Ernstehafte Worte und Gesäusel
Es gibt ja Schwätzer unter den Bloggern, die beim Thema Klimaschutz auf Björn Lomberg abhotten. Unter Umständen hilft ja der ganz frische Report "Economics of Climate Change" von Nicolas Stern beim Realitätscheck, was unter ökonomischen Gesichtspunkten die Glocke geschlagen hat:
"Die Kosten für die Stabilisierung des Klimas sind erheblich, aber tragbar; Verzögerungen wären gefährlich und viel teurer. (...) Letztendlich erfordert eine Stabilisierung, auf welchem Niveau auch immer, die jährlichen Emissionen um mehr als 80% unter die derzeitigen Niveaus zu bringen. Dies ist eine bedeutende Herausforderung, aber andauerndes langfristiges Handeln kann dies zu Kosten erzielen, die im Vergleich zu den Risiken von Untätigkeit niedrig sind.(...)
Die Welt braucht sich nicht zwischen der Vermeidung des Klimawandels und der Förderung von Wachstum und Entwicklung zu entscheiden. Änderungen der Energietechnologien und der Struktur von Volkswirtschaften haben Gelegenheiten geschaffen, um Wachstum von Treibhausgasemissionen abzukoppeln. In der Tat würde es das Wirtschaftswachstum irgendwann schädigen, wenn man den Klimawandel ignorieren würde. Die Bekämpfung des Klimawandels ist langfristig gesehen eine Pro-Wachstum-Strategie und kann auf eine Weise erfolgen, die die Wachstumsambitionen reicher oder armer Länder nicht behindert."
Deutsche Zusammenfassung der Schlussfolgerungen*
Das hier wiederum sind nichts weiter als warme Worte, die ein "weiter so" säuseln:
"The Bank is committed to addressing the dangers of climate change and has made substantial progress in developing an Investment Framework for Clean Energy And Development. I very much welcome the Stern Review which provides a much needed critical economic analysis of the issues associated with climate change, and complements the recent IEA technology assessment and the World Bank's Clean Energy Investment Framework paper. (...)
I am therefore pleased to support a partnership between the World Bank and the World Economic Forum and the World Business Council on Sustainable Development to stimulate private sector investment through the Energy Investment Framework. Chancellor Gordon Brown and I will co-host a conference early next year to launch the partnership. "
(Paul Wolfowitz)
Im Grunde machen wir schon alles, was nötig ist, heißt das. Aber wer den World Business Council on Sustainable Development (WBCSD) je auf UN-Klimaverhandlungen hat agieren sehen, weiß, daß dieser gewichtige Wirtschaftsclub, der von vielen großen Konzernen unterstützt wird, weiter kein glaubhaftes Engagement für einen verbindlichen Klimaschutz aufweist. Bremsen, Aufweichen, Ausweichen, das ist seine Strategie immer dann, wenn es dort ernst wird.**
*Auf die Wachstumsrhetorik gehe ich hier mal nicht ein. Sie wird ja von Lombergs Jüngern geteilt.
** Und falls jemand nachfragt: Selbstverständlich bin ich bei dieser Frage parteiisch. Es ist die Zeit der Parteilichkeit.
"Die Kosten für die Stabilisierung des Klimas sind erheblich, aber tragbar; Verzögerungen wären gefährlich und viel teurer. (...) Letztendlich erfordert eine Stabilisierung, auf welchem Niveau auch immer, die jährlichen Emissionen um mehr als 80% unter die derzeitigen Niveaus zu bringen. Dies ist eine bedeutende Herausforderung, aber andauerndes langfristiges Handeln kann dies zu Kosten erzielen, die im Vergleich zu den Risiken von Untätigkeit niedrig sind.(...)
Die Welt braucht sich nicht zwischen der Vermeidung des Klimawandels und der Förderung von Wachstum und Entwicklung zu entscheiden. Änderungen der Energietechnologien und der Struktur von Volkswirtschaften haben Gelegenheiten geschaffen, um Wachstum von Treibhausgasemissionen abzukoppeln. In der Tat würde es das Wirtschaftswachstum irgendwann schädigen, wenn man den Klimawandel ignorieren würde. Die Bekämpfung des Klimawandels ist langfristig gesehen eine Pro-Wachstum-Strategie und kann auf eine Weise erfolgen, die die Wachstumsambitionen reicher oder armer Länder nicht behindert."
Deutsche Zusammenfassung der Schlussfolgerungen*
Das hier wiederum sind nichts weiter als warme Worte, die ein "weiter so" säuseln:
"The Bank is committed to addressing the dangers of climate change and has made substantial progress in developing an Investment Framework for Clean Energy And Development. I very much welcome the Stern Review which provides a much needed critical economic analysis of the issues associated with climate change, and complements the recent IEA technology assessment and the World Bank's Clean Energy Investment Framework paper. (...)
I am therefore pleased to support a partnership between the World Bank and the World Economic Forum and the World Business Council on Sustainable Development to stimulate private sector investment through the Energy Investment Framework. Chancellor Gordon Brown and I will co-host a conference early next year to launch the partnership. "
(Paul Wolfowitz)
Im Grunde machen wir schon alles, was nötig ist, heißt das. Aber wer den World Business Council on Sustainable Development (WBCSD) je auf UN-Klimaverhandlungen hat agieren sehen, weiß, daß dieser gewichtige Wirtschaftsclub, der von vielen großen Konzernen unterstützt wird, weiter kein glaubhaftes Engagement für einen verbindlichen Klimaschutz aufweist. Bremsen, Aufweichen, Ausweichen, das ist seine Strategie immer dann, wenn es dort ernst wird.**
*Auf die Wachstumsrhetorik gehe ich hier mal nicht ein. Sie wird ja von Lombergs Jüngern geteilt.
** Und falls jemand nachfragt: Selbstverständlich bin ich bei dieser Frage parteiisch. Es ist die Zeit der Parteilichkeit.
Julio Lambing - Do, Nov 02, 2006 - Zettelkasten: Klimawandel







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