Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Blogging

Samstag, 13. Oktober 2007

Zettelordnung


"AXONAS - ein Versuch" ist kein Forum, das alle zu Wort kommen lässt. Es ist auch keine freie Diskussionsplattform. Es ist mein öffentlich begehbarer Zettelkasten. Es wäre ein grober Irrtum anzunehmen, daß dieses Blog pluralistisch verfasst ist, denn sei Autor ist nicht schizophren. Dieses Blog drückt eine einzige Stimme - meine Stimme* - in einem öffentlichen Raum aus, der seinerseits pluralistisch verfasst ist. Ein eigenes Weblog nimmt eine Position im Raum ein. Es hindert aber nie jemand anderes daran, daß diese andere in ihrem eigenem Blog ihre Meinung kundtut oder dort das Diskussionsniveau wählt, das ihr das liebste ist. Der öffentliche Raum der Blogosphere lässt glücklicherweise Myriaden an Stimmen zu. "Denn wiewohl die gemeinsame Welt den allen gemeinsamen Versammlungsort bereitstellt, so nehmen doch alle, die hier zusammenkommen, jeweils verschiedene Plätze in ihr ein, und die Position des einen kann mit der eines anderen in ihr sowenig zusammenfallen, wie die Position zweier Gegenstände. Das von Anderen Gesehen- und Gehört werden erhält seine Bedeutsamkeit von der Tatsache, daß ein jeder von ...
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Sonntag, 29. Juli 2007

Wenn die Professionalisierung von Blogs den Ruf derselben verbessern soll


Man kann sich ja schon fragen, warum es anscheinend niemand, wirklich niemand, in der deutschen Blogosphäre zu interessieren scheint, was Krystian Woznicki zur Blogs und Bürgerjournalismus zu sagen hat, nachdem sein Artikel aus der ersten 2007er Heft der Springerin immerhin bei Eurozine veröffentlicht wurde. (Krystian Woznicki: Zur Sache an sich jetzt - Spektakularisierung der "Blogospähre", Citizen Journalism und der "Bild-Blog"; 23.07.2007). Ich will mich jetzt gar nicht mit der albernen Frage aufhalten, ob es "der" oder "das Blog" heißt und auch nicht, ob es merkwürdig erscheint, wenn jemand systematisch in einem Text "Blogospähre" statt Blogosphäre schreibt (Stand 29. Juli 2007). [Vielleicht einfach nur den Insert-Befehl falsch genutzt?] Ich vermute einfach, daß es daran liegt, daß der Artikel als eher nichtssagend betrachtet wird, auch wenn man den guten Willen sieht, der "landläufigen Kritik, Blogs würden »zwielichtige Meinungsbildner« in die Welt setzen" zu widersprechen. Denn eine Aussage wie "Die gut besuchten Blogs werden nicht vom Mob gemacht." weist leider in genau die falsche Richtung, um das ...
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Samstag, 28. April 2007

Gedanken am Abend: Internet schafft Lokalität?


"Marktbeziehungen können nur insofern aufrechterhalten werden, als sie Teil bestimmter Formen lokaler Beziehungen sind, die mit dem Markt selbst nichts zu tun haben. Teil von Beziehungen des nicht auf Berechnung und Vorhersage beruhenden Gebens und Nehmens, und nur so können sie zum Gedeihen des Ganzen beitragen, statt wie es so oft der Fall ist, die Gemeinschaftsbeziehungen zu untergraben und zu zerstören." Auch wenn eine ganzen Reihe an Wirtschaftstheoretiker mit beachtlicher Reichweite diese von dem Neoaristoteliker Alaisdair MacIntyre formulierte banale Einsicht generell wiedersprechen werden, wird sie in den westlichen Gesellschaften durch die Faktizität des eigenen wirtschaftlichen Handelns anerkannt: Da wo politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger in direkter Verbindung zu einem realen sozialen Milieu stehen, dem sie angehören und dem sie zwischenmenschlich - nicht politisch - Rechenschaft ablegen müssen, spielen Fragen eines guten sozialen Einvernehmens und der Pflege eines Mileus, in das das Leben jedes einzelnen eingebettet ist, eine wichtige Rolle. Nur so ist zu erklären, dass in der Belohnungspolitik der engumrissenen Gruppe ...
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Mittwoch, 31. Januar 2007

