Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Klimakonferenz Bali

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Abschied


Kein Fazit zu Bali. Abgesehen davon, daß ich es hier nicht veröffentlichen würde, habe ich auch tatsächlich keines. Die Insel ist atemberaubend schön, trotz all der Armut, die man sieht, wenn man ins Landesinnere oder auch nur abseits der Hotelwege geht. Und jedes Detail kann für die Ganzheit stehen: Heute morgen nocheinmal im luftigen sonnigen Pavillion gefrühstückt. Nur ein paar Palmen und etwa 50 Meter Sand trennen mich von der milden Brandung. To walk in beauty ist hier nicht nur eine Eigenheit der Menschen, sondern auch noch das Elemente . Das Meer geehrt und gegangen. Das was ich an Schönheit in der Begegnung zu Menschen und Anderen hier hatte, werde ich hier nicht berichten. Ein paar Freunde wird es vermutlich freuen, zuzuhören.
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Montag, 10. Dezember 2007

Es wird voll hier


Die zweite Woche hat begonnen. Die Sicherheitsmaßnahmen ziehen nocheinmal an, wie man an der verstärkten Präsenz schwerbewaffneter Polizeieinheiten beobachten kann. Bald werden die Minister eintreffen, der neue australische Regierungschef wird hier seinen Auftritt haben, der indonesische ist ebenfalls unterwegs, Al Gore wird die Tage vorbeikommen und auch der UN-Generalsekretär. Die jeweilige Entourage kommt vorher, und auch diejenigen, die die Nähe der Prominenz aus unterschiedlichen Gründen suchen. UNFCCC Generalsekretär Yvo de Boer kommt demonstrativ in einem langen, leichten Hemd, wohl aus indonesischer Produktion. Der prozentuale Anteil an Beobachtern und Delegierten, die hier noch mit Jackets, Krawatte oder schwarzen Damenkostüm durch die schwüle Hitze marschieren, hat deutlich abgenommen. Durch ihre Einhaltung des weltweit zwar etablierten, hier und jetzt aber glücklicherweise außer Kraft gesetzten Dress Code kann man die Neuankömmlinge gut erkennen. Der soziale Druck geht mal in die andere Richtung. Finde ich gut, denn gerade von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sehe irgendwie immer aus, als hätte man ...
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Russlands Vorstoß


Im Prinzip finde ich die Grundidee des russischen Vorschlags, der hier seit Tagen diskutiert wird, gar nicht so schlecht. Er dreht sich darum, Entwicklungsländer mit freiwilligen Verpflichtungen in das zukünftig Post2012-Regime einzubinden. Russia listed possible voluntary commitments which included the following: - а) absolute GHGs emission reduction targets: percentage reduction in relation to a base year in all economic sectors; setting of absolute targets for specific economic sector is also possible. b) relative GHGs emission reduction targets: more flexible are commitments based on relative figures (e.g. energy intensity of GDP, carbon intensity of GDP, energy intensity per capita, and carbon intensity per capita). Such commitments may be applied either to the whole country or to specified sectors. c) commitments based on implementation of national policies and measures: Development of a national emissions trading system by sector with further access to the external carbon market; Introduction of a tax or price policy, which promotes energy saving and deployment of new technologies. d) commitments based on development, deployment and expansion of low-carbon ...
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Sonntag, 9. Dezember 2007

Keine Party


Gestern sollte die Große NGO-Party sein, traditionell sehr voll und in Bali sicher auch ausgelassen. Die politische Stimmung ist hier in toto gar nicht so schlecht. Noch nie hat es einen Klimagipfel gegeben mit so vielen Vorschlägen von unterschiedlichen Ländergruppen Und obgleich die Gefahr besteht, daß Länder die sich zum ersten Mal so deutlich einbringen gleich frustriert werden, weil ihr Vorschlag nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit bekommt,ist dies ein sehr gutes Zeichen. Man ist prinzipiell auf einem konstruktiven Weg, das informelle Fazit einer für die Verhandlungen sehr relevanten Person war trotz der Mahnung, was noch getan werden muss, sehr gut. Die Fronten sind klar, schaut man sich das Hickhack an, wird die große Frage auf dieser COP sein, wie die Anliegen der Entwicklungsländer Berücksichtigung finden werden. Die NGO-Party soll gut gewesen sein, wir ich heute von tanzfreudigen Menschen erfahren habe. Ich bin nicht hingegangen, stattdessen nahm ich an einem angenehm gestalteten Dinner teil, auf dem eine zentrale Figur der Klimapolitik nicht nur den offiziellen Namen, sondern gleich auch noch das Geschlecht wechselte, ...
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Samstag, 8. Dezember 2007

