„Wenn die AAO sich verbreitet hätte“
"Wir haben gedacht, wir machen da ein Modell, und die ganze Welt könnte mal so werden, das ist ungefähr wie mit dem Kommunismus - das war auch mal als Modell und Gegenwelt gedacht, aber es war doch furchtbar, was daraus geworden ist. Also wenn das, was wir daraus gemacht hätten, sich verbreitet hätte, das wär noch ärger geworden als der Kommunismus."
(Toni Elisabeth Altenberg)
Andrea Gerk: " ‘Diktator, König, Kaiser oder sag einfach Otto’ – Die ‘Aktions-Analytische Organisation’ des Otto Mühl“; in: Joachim Meißner, Dorothee Meyer-Kahrweg u. Hans Sarkowicz (Hrsg.): "Gelebte Utopien Alternative Lebensentwürfe" Leipzig 2001; S. 334
Eine Bemerkung, die man bei jedem Projekt der Gemeinschaftsbewegung, bei jeder spirituellen Siedlung und jedem Ökodorf, bei jeder religiösen oder kulturellen Gruppe als Ausrichtungslinie für den utopischen Projektor verwenden kann. Die damaligen Verhältnisse in der Aktionsanalytischen Organisation (oder eben auf dem alten Friedrichshof) dienen seit mehr 25 Jahren als Warnung für die lebensreformerischen Projekte der Nachkriegszeit. Es kann nicht schaden, immer wieder die derzeitigen Zustände solcher Initiativen wie Tamera, Stamm Füssen, Damanhur, Kommune Niederkaufungen, Ökodorf Siebenlinden, Findhorn usw. vor den Strahler der Imagination zu spannen, um zu ahnen, was uns bei anderen Größendimensionen und weltweiter Verbreitung erwarten würde. Auch die Kontraste zwischen den unterschiedlichen Ansätzen untereinander und zur Mainstream-Gesellschaft sind dann deutlicher erkennbar.
(Toni Elisabeth Altenberg)
Andrea Gerk: " ‘Diktator, König, Kaiser oder sag einfach Otto’ – Die ‘Aktions-Analytische Organisation’ des Otto Mühl“; in: Joachim Meißner, Dorothee Meyer-Kahrweg u. Hans Sarkowicz (Hrsg.): "Gelebte Utopien Alternative Lebensentwürfe" Leipzig 2001; S. 334
Eine Bemerkung, die man bei jedem Projekt der Gemeinschaftsbewegung, bei jeder spirituellen Siedlung und jedem Ökodorf, bei jeder religiösen oder kulturellen Gruppe als Ausrichtungslinie für den utopischen Projektor verwenden kann. Die damaligen Verhältnisse in der Aktionsanalytischen Organisation (oder eben auf dem alten Friedrichshof) dienen seit mehr 25 Jahren als Warnung für die lebensreformerischen Projekte der Nachkriegszeit. Es kann nicht schaden, immer wieder die derzeitigen Zustände solcher Initiativen wie Tamera, Stamm Füssen, Damanhur, Kommune Niederkaufungen, Ökodorf Siebenlinden, Findhorn usw. vor den Strahler der Imagination zu spannen, um zu ahnen, was uns bei anderen Größendimensionen und weltweiter Verbreitung erwarten würde. Auch die Kontraste zwischen den unterschiedlichen Ansätzen untereinander und zur Mainstream-Gesellschaft sind dann deutlicher erkennbar.
Julio Lambing - Mo, Mai 09, 2005 - Zettelkasten: Das System
Julio Lambing - Mo, Mai 16, 2005
Kommt einer, kommen alle
Dies ist nicht der Platz für
- Anhänger obskurer germanentümelnder Eso-Gruppen, die nach bewährtem Muster im Internet sich wechselseitig Zuspruch zuschanzen,
- für Leute, die dezent schweigen, wenn antisemitische Kategorien mal nicht von rechten Suffköpfen, sondern von ihren linken Lieblingsstammtischschwätzern verwendet werden
- für Urheber von Beiträgen auf "Star Trek Philosophie"-Niveau.
Deswegen wurden hier auch entsprechende Beiträge gelöscht. Dies ist eine Arbeitsplattform für einen bestimmten Themenkreis. Ich empfehle Personen, die unter die oben genannte Kriterien fallen, doch schon von vorneherein einen Umweg um dieses Projekt zu machen. Zur Begründung fragen Sie einfach Ihren örtlichen Weltanschauungsbeauftragten.