Abmahnungen und Einstweilige Verfügungen per Abreißrolle


"Dient es der Wahrheit und Gerechtigkeit, wenn Richter sich selbst zu Dienstleistern eines kurrupten Teils der Anwaltskaste erniedrigen, indem sie Abmahnungen und Einstweilige Verfügungen quasi per Abreißrolle zur Verfügung stellen?" fragt Anna Kühne. Worüber ich seit Wochen immer wieder am Grübeln bin - wenn ich mich nicht gerade selbst unseriöser Aktionen erwehren muss: Was werden eigentlich die Konsequenzen aus dem deutschen Abmahnsperrfeuer sein, daß die Blogwelt derzeit erlebt? Immer mehr Fälle tauchen auf und man kommt gar nicht mehr nach, für alle Betroffenen die notwendigen Gesten der Solidarität aufzubringen. Die Kochbuchbetreiber Marion und Folkert Knieper machen ja gerade durch eine Ballung von Abmahnungen und juristischen Aktionen im Internet von sich reden. Nerdcore wurde von ihrem Anwalt abgemahnt (hat sich aber die internetrechtlichen Profis Udo Vetter/Sascha Kremer als Anwälte genommen). Das Blog Maingold gerät ebenfalls unter juristisches Sperrfeuer und wird zum zweiten Mal von den Kochbuchbetreiber abgemahnt. Das Parteibuch von Marcel Bartels, das mit einer Akribie Nepper, Schlepper, Bauernfänger ...
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Mittwoch, 22. November 2006

Dieses Weblog: Was Pluralismus heisst - und was nicht


Auch auf diesem Blog wie auf vielen anderem tauchen hin- und wieder Leute auf, die es als ganz ungerecht empfinden, wenn sie von den Hausherren mitgeteilt bekommen, was die jeweiligen hauseigenen Spielregeln, Vorstellungen und Anforderungen sind und dementsprechend von einem Kommentar ausgeschlossen werden. Es sind diejenigen, die den Sinn von Blogs als Artikulation nicht begriffen haben - und damit auch nicht den Sinn von Öffentlichkeit. Ich hatte ja gehofft, daß sich durch die Einübung in die Gewohnheiten in die Blogosphere erläuternde Worte erübrigen. Anscheinend ist dem nicht so und deshalb hier eine Klarstellung: "AXONAS - ein Versuch" ist kein Forum, das alle zu Wort kommen lässt. Es wäre ein grober Irrtum anzunehmen, daß dieses Blog pluralistisch verfasst sei, denn sei Autor ist nicht schizophren. Dieses Blog drückt eine einzige Stimme - meine Stimme* - in einem öffentlichen Raum aus, der seinerseits pluralistisch verfasst ist. "Denn wiewohl die gemeinsame Welt den allen gemeinsamen Versammlungsort bereitstellt, so nehmen doch alle, die hier zusammenkommen, jeweils verschiedene Plätze in ihr ein, und die Position des ...
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Donnerstag, 5. Oktober 2006

Von Solidarität und "Erdnussschwanzträgern"


Eine kleine Meditation zum Thema Solidarität Neulich habe ich mit einem jungen, nachdenklichen Menschen gesprochen, der für einen Stundenlohn von etwa 2,50 EUR 54 Stunden in der Woche mit hohem körperlichen Einsatz arbeitet. Wenn ich ihn richtig verstanden haben, dann macht er das weniger aus innerer Leidenschaft für diese Arbeitsstelle, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil aus Angst vor der prekären Beschäftigungssituation. Durch den knochenharten Job könne er fortlaufende Beschäftigung und entsprechende Erfahrung vorweisen, bis in einigen Monaten eine bestimmte Ausbildung beginne. Zu seiner Entscheidung möchte ich mich selbst nicht äußern, das steht mir nicht zu. Interessant fand ich bei dem Fortgang des Gesprächs aber, daß ein historisches Bewußtsein, warum soziale Bewegungen vor hundert Jahren für gerechten Lohn und angemessene Arbeitszeiten eintraten, nicht vorhanden war. Die Tatsache, daß wir auch denen etwas schulden, die sich vor langer Zeit dafür einsetzen, daß die Arbeit in unserer Gesellschaft humaner wird, daß wir ihre Visionen nicht einfach auf das Altenteil einer ...
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Montag, 4. September 2006

Leichter "Umbau"


