"Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht"
"Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht." Einer schöner pointierter Satz. Dieser Satz von Hans Peter Duerr hat entweder eine empirische oder eine normative Stossrichtung (oder beides gemeinsam).
Interessant bleibt dann noch die Frage, welche realen Konsequenzen der praktischen und politischen Ethik eine solche Einstellung hat.
"Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht. Doch eine Natur, von der man glaubt, wie es zwei inzwischen berühmt gewordene Ethnozentriker des 19. Jahrhunderts ausgedrückt haben, dass sie »den Menschen anfangs als eine durchaus fremde, allmächtige und anagreifbare Macht gegenübertritt, zu der sich die Menschen rein tierisch verhalten, von der sie sich imponieren lassen, wie das Vieh«, eine solche Natur hat keine Sprache mehr, sie ist nur noch Material.
Und man beutet schließlich keine Menschen aus, die man versteht. So verriegelt man sich in der Fremde in noch viel stärkerem Maße als zu Hause in seiner »Subjektivität« und man verfremdet das fremde, indem man die Schotten des Vertrauten schließt."
(Hans Peter Duerr: "Traumzeit - über die Grenzen zwischen Wildnis und Zivilisation"; Frankfurt a,M. 1985; S.149)
- Ist es tatsächlich so, dass Kulturen oder Menschen, zu denen die Natur spricht, diese nicht ausbeuten? Man mag dies angesichts des aggressiven Raubbaus, den manche indigene Völker an der Natur verübt haben, bezweifeln.
- Und ist es tatsächlich so, dass man im Sinne einer diskurstheoretischen Begründung der Ethik, nicht mit der Natur, sofern sie ein Diskurspartner ist, nicht in ein herschaftsorientiertes Verhältnis treten darf, bei Strafe eines rationalen Widerspruchs?
Interessant bleibt dann noch die Frage, welche realen Konsequenzen der praktischen und politischen Ethik eine solche Einstellung hat.
"Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht. Doch eine Natur, von der man glaubt, wie es zwei inzwischen berühmt gewordene Ethnozentriker des 19. Jahrhunderts ausgedrückt haben, dass sie »den Menschen anfangs als eine durchaus fremde, allmächtige und anagreifbare Macht gegenübertritt, zu der sich die Menschen rein tierisch verhalten, von der sie sich imponieren lassen, wie das Vieh«, eine solche Natur hat keine Sprache mehr, sie ist nur noch Material.
Und man beutet schließlich keine Menschen aus, die man versteht. So verriegelt man sich in der Fremde in noch viel stärkerem Maße als zu Hause in seiner »Subjektivität« und man verfremdet das fremde, indem man die Schotten des Vertrauten schließt."
(Hans Peter Duerr: "Traumzeit - über die Grenzen zwischen Wildnis und Zivilisation"; Frankfurt a,M. 1985; S.149)
Julio Lambing - So, Jan 16, 2005 - Zettelkasten: Personalisierung







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