entsprechend jedes Handeln unendliche viele Eigenschaften hat, muß es anerkannte Beschreibungsweisen geben, die wir als angemessen akzeptieren. Drei Themen müssen in diesem Rahmen angesprochen werden:
(2) Nelson Goodman, Catherine Z. Elgin: "Revisionen. Philosophie und andere Künste und Wissenschaften"; Frankfurt a.M. 1993, S. 39
"Eine solche Bezugnahme verläuft nicht wie die Denotation von einem Symbol zu dem, worauf es als Etikett zutrifft, sondern in umgekehrter Richtung von Symbol zu bestimmten Etiketten, die auf es oder auf von ihm besessene Eigenschaften zutreffen. Ein alltäglicher Fall ist der eines gelben, karierten Wolltuchs, das als Probe dient. Das Stoffmuster nimmt nicht auf alles Bezug, was es darstellt oder beschreibt oder auf andere Weise denotiert, sondern nur auf seine Eigenschaften "gelb", "kariert" und "aus Wolle", die es denotieren. Es exemplifiziert so jedoch nicht alle seine Eigenschaften oder alle Etiketten, die auf es zutreffen, zum Beispiel nicht seine Größe oder Gestalt. Die Dame, die Kleiderstoff 'genauso wie die Probe' bestellte, wollte ihn nicht in Stücken von 10 x 10 cm mit Zickzackrand." (1)
Wenn menschliches Handeln als Probe einige Eigenschaften exemplifiziert, kann es sein dass es nur einigen Hinsichten Eigenschaften gelungen exemplifiziert und in anderen nicht. Ob ein Stoffmuster als Probe gelten kann und von welchen Eigenschaften es als Probe gelten kann ist nicht zuletzt eine Frage davon wie dieProbe erstellt wurde. "Eine schlecht geschnittene Stoffprobe kann ihre Struktur und Webart richtig exemplifizieren, obwohl ihre Exemplifikation des Musters irreführend ist."(2) Menschliches Handeln und Auftreten nicht zugerichtet werden kann wie Textilien oder das Wasser aus dem Meer (Meeresproben) geschieht das Probenehmen hier durch eine Beschreibung. Da jedes Handeln auf unendlich viele Arten beschrieben werden kann, und entsprechend jedes Handeln unendliche viele Eigenschaften hat, muß es anerkannte Beschreibungsweisen geben, die wir als angemessen akzeptieren. Drei Themen müssen in diesem Rahmen angesprochen werden:
- Vortrefflichkeit im Rahmen eines ganzen Lebens, der Einheit des menschlichen Lebens)
- Kontext und Geschichte als Rahmen dessen, was als schön qualifiziert wird
- Proben und Richtigkeit
(2) Nelson Goodman, Catherine Z. Elgin: "Revisionen. Philosophie und andere Künste und Wissenschaften"; Frankfurt a.M. 1993, S. 39
Julio Lambing - Sa, Sep 16, 2006 - Zettelkasten: Aesthetik der Existenz
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Das Wuchern der Probe
Interessant ist für mich zudem, dass Ihre hier ausgeführte Beschäftigung mit der Probe ein Handeln darstellt, dass ich (vielleicht nur probehalber) dazu verwende, ihr allgemeines Handeln und Schreiben in Bezug zum Thema Beispielhaftigkeit, einzuordnen.
Sie sprachen ganz richtig die Grenzen solch einer Exemplifikation an. Dem würde ich noch das grenzenlose Wuchern der Beispielhaftigkeit hinzufügen.
Nun interessiert mich aber die Vortrefflichkeit. Abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass das hiesige Hantieren mit Proben als nennenswerte Probe für Vortrefflichkeit taugt, ist für mich eine der spannensten Frage, ob eine Probe menschlichen Handelns immer nur im Kontext einer Geschichte - unter Umständen recht langen Geschichte - als Probe für Vortrtefflichkeiten konstituiert wird; ob die Geschichte letztendlich immer eine Lebensgeschichte sein muß; ob dies analog zu einem Entwicklungsroman verstanden werden muß; ob das zu einer modernen Kultur passt, die den Entwicklungsroman als literaisches Ideal schon lange aufgegeben hat; ob es sich auch mit modernen literaischen Formen in Verbindung bringen lässt. Ein Fragenkonglomerat, von dem ich vermute, dass es es bei ungünstiger Beantwortung einiges auf die Probe stellt.