- Anhänger obskurer germanentümelnder Eso-Gruppen, die nach bewährtem Muster im Internet sich wechselseitig Zuspruch zuschanzen,
- für Leute, die dezent schweigen, wenn antisemitische Kategorien mal nicht von rechten Suffköpfen, sondern von ihren linken Lieblingsstammtischschwätzern verwendet werden
- für Urheber von Beiträgen auf "Star Trek Philosophie"-Niveau.
Deswegen wurden hier auch entsprechende Beiträge gelöscht. Dies ist eine Arbeitsplattform für einen bestimmten Themenkreis. Ich empfehle Personen, die unter die oben genannte Kriterien fallen, doch schon von vorneherein einen Umweg um dieses Projekt zu machen. Zur Begründung fragen Sie einfach Ihren örtlichen Weltanschauungsbeauftragten.
http://axonas.twoday.net/stories/678038/#695750
MMarheinecke - Mi, Mai 18, 2005
Sorry, Jens, habe mich missverständlich ausgedrückt
Nein, die Kibbuzim halte ich für den weitgehend gelungenen Versuch, eine echten demokratischen Sozialismus mit konsequenter Gleichheit der Mitglieder und ebenso konsequenter Ablehnung des Privateigentums zu verwirklichen. Irgendwelche totalitäre Gefahren sehe ich in den real existierenden Kibbuzim nicht - im Gegenteil, ich finde sie toll.
Allerdings: damit ein Kibbuz funktioniert, muss er 1. relativ isoliert sein (Kibbuzim, die unmittelbar neben "normalen" Städten liegen, sind instabil, zumindest gehen sie von ihren radikal-sozialistischen Ansätzen ab) und 2. muss es eine "Außenwelt" geben, sprich die Möglichkeit für Menschen, die nicht mehr mit dem im Kibbuz-Leben zurechtkommen, ohne große Probleme ausszusteigen.
Wäre ganz Israel nach Kibbuz-Prinzipien organisiert, wären diese Bedingungen nicht mehr gegeben. Die Gleichheit, die sich in einer kleinen Freiwilligen-Gemeinschaft ohne weiteres durchsetzen läßt - könnte in einem Staat mit mehreren Millionen Einwohner wahrscheinlich nur noch durch Pressionen durchgesetzt werden.
Allerdings: damit ein Kibbuz funktioniert, muss er 1. relativ isoliert sein (Kibbuzim, die unmittelbar neben "normalen" Städten liegen, sind instabil, zumindest gehen sie von ihren radikal-sozialistischen Ansätzen ab) und 2. muss es eine "Außenwelt" geben, sprich die Möglichkeit für Menschen, die nicht mehr mit dem im Kibbuz-Leben zurechtkommen, ohne große Probleme ausszusteigen.
Wäre ganz Israel nach Kibbuz-Prinzipien organisiert, wären diese Bedingungen nicht mehr gegeben. Die Gleichheit, die sich in einer kleinen Freiwilligen-Gemeinschaft ohne weiteres durchsetzen läßt - könnte in einem Staat mit mehreren Millionen Einwohner wahrscheinlich nur noch durch Pressionen durchgesetzt werden.
http://axonas.twoday.net/stories/678038/#698991
jensscholz - Mi, Mai 18, 2005
und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Die Allgemeingültigkeit, der Anspruch auf die bessere Welt, wenn alle es so machen würden, das Negieren von Alternativen und der paranoide Hass auf jeden, der diese Weltsicht zu relativieren beginnt, da steckt die tatsächliche Gefahr von Ideologien. Und der Unterschied zur Utopie, denn Ideologie und Utopie sind genau deswegen völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
Es kommt nicht von ungefähr, daß man Gruppierungen, die ideologisch agieren, daran erkennen kann, daß man nicht lose mit ihren Mitgliedern befreundet sein kann. Oder auch, daß "Aussteigen" immer nur mit einem konfliktreichen Bruch vonstatten geht, den Verlust aller Freundschaft in dieser Gruppe bedeutet und die Stabilität dadurch zurückgewonnen wird, daß lautstark der Verdacht geäußert wird, der Aussteiger sei von der bösen Außenwelt oder einem dort verortetem Gegner manipuliert worden. Oder daß Menschen und Aktionen diskreditiert und als Bedrohung dämonisiert werden, wenn sie nicht in die ideologisierte Weltsicht passen.
