Berührung in der Love-Bar
Ich lese gerade MacIntyres Kritik an Herbert Marcuse und es ist wohl ohne Zweifel plausibel, daß bei der Erotisierung unseres Lebens, wie sie seit der surrealistischen Avantgarde und der psychoanalytischen Spießerkritik (oder seit de Sade?) herbeigesehnt wurde, ein Fehlkalkulation aufgetreten ist. Auch wenn Foucault was anderes im Blick hatte, die Enddiagnose stimmt: nix mit Revolution durch Erotisierung. Nicht nur die Revolution der Erotik ging uns flöten, sondern gleich auch noch die Erotik der Revolution. Durch das Lösen von Fesseln wird das Leben nur wenig besser, wenn man nicht weiß, wie man sein Leben gestalten kann. Das ist jetzt aber nicht die Einleitung zum großen Lamentieren über die Sinnlosigkeit der Libertinage und ein Jammern, dass wir doch alle wieder in die heimeligen Welt der Ehehygiene der 50er zurückkehren sollten. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass eine libertäre Lebensweise dann eine Chance hat, wenn sie in Gemeinschaften gelebt wird, die durch Fertigkeiten, Riten, Sitten und Institutionen die Lüste und den Leidenschaft Distanz, Geheimnis und Feingefühl geben kann.
Zurück zur Cactus Bar: Die Tänzerin, die in dem Youtube-Video zu sehen ist, ist Augustina Sario und man sollte vielleicht gar nicht viele Worte über sie verlieren, wenn man ihre Präsenz - gerade im Umgang mit Klischees - und Spielfreude wirken lassen will.
(Direktlink)
Im Pumpenhaus in Münster findet jeweils am Freitag und Samtag, den 25./26. Januar eine Aufführung statt.
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