Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Klimawandel

Mittwoch, 16. April 2008

Merkwürdige Kontinuitäten


Das war 1998. "Ich verrate Ihnen kein Geheimnis, dass wenn es einige neue Ölfunde gab, ich ihnen gesagt habe, nein, laßt es im Boden, mit der Gnade Gottes, unsere Kinder werden es brauchen" Das war 2008. Abdullah bin Abd al-Aziz Al Saʿud , König und Premieminister, in einer Stellungnahme vom 12. April, warum er Anweisung gegeben hat, einige jüngere Ölfunde in Saudi Arabien aktuell nicht zu entwickeln.
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Freitag, 12. Oktober 2007

Ein Preis, der viele, viele freut


Natürlich muß ich trotz aktueller Zeitknappheit, die durch die Dürre meiner aktuellen Notizen hier auf diesem Blog gut dokumentiert ist, etwas dazu schreiben, versteht sich ja von selbst. Was soll ich dazu sagen?? Die erste Reaktion nach der Radio-Meldung: Yepp. Ging schon länger herum, daß das Thema Klimawandel in den Focus des Nobelpreiskomittees des norwegischen Parlaments geraten war. Auch das IPCC und Al Gore wurden bereits genannt. Der Vater des Kyoto-Protokolls, der argentinische Diplomat Raul Estrada hätte bei der Nominierungsliste auch noch gut gut dazu gepasst, aber wer weiß? Al Gore - Vortrag zum thema Klimaschutz Die zweite Überlegung, drei Minuten später: Lange schon dürfte ein Friedensnobelpreis nicht mehr so hochpolitisch gewesen sein, wie der diesjährige. Die Bekämpfung des Klimawandels, also das Zurückdrängen der unser Industriezeitalter initiierenden und für mehr als ein jahrhundert prägenden Verbrennungstechnologie, wird für Jahrzehnte die größte technologische Herausforderung der modernen Volkswirtschaften. Inwieweit die durch den Klimawandel zu erwartenden ...
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Dienstag, 3. Juli 2007

Wieviel Wasser läuft noch den Gletscher entlang?


Mancher erinnert sich noch an den SPIEGEL-Artikel über Klimahysterie. Da war ja auch die Rede davon, dass das alles mit dem durch den Klimawandel bedingten Anstieg des Meeresspiegels nicht so schlimm sei, wie lange angenommen. Vielleicht ist diese Meinung als Kontrastmittel hilfreich: "Eine Tabelle im jüngsten IPCC-Bericht erweckte für manche Beobachter den Eindruck, der Weltklimarat schätze den höchstmöglichen Meeresspiegelanstieg in diesem Jahrhundert deutlich tiefer ein als im letzten IPCC-Bericht des Jahres 2001. Da dies für viele Millionen von Menschen - gerade auch in Entwicklungsländern - existenziell wichtig ist, sollten hier keine Missverständnisse entstehen. Von Entwarnung kann keine Rede sein. Zwar wird der in der entsprechenden Tabelle angegebene Höchstwert recht deutlich reduziert. Aber dies geschieht vor allem deshalb, weil die große Unbekannte im Hintergrund - mögliche sich selbst beschleunigende Eisverluste in Grönland und der Westantarktis - in der Abschätzung in der Tabelle nicht mehr berücksichtigt wird. Grund für die Nichtberücksichtigung ist, dass die Wissenschaft noch nicht ...
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Mittwoch, 27. Juni 2007

Was die BASF zur Vermeidung von Seuchen tut


Sagt mal geschätzte Investoren der BASF*, Ihr wisst ja so gut wie jeder andere, dass das Unternehmen, das da mit Eurem Geld arbeitet, in Sachen Klimapolitik nicht so richtig den Schuss gehört hat. Da war ja nicht nur das explizite Lobbying gegen die Wärmenutzungsverordnung (die das Unternehmen zu Fall brachte), da war nicht nur das langjährige Engagement gegen die Ökosteuer, sondern auch noch das heftige Arbeiten gegen den europäischen Emissionshandel. Das ist alles nun irgendwie schon abgefrühstückt und hat dem Unternehmen nicht nur Ärger mit Umweltschutzgruppen eingehandelt, sondern die deutsche Industrie auch für geraume Zeit aus der europäischen Klimadebatte rausgekegelt, weil weder die europäische Politik noch die internationale Wirtschaft Bock auf großkotziges deutsches Eintreten auf Sonderrechte hatte. Aber eine ganz andere Sache ist es, der Öffentlichkeit Anschauungsmaterial für die Vermutung zu liefern, dass der Vorstandssprecher eines Chemiekonzern den Klimawandel verharmlost, wenn auf die Verantwortung der Industrieländer angesprochen wird. Oder wollt Ihr wirklich, daß Jürgen Hambrecht ...
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Montag, 21. Mai 2007

Die "Klimahysterie": Eine Gedächtnisstütze für den SPIEGEL-Artikel


Ich muss mir hier mal eine persönliche Gedächtnisstütze machen, in dem die Aussagen der SPIEGEL-Ausgabe zur Klimawandel ("Die große Klimahysterie - Hilfe ... Die Erde schmilzt") verglichen werden mit den aktuellen IPCC Stellungnahmen zum Forschungsstand über die wahrscheinlichen Folgen des Klimawandel. Der Artikel vom SPIEGEL wird nicht der letzte sein, es scharren einige bereits mit den Hufen. Das IPCC ist ein wissenschaftliches Gremium, das dem Verhandlungsprozess der UN Rahmenkonvention zum Klimawandel wissenschaftlich berät. Es wertet die weltweite Forschung zum Klimawandel aus. Das IPCCC teilt mit, daß mehr als 2500 wissenschaftliche Experten, 850 beitragende Autoren, 450 Redakteure an dem Prozess beteiligt sind. Obgleich gewisse Möglichkeiten für Regierungen bestehen, an gewissen Punkten Einfluss auf die Auswertung und Darstellung der zusammengetragenen und verglichenen Ergebnisse zu nehmen, gilt das IPCC als die gewichtigste wissenschaftliche Autorität zum Thema Klimawandel. Derzeit wird der vierte Sachstandsbericht Zug um Zug veröffentlicht, dazu tragen verschiedene Arbeitsgruppen bei. Die Working Group 1 beschäftigt ...
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Freitag, 6. April 2007

Appeasement-Vorwurf mal anders


Also ich weiß nicht, ob der junge Belgier Julien Vandeburie (nicht: "Julian" - wie er jetzt überall falsch genannt wird) dies wirklich beabsichtigt hat - aber sein Vergleich scheint ja Kreise ziehen, die einigen Verhandlungsparteien vermutlich nicht so lieb ist: Der belgische Delegierte Julian Vandeburie verglich die gegenwärtige Situation der Welt mit der Münchener Konferenz von 1938, als Großbritannien und Frankreich zugunsten einer «Appeasement-Politik» darauf verzichteten, sich der Großmachtpolitik Hitlers entgegenzustellen. «Wir sind in der gleichen Situation», sagte Vandeburie. «Wir müssen entscheiden, ob wir etwas unternehmen oder nicht.» Ein erster Hinweis, was im Beitrag der Working Group II ("Impacts, Adaptation and Vulnerability") zum Vierten Assessment Report (AR4) des IPCC gelöscht und abgeschwächt wird, findet sich hier und hier. Und den Bericht und seine