World Silent Day


I Gusti Raka Panji Tisna ist ein gelassener freundlicher balinesischer Intellektueller, mit dem die Stunden im Nu verfliegen, wenn man sich mit ihm unterhaelt. Seine Ausbildung als Umweltpaedagoge und Biologe im Ausland hat sein Auge geschaerft fuer die vorteilhaften aber auch nachteiligen Entwicklungen des balinesischen Hinduismus in den letzten Jahren. Er ist kein Mann, der seine eigene Tradition verklaert und dennoch sieht er mit wachem Blick jene Ressourcen in Ethos, Ritualen, Fertigkeiten, Weltanschauung und Institutionen des balienischen Hinduismus, die seinem Land helfen, eine zeitgenossische, nachhaltige Lebensweise als Antwort auf die Herausforderungen durch Globalisierung und Klimawandel zu entwickeln. Er war ganz erstaunt, als ihm von der "Licht aus"-Aktion in Mitteleuropas erzaehlte. "Das ist genau das", was wir vorgeschlagen haben! Nur eben laenger und weitreichender!". Panji Tisna schlug mit Gleichgesinnten vor einen balinesischen Feiertag, der das ganze Land zum Stillstand bringt ("Nyepi"), als "World Silent Day" zu etablieren, einmal jaehrlich, anlaesslich des World Water Day. Einen ins Deutsche uebersetzten Artikel ueber seinen Vorschlag, der in der balinesichen Oeffentlichkeit ...
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Das Amüsement derTrostlosigkeit


Atemberaubende Schönheit und Trostlosigkeit liegen hier nah beieinander. Die Tage war ich mit einem Freund den Nachtbetrieb auf einer der Animiermeilen am erkunden, in Kuta direkt am Strand. Natürlich wird man aufdringlich von Männern mit schlechten Zähnen angesprochen, die einem erst ein Taxi anbieten, dann Drogen und schließlich "something other?" - gemeint waren die beiden jungen, hübschen Frauen, die in knappen Shorts auf einer Strandbank saßen. Ich habe seit 10 Stunden nichts gegessen und mein Streben nach schneller Erlösung richtet sich entsprechend auf ein anderes Objekt der Begierde. Es ist schwer nicht genervt zu reagieren, um allen Beteilgten die Würde zu bewahren. Die Diskotheken und Bars, die wir besichtigen wollten, waren leer. Die Nebensaison herrscht, Regierungskonferenz hin- oder her. Auffällig viel kräftiges männliches Personal vor jedem der Clubs, die alle ihre Fassade zum Strand geöffnet hatten. Attraktive Bedienungen, die einladen die leeren Hallen zu besichtigen und die Trögheit mit Standard-Repertoire des Barkeepers zu ersticken. Das fehlenden Leben wird durch das ohrenbetäubend laute ...
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Mittwoch, 5. Dezember 2007

Von Bäumen und Tugenden


Gestern am Spätnachmittag hatte ich ein angenehmes Gespräch mit einer Mitarbeiterin einer Waldschutzorganisation, die seit Jahren in den Tropen lebt. Erst im Laufe der Zeit und durch die Fragen meines Begleiters realisierte ich, wie gefährlich der Job jener Menschen ist, die sich gegen die illegale, aber oft tolerierte oder durch regionale Korruption ermöglichte Abholzung von Wäldern in tropischen Ländern wehren. Und was wir ihrem Mut zu verdanken haben. Das Gespräch kam dann auf Tiger, die gestresst durch die Einschränkung ihres Lebensbereichs Menschen angreifen. Dann auf Elefanten, die - also wollte sie diese gleichsam zurückerobern - des nachts in ihre angestammte Weidegebiete zurückkehren und dort die nun errichteten Hütten inklusive der Menschen niedertrampeln. Auf einmal ein leise kratzendes, aber penetrantes Geräusch im Hintergrund, gleich wieder abklingend, so als wäre irgendwo weit hinter dem Konferenzgiebäude ein Transformator angeworfen worden. Unidentifizierbar. Dann gleich wieder anklingend. Eine Stromkabel, das bitzelt? Langsam näher kommend, von weit weg, aber kontinuerlich, immer lauter, eine ...
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Einblicke vom den ersten 2 1/2 Verhandlungstagen