Was die Kibbuzim angeht: Die haben nie das Ziel gehabt, die Welt zu verbessern. Ja, es steckt eine Utopie darin - entstanden aus einer anderen Utopie (dem Zionismus) und einem wunderbaren religiösen Bild, dem Bestellen des gemeinsamen Landes als gutes Werk, das nichts Schlechtes hervorbringen kann. Deshalb sind sie auch nie Ideologisch geworden und sind daher auch so völlig unpassend. Ich kann gerne mal darüber referieren.
Es kommt nicht von ungefähr, daß man Gruppierungen, die ideologisch agieren, daran erkennen kann, daß man nicht lose mit ihren Mitgliedern befreundet sein kann. Oder auch, daß "Aussteigen" immer nur mit einem konfliktreichen Bruch vonstatten geht, den Verlust aller Freundschaft in dieser Gruppe bedeutet und die Stabilität dadurch zurückgewonnen wird, daß lautstark der Verdacht geäußert wird, der Aussteiger sei von der bösen Außenwelt oder einem dort verortetem Gegner manipuliert worden. Oder daß Menschen und Aktionen diskreditiert und als Bedrohung dämonisiert werden, wenn sie nicht in die ideologisierte Weltsicht passen.
Was die Kibbuzim angeht: Die haben nie das Ziel gehabt, die Welt zu verbessern. Ja, es steckt eine Utopie darin - entstanden aus einer anderen Utopie (dem Zionismus) und einem wunderbaren religiösen Bild, dem Bestellen des gemeinsamen Landes als gutes Werk, das nichts Schlechtes hervorbringen kann. Deshalb sind sie auch nie Ideologisch geworden und sind daher auch so völlig unpassend. Ich kann gerne mal darüber referieren.
http://axonas.twoday.net/stories/678038/#701189
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"Stiftung Utopiatest"
Ideologien versus Phantasie
Ich lasse den Beitrag drin, weil er die Versuchung der Normierung selbst in vermeintlich "linken Zusammenhängen" illustriert. Das Problem ist meines Erachtens nicht die Utopie, wie es verbitterte Altlinke glauben, die auf das sozialistische/rousseauistische Politikverständnis gesetzt haben. (Für sie bedeutet die „konkrete Utopie“ im Gefolge der Neuen Sozialen Bewegungen, also die Alternative einer anderen Lebensweise in den lebensreformerischen Projekten, implizite Kritik an ihrer eigenen angepassten Daseinweise. Ihr Abwehrreflex ist verständlich) Das Problem ist die Ideologisierung der Utopie, ob sie nun in esoterischen Gruppierungen, fanatischen Kommunen oder in politischen Strömungen betrieben wird. Ansonsten hoffe ich, dass genügend kulturelle Milieus von bürgerlich bis grün-alternativ weiter auf die Kreativitiät und Phantasie setzten, anstatt sich von den neuen alten Blockwarten der Normalität die Innovationskraft nehmen zu lassen.
„Wenn die utopischen Oasen austrocknen, breitet sich eine Wüste von Banalität und Ratlosigkeit aus. Ich bleibe bei meiner These, dass die Selbstvergewisserung der Moderne nach wie vor von einem Aktualitätsbewusstsein angestachelt wird, in dem geschichtliches und utopisches Denken miteinander verschmolzen sind (...)
Die Utopiekritik, die von Hegel über Carl Schmitt bis auf unsere Tage das Menetekel des Jakobinismus an die Wand malt, denunziert zu Unrecht die angebliche unvermeidliche Verschwisterung der Utopie mit dem Terror – utopistisch ist die Verwechslung einer hochentwickelten kommunikativen Infrastuktur möglicher Lebensreformen mit einer bestimmten, im Singular auftretenden Totalität des gelungenen Lebens.“
(Jürgen Habermas)
Kibbuzim sind bitte was?
Erklär mir doch mal bitte, wie Deiner Meinung nach die gefährliche Ideologie in den Kibbuzim aussieht und wo dort der Totalitarismus versteckt sein soll, den Du dort und überhaupt so schön pauschal in allen Weltbildern vermutest, die nicht Deinen Ansprüchen an Normkonformität genügen.