"Kreuzzug der neuen Atheisten"
"Es ist, als würde nun auch die Aufklärung ihre Fundamentalisten hervorbringen. Mit Eifer und Zorn wird gegen alles zu Felde gezogen, was nur entfernt nach Unvernunft, Aberglaube, Weihrauch riecht. Ganz gleich ob Koranschüler, Kardinäle oder Eugen Drewermann. Plötzlich meint man wieder die antiklerikalen Schlachtrufe des 18. Jahrhunderts zu hören (...)"Alexander Smoltczyk: "Der Kreuzug der Gottlosen" S. 58; in: Ausgabe 22/2007 ("Gott ist an allem schuld!")
Man müsste die Themen ergänzen, die die Boulevard-Presse wie der SPIEGEL permanent zur kollektiven Mahngesängen beistreut: die unsäglichen Gefahren der Astrologie, der rachdurstige semitische Wüstengott mit perversen Verstümmelungspraktiken, die paranoiden Entgleisungen von Geistheilern und Heilpraktikern, die demnächst stattfindende Übernahme Deutschlands durch wirkmächtige Kreationisten, die Waldorfschulen, die bald das gesamte Bildungswesen überschwemmt haben werden und nicht zuletzt die Bedrohungen unserer bewährten Landwirtschaft durch biodynamischen Scharlatanerie.
Für Deutschland fände ich die Frage interessant, wie bestimmte Naturwissenschaftler unterwegs sind. Bis heute ungeklärt scheint mir z.B. die Frage, was einen naturwissenschaftlichen Berufsverband wissenschaftlich dazu qualifiziert, die Gebete jener Menschen, die in einem Baumstamm das Gesicht der Gottesmutter Maria sehen, als "Höhepunkt des Irrationalen" und "bizarres Treiben" zu deklarieren.
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