Götter als "Proben"
Es spricht einiges dafür, dass man die Helden, die in den heroischen Epen des keltischen, germanischen und homerischen Universums geschilderten werden, zurecht als Exemplifizierungen im Sinne Nelson Goodmans – also als Proben – bestimmter sozialer Verhaltensweisen und Tugenden verstehen kann, die im idealisierten Sozialgefüge, wie es uns von den Dichtern oder der Überlieferung skizziert wird, eine feste Rolle spielen. Und vielleicht kann man dies auch von den Darstellungen der „Göttern“ in diesen Epen sagen - lassen wir hier mal außer Frage, ob diese „Götter“ der verschiedenen Kulturen mehr miteinander gemein haben als den gleichen sprachlichen Begriff.
Aber es wäre nur ein typisches Beispiel für jene vielfältigen Projektionstheorien, wenn man daraus den Schluss ziehen wollte, dass auch die Götter selbst nur solche „Proben“ seien. Projektionstheorien hinsichtlich religiöser Gegenstände sind erstaunlicherweise auch noch nach mehr als hundert Jahren en vogue. Der jeweilige Mechanismus mag variiert werden – im modernen Esoterikgeschwätz, das seine Verwandtschaft zum Therapie-Dispositiv nie unterschlagen konnte, werden sie weiterhin psychologisiert und als Archetypen im jungschen Sinne gehandelt. Ob nun Devereux, Adorno, Jung, Freud, Marx oder Feuerbach (die neurobiologischen nicht zu vergessen!), all diesen Ansätzen ist unabhängig von ihren metaphysischen Voraussetzungen gemeinsam, dass sie - ähnlich wie das zuletzt erwähnte - so schrecklich billig sind.
Aber es wäre nur ein typisches Beispiel für jene vielfältigen Projektionstheorien, wenn man daraus den Schluss ziehen wollte, dass auch die Götter selbst nur solche „Proben“ seien. Projektionstheorien hinsichtlich religiöser Gegenstände sind erstaunlicherweise auch noch nach mehr als hundert Jahren en vogue. Der jeweilige Mechanismus mag variiert werden – im modernen Esoterikgeschwätz, das seine Verwandtschaft zum Therapie-Dispositiv nie unterschlagen konnte, werden sie weiterhin psychologisiert und als Archetypen im jungschen Sinne gehandelt. Ob nun Devereux, Adorno, Jung, Freud, Marx oder Feuerbach (die neurobiologischen nicht zu vergessen!), all diesen Ansätzen ist unabhängig von ihren metaphysischen Voraussetzungen gemeinsam, dass sie - ähnlich wie das zuletzt erwähnte - so schrecklich billig sind.
Julio Lambing - Mo, Feb 14, 2005 - Zettelkasten: Mythologie







Trackback URL:
http://axonas.twoday.net/stories/521759/modTrackback