In den nächsten Tagen werden hier Kleinigkeiten, die mir obsolet erscheinen, geändert und an Farben etwas experimentiert.
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Samstag, 26. August 2006

Des Bloggers Lust am Austesten


Also: der Marcel Bartels soll nicht ein Bild in seinem Wiki-System veröffentlichen, dass Sigmar Gabriel darstellt und mit dem Untertitel versehen ist: "Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz." Und deshalb bekommt er jetzt eine Unterlassungserklärung von einer renommierten Anwaltskanzlei (man beachte das Eindruck schindende Musikintro beim Aufruf der Website), die darin geübt ist prominente Politiker zu vertreten. Es gibt bei diesem Vorfall dabei eine ganze Reihe von Fragen, die mich persönlich eher weniger interessieren - nicht weil ihre Erwähnung nicht wichtig, sondern weil ihre Beantwortung so offensichtlich ist: Aufregung über Satire wird selbst zur Satire Dazu gehört die Frage, ob satirische Bilder Herrn Gabriel mit dem Wunsch in Verbindung bringen dürfen, selbst an dem fröhlichen erotischen Reigen im Volkswagenkonzern teilzunehmen, ob also die Freiheit der Satire durch Gabriels Rechtsattacke gefährdet ist. Ohne Zweifel: Die Aufregung über Satire wird selbst zur Satire. Mag der Witz über Gabriel noch so lahm sein (es ist immer die schlechte Satire, die Mächtige zu albernen Reaktionen veranlasst) , aber es gehört ...
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Donnerstag, 10. August 2006

Geschwätzigkeit des Bloggens dämmt nicht den Stumpfsinn ein


Das Langweilige an dieser Bloggerszene ist, dass sie ebenso wie alle anderen jene altbekannte Stumpfsinnigkeit vorweist, Vorurteile nachzuplappern und Klischees zu bemühen und wiederzukäuen, die ihr der Mainstream vorgibt, wenn es um ein anderes als das ihrige Milieu geht. Das gilt auch für solche "Blogroll-Familien", die sich selbst als kritisch einstufen. Denn die Stossrichtung der Kritik und ihr Objekt ist auch in diesen Familien durch implizite Übereinkunft schon vorher festgelegt. Darin ähnelt die Blogosphäre den anderen Subkulturen. Wie jede Subkultur ist sie nur in der Lage, dümmliche Berichte der Mainstreammedien über sich selbst lauthals in Frage zu stellen, weil sie den Schmerz von platten Vourteilen, Klischees und generalisierenden Sprüchen am eigenen Leib erfährt. Was aber nicht heisst, dass sie in der Lage wäre, diese Erfahrung auf andere ungewöhnliche oder häretische Lebenstile, Praktiken, Weltanschauungen, Wissenschaftstheorien etc., zu übertragen. Eine Stärkung des kritischen Geistes ist nicht auszumachen. Es dürfte eine Konsequenz der "Homophilie" sein: Des études ont montré ...
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Dienstag, 1. August 2006

Wenn Journalisten und Blogger zur Akzeptanz des Blockwarts erziehen


Wenn Journalisten Journalisten und Blogger zur Akzeptanz des Blockwarts erziehen Man liest sie ja immer wieder, die Warnungen, es mit der Offenheit im Internet nicht zu weit zu treiben. Wie z.B. der Stern, der unter der Überschrift Jugendliche warnte: "Heute bloggen, morgen bereuen" (Gefunden über die Schweizer Medienpraxis.) "Einige mussten für ihre Offenheit in Blogs schon teuer bezahlen. So gab es Entlassungen, weil Blogger über ihre Arbeit berichteten. Und Maya Marcel-Keyes, die Tochter des konservativen Politikers Alan Keyes, musste feststellen, dass ihre Beiträge über ihre Gefühle als Lesbe plötzlich ein Thema im Wahlkampf ihres Vaters wurden, als er sich um einen Sitz als Senator bewarb. Er hatte sich zuvor negativ über Homosexuelle geäußert. Experten sehen hinter solchen Vorfällen einen größeren Trend, bei dem die freimütigen Äußerungen zu persönlichen und auch öffentlichen Dramen führen. Einige fürchten auch, dass die Blogs - und besonders die Einträge über Party-Erlebnisse und Verabredungen - längerfristig Auswirkungen haben könnten. "Ich möchte ...
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