Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Frauenwelt

Samstag, 25. Februar 2006

Nochmal Isis-Kult und römische Emanzipation


Sarah B. Pomeroy urteilt ebenfalls negativ über die emanzipatorische Kraft der traditionellen römischen Frauenkulte. Angesichts der Einzigartigkeit der Isis-Religion fängt sie an zu träumen an: „[Isis] stand for the equality of women, and one cannot help wondering about the nature of the subsequent history of Western women if the religion of Isis had been triumphant“.(1) Der römische Mysterienkult der Isis war weniger aufgrund seiner sozialen Machtbasis als vielmehr aufgrund der egalitären, individualistischen und transkulturellen Ausrichtung ein würdiger Konkurrent zum Christentum: Da sie mit einer Vielzahl anderer mediterraner Göttinnen identifiziert wurde (Astarte, Fortuna, Athena, Aphrodite, Hestia, Hera, Demeter, Artemis) vereinigte die Göttin eine Unzahl an Eigenschaften auf sich. Sie besaß mächtige Eigenschaften patriachalischer Götter, die sie in die Nähe eines monotheistischen Supergottes rückten: Herrscherin über Blitz, Donner und Winde, Scheiderin des Himmels von der Erde, Kulturbringerin (Alphabete, Astronomie, Sprachen, Handel). „Ihre Macht erstreckt sich auf die Dinge, die ...
[Zettel auffalten...]



Freitag, 30. Dezember 2005

Der Einfluss des Christentums auf die Emanzipation der römischen Frau 1


Auch das Christentum hatte einen Einfluss auf die Stellung und Rechte der römischen Frauen; allerdings zweischneidig. Auf der einen Seite vertrat es die Auffassung, dass Frauen und Männer die gleiche Würde in der Ehe hatten: "Wegen der Gefahr der Unzucht soll aber jeder seine Frau haben, und jede soll ihren Mann haben. der Mann soll seine Pflicht geegnüber der Frau erfüllen wie die frau gegenüber dem Mann. Nicht die Frau verfügt über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Leib, sondern die Frau." (Paulus im ersten Korintherbrief 7,2-4)(1). und löst als Glaubensgemeinschaft die sozialen Schranken: "Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Chrsitus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus gettauft seid, habt Chrsitus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr ale seid "einer" in Christus Jesus." (Paulus im Galaterbrief 3,26-28).(2) Die neue Würde führte zu einem neuen Verständnis, wie die Ehe zwischen Mann und Frau arrangiert werden sollte: (3) Durch den freien Willen der zukünftigen Partner ...
[Zettel auffalten...]



Donnerstag, 29. Dezember 2005

Heidnische Kulte und Emanzipation der römischen Frau


Die tradierten religiösen Kulte rund um das weibliche Geschlecht, wie sie in Rom seit der Frühzeit praktiziert wurden, exemplifizierten die soziale Ordnung, in der das Leben der Frauen stattfand, die Klassengrenzen und die damit einhergehenden Rechte. Unverheiratete freie Frauen fanden sich im Kult der Fortuna Virginalis wieder, verheirate Frauen (matronae) besuchten den der Fortuna Primigenia, Sklaven feierten Nonae Caprotinae („feria ancillarum“ genannt), Plebejer feierten das plebejische Fest der Keuschheit, Prostituierte nahmen am Kult der Fortuna Virilis teil. Besonderen Raum nahmen dabei Feste für Frauen ein, die nur mit einem Mann verheiratet waren (univirae): Das Fest der Fortuna Muliebries, das spezielle Fest der Pudicitia (Keuschheit) für patrizische Frauen und das Fest der Bona Dea im Haus der Ehefrau des Konsuls. Das Privileg an Festen der univirae teilzunehmen, verloren Frauen auch unverschuldet: Witwen und verstoßene Frauen, die sich wiederverheirateten, waren ausgeschlossen, selbst dann wenn sie durch das augustinische Heiratsgesetz, dass die nachteilige Geburtenrate am Ende der Republik wieder steigern sollte, zur Wiederverheiratung ...
[Zettel auffalten...]



Dienstag, 27. Dezember 2005

Frauenemanzipation in der römischen Antike 2


Im Vergleich zur römischen Königszeit, hatte sich die Situation der römischen Frau im Herbst der Republik und am Beginn der Kaiserzeit Zug um Zug verbessert, ganz besonders beobachtbar auf der juristischen Ebene.(1) Die väterliche Gewalt über Frau und Kinder, das für Frauen nachteilige Scheidungsrecht und die Vormundschaft über Frauen wurde in einem langen Prozess sukzessive eingeengt. Die Eheform („cum manu“), bei der die Frau aus der väterlichen Gewalt in die des Ehemannes mehr oder weniger als Besitz überführt wurde, wurde durch eine Eheform abgelöst, in der das schlichte, willentlich von beiden aufrechterhaltene Zusammenleben (also durch einfach „affectio martialis“ bestätigt) die Ehe bereits begründete. Eine Ehe wurde bereits dadurch beendet, dass die Ehepartner aneinander verließen. Eheschliessungszeremonien und Ehescheidungszeremonien („tuas res tibi habeto“) waren nicht der formale Vollzugsakt, der den jeweiligen Zustand gültig machte, sondern diente lediglich als öffentliche Handlung zur rechtlichen Absicherung, falls die Gültigkeit der Ehe oder der ...
[Zettel auffalten...]



Freitag, 23. Dezember 2005

Frauenemanzipation in der römischen Antike 1


Martha Nussbaum schildert in ihrem Aufsatz "Menschliche Fähigkeiten, weibliche Menschen" (1) eine Argumentation des Stoikers Musonius Rufus, der im ersten Jahrhundert n. Chr. in seiner Argumentation „Auch Frauen sollten Philosophie betreiben“ in bemerkenswerter Weise für die Gleichberechtigung zwischen Männer und Frauen plädierte und damit „Ausdruck einer gesellschaftlichen Situation [war], die in der jahrtausendealten westlichen Tradition einen Höhepunkt in bezug auf die Stellung der Frau darstellte.“ Diese Argumentation illustriert für sie wie aristotelische Vorstellungen bei stringenter Argumentation dazu führen, Aristoteles eigene Abwertung der Frau zu korrigieren. In einer Fußnote (Anm. 277; S. 310) verweist sie zu der "Art und Weise, in der das Christentum den sich herausbildenden feministischen Konsens zerstörte" auf das Buch "The Class Struggle in the Ancient Greek World“. Dies führt zu der Frage, inwieweit in der antiken Tradition die Emanzipation der Frau als inhärente Entwicklungstendenz angelegt war und welche Rolle das Chrsitentum spielte. In der Folge werde ich einige Aspekte dieser ...
[Zettel auffalten...]



Praxis der Aphrodisia

Spiegel

Herzlich willkommen. Sie sind nicht angemeldet. Sie können dennoch einen Kommentar abgeben.

Die Startseite finden Sie hier.


Kontakt und RSS

Sie erreichen mich über diese Emailadresse.


Creative Commons License

kostenloser Counter


Neue Feeds!

Zeigt den Feed an.


Translation Google:

See this page in English Voir cette page en francais