Südostasiatische Insel sind hervorragende Kandidaten, um zu zeigen, was ein nicht gebremster Klimawandel anrichten kann. Yvo de Boer der Chef, des Sekretariats der UN Klimarahmenkonvention brachte die Austragung der Verhandlungen in Bali und das, was ansteht, mit seiner Eröffnungsrede auf den Punkt: "You have welcomed us to one of the most beautiful palces on pur planet. a picture-perfect paradise, but an island that is also highly vulnerable to cliamte Chnage impacts. The outcome of this conference will, to a degree, determine wheter Bali - and other vulnerable Places - are destined to become a lost paradis, or not." Die Konferenz eröffnete am Montag mit einem Statement des indonesischen Umweltministers, der als Gastgeber die Verhandlungen leitet. Auch er machte klar, worum es hier in Bali geht: "Many have also supported a target date of 2009 for concluding an outcome. It is imperative that we start this process in Bali. While the launch of negotiations and a clear deadline of 2009 to end the negotiations will constitute a breakthrough, anything short of that will constitute a failure." Die ersten Tage waren ansonsten direkt von einem Dämpfer begleitet: Es gab ...
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Dienstag, 4. Dezember 2007

Gastfreundschaft


Anscheinend ist Zeit für eine sportive Tätigkeit. Schon bei meiner Ankunft hatte ich Gelegenheit, in einem Pool, der direkt am Strand lag, ins Abendrot zu schwimmen: Ich wollte trotz Übermüdung nach 24 stündiger Anreise im Wachszustand den Kreislauf in Schwung bringen und so eine ortsübliche Einschlafzeit zu haben. Die klischeehafte Romantik unter Palmen mit dezenter Musik und Beleuchtung half ganz gut: ich hielt dann noch 3 Stunden durch. Auch tagsüber gibt's Gelegenheiten: Das Hotel Grand Hyatt, in dem sie sogenannten "Side Events" (also Informationsveranstaltunge n mit Vorträgen, Diskussionen etc. neben den offiziellen Verhandlungen) stattfinden, ist per Fußmarsch etwa 15 Minuten vom Verhandlungszentrum entfernt. Schnelles Gehen rächt sich bei der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur sofort. Der Shuttle Bus fährt etwas spärlich. Aber an diversen Ecken gibt es Stände der UN, an denen man unkompliziert Fahrräder ausleihen kann. Ganz neue, quitschgelbe Mountain-Bikes mit Gangschaltung. Sie werden an einem Stand ausgeliehen und an an einem anderen am zielort wieder abgegeben. Nette Idee. Mein Fahrkünste auf ...
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Politische Erwartungen an den Verhandlungsprozeß


Es ist klar. Man hat jetzt schon so lange verhandelt, daß alles andere als ein Verhandlungsmandat inakzeptabel wäre. Aber mit dem Beginn der Verhandlungen, wie ein zukünftiges weltweites Regime zur Eindämmung des Klimawandels aussehen kann, ist es selbstverständlich nicht getan. Es gibt ein Papier der entwicklungspolitischen NGO Germanwatch, das als sehr gute deutschsprachige Einführung zur Ausgangslage der Klimaverhandlungen in Bali gilt. Es stellt auch meiner Meinung nach recht zutreffend die Kritierien auf, anhand dessen die zukünftigen Ergebnisse des Verhandlungsprozesses bewertet werden soll: "Der Verhandlungsprozess sollte sich an folgenden Kernkriterien und -prinzipien orientieren: • Klimaeffektivität – der Prozess muss die Chance eröffnen, dass bis 2009 ein Abkommen verabredet ist, das uns auf einen Pfad einschwenken lässt, der ein Abbremsen der Klimaerwärmung unter zwei Grad gegenüber vorindustrieller Zeit ermöglicht. Für das jetzige Abkommen am allerzentralsten ist, dass es den Weg bahnt, um zwischen 2015 und 2020 den Höchststand der globalen Emissionen zu erreichen. Als langfristiges ...
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Praxis der Aphrodisia

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