Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Ethik des guten Lebens

Dienstag, 5. September 2006

Jemand, der sich nicht kaufen lässt


Siehe hier.
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Montag, 13. Februar 2006

"Wie im Himmel" und "Bleep": Zwei Filme zum Recht auf Glück


Eine der tragenden Säulen unserer westlichen Verfassungsgeschichte, die US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung, spricht in ihrer berühmten Einleitung von dem unveräußerlichen Recht des Menschen nicht nur zu Leben und Freiheit, sondern auch zu dem Streben nach Glück. Sie spricht von dem Recht des Volkes jene Regierungsform abzuschaffen, die diese Endzwecke zerstören und eine Regierungsform einzusetzen, wie es ihm zu seiner Sicherheit und seinem Glück am zweckdienlichsten erscheint. Bis heute ist die Frage nach der Glück damit beiseite gelegt wurden, dass die Idee der verfassungsmäßig garantierten Glückseligkeit die Gefahr einer totalitären Vereinnahmung des Menschen beinhaltet. In den letzten Wochen hatte ich das Glück gleich zwei Filme sehen zu können, die sich in unterschiedlicher Weise mit dem Recht des Menschen auf Glück und seine Befähigung dazu befassen. „Wie im Himmel“ von Kay Pollak und der Dokumentarfilm "What the bleep do we (k)now!?". Ich will mich nicht über die Schwächen des letzteren hermachen, das wird die intelligentere Mainstream-Presse jenseits von ...
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Mittwoch, 1. Juni 2005

Aristoteles über Zins


"Da die Chrematistik eine doppelte ist, die eine zum Handel, die andre zu Ökonomik gehörig, die letztere notwendig und lobenswert, die erstere auf die Zirkulation gegründet und mit Recht getadelt (denn sie beruht nicht auf der Natur, sondern auf wechselseitiger Prellerei), so ist der Wucher mit vollstem Recht verhaßt, weil das Geld selbst hier die Quelle des Erwerbs und nicht dazu gebraucht wird, wozu es erfunden ward. Denn für den Warenaustausch entstand es, der Zins aber macht aus Geld mehr Geld. Daher auch sein Name [griechisch "tokos" - Zins und Geborenes - Anm. JL]. Denn die Geborenen sind den Erzeugern ähnlich. Der Zins aber ist Geld von Geld, so daß von allen Erwerbszweigen dieser der naturwidrigste." Aristote les, 1. Buch, 1258b
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Dienstag, 8. Februar 2005

Kritik an Nussbaum 2


Dir von Nussbaum zur Zeit ihrer Tätigkeit beim World Institute for Development Economics Research entwickelte Liste menschlicher Fähigkeiten, deren Entfaltung eine Regierung als Maßstab ihres Handelns beachten muss, verführt zu zwei Fragen: Wieso wirkt diese Liste als ein so offensichtliches Produkt der Vorstellungen und Maßstäbe eines europäischen Mittelstands-Lebens? Wirklich nur deshalb, weil diese Vorstellungen aus einem Leben stammen, dass die Herausforderung des Fähigkeitenansatzes positiv beantwortet hat? Oder haben ihre relativistischen Kritiker nicht doch ein Gespür für ein gewisse ethnozentrische Ausrichtung? Was ist das Verhältnis einer solchen modernen aristotelischen Liste zu jener Ontologie, die für die vorsokratische Kultur so kennzeichnend waren? (Siehe z.B. Feyerabend zu archaischen Kosmologie: "Man zähle die Teile in der richtigen Reihenfolge auf, und man hat den Gegenstand. Das gilt für materielle Aggregate, für Menschen (Bewußtsein und Körper), für Tiere, aber auch für soziale Aggregate wie etwa die Ehre eines Kriegers. " (1) Die Frage ist nicht historisch gemeint. ...
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Sonntag, 30. Januar 2005

Kritik an Nussbaum 1


Mehrere Punkte fallen auf: Nussbaum beantwortet nicht die Frage, warum man menschliches Leben (inklusive seiner Mindestanfordernungen hinsichtlich Bedürfnissen und Fähigkeiten) pflegen soll. Sie beantwortet nicht die Frage, warum man den aristotelischen Standpunkt übernehmen soll, dass eine Regierung, das dafür Notwendige bereitstellen muss. Sie beantwortet nicht die Frage, welchen Stellenwert die aridtotelische Politik hat. Der Begriff "Aristotelischer Sozialdemokratismus" legt eine politische Richtung nahe, die also innerhalb einer politischen Staatsverfassung im Parteienstreit agiert. Ihr Argumentation läuft jedoch eigentlich darauf hinaus, dass die von ihr skizzierte Anforderungen an die Politik Verfassungsrang haben. Sie scheint die Tugendlehre von Aristoteles auf eine erweiterte Grundrechtelehre zurecht zu stutzen.
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Nussbaum: Eine offene und dennoch nicht beliebige Konzeption


Wie erwähnt versteht sich Nussbaums Ansatz einer für den Staat verpflichtenden Fähigkeitenliste, die an Fragestellungen von Aristoteles angelehnt ist, weder als ahistorisch noch als apriorisch. Sie möchte zeigen, dass Aristoteles Reflexionen an diesem Punkt keineswegs als metaphysisch verworfen werden können, wie dies etwa Alaisdair MacIntyre tut, wenn er dem antiken Philosophen eine „metaphysischen Biologie“ attestiert. (1) "Die Konzeption ist weder biologisch noch metaphysisch begründet. (...) Die Untersuchung schenkt der Biologie durchaus Beachtung, aber nur, sofern sie ein Teil der menschlichen Erfahrung ist und diese prägt.(...) Sie fordert uns auf, die Komponenten des menschlichen Lebens zu bewerten und zu fragen welche so wichtig sind, dass wir ein Leben, dem sie fehlen, nicht als ein menschliches bezeichnen würden." Martha C. Nussbaum: "Menschliche Fähigkeiten, weibliche Menschen"; in Martha C. Nussbaum: "Gerechtigkeit oder das gute Leben"; Frankfurt a.M. 1999; S. 189 Die Konzeption versteht sich darüber hinaus kulturübergreifend: Nussbaum grenzt sich scharf von kulturrelativistischen Positionen ab (als ...
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Samstag, 29. Januar 2005

Martha Nussbaums Konzept der Grundfähigkeiten


Die aristotelische Philosophin Martha Nussbaum greift bei ihrer Betrachtung dessen, was ein gutes Leben ist, weniger die Tugendlehre von Aristoteles auf, sondern jene Überlegungen zur Verpflichtung eines Staates oder eines Gemeinwohls, zum Gedeihen menschlichen Lebens umfassend beizutragen. In diesem Sinne antwortet sie also eher auf die Frage, was "in der Gesellschaft" verändert werden muss. Die zentrale Frage, die Martha Nussbaum stellt, lautet dabei: Geht einem Wesen diese Eigenschaft oder Eigenart ab, würden wir es dann noch als "Mensch" bezeichnen? Oder weniger streng gefragt, was würden wir sagen, ist irgendwie typisch für "die Menschen"? Damit will Nussbaum nicht sagen, dass es nicht Extremfälle in der Vielfalt menschlicher Lebenentwürfe gibt. Aber sie möchte die Klasse der Menschen als Spezies beschreiben gleichsam so wie wenn frau fremden Wesen die Menschen beschreiben würde. In diesem Sinne ist das von ihr beschriebene Grundgerüst eine Annäherung etwa in der Art, wie wenn wir sagen, dieses oder jenes Lebewesen hat "in der Regel" diese Bedürfnisse und Fähigkeiten. Nussbaum nennt folgende Punkte für ...
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Sonntag, 23. Januar 2005

Ökospirituelle Ansätze und Ethiken des guten Lebens


Wie schon erwähnt, heißt es in ökospirituellen Kreisen gerne, dass die Veränderung der Gesellschaft mit der des Einzelnen einhergehen müsse. Liegt eine spassbefreite, protestantische Prägung vor, formuliert man dies als "Arbeit an sich selbst und der Gesellschaft". Hin- und wieder wird auch ein Primat behauptet: Die Veränderung des Einzelnen sei die Voraussetzung für die Veränderung der Gesellschaft. "Wie", so fragt man, "sollen Staaten mit Kriegen aufhören und Wirtschaftsunternehmen mit der Ausbeutung der Natur, wenn Menschen in ihrem alltäglichen Leben aggressiv sind und sich egoistisch und achtlos verhalten?" Nun kennen wir alle das Phänomen, das Kriegsherren im privaten Leben sehr friedliche Menschen sein können und Spitzenmanager von Bergbaukonzernen mit Hingabe ihren Garten pflegen. Offenkundig scheinen Staaten und Unternehmen als Institutionen ein Eigenleben zu führen, dessen formale Abläufe unabhängig sind vom lebensweltlichen Verhalten des einzelnen. Dennoch wissen wir auch, dass die individuelle Haltung von Menschen und ihr Eingreifen in Handlungsabläufe von Institutionen markante Auswirkungen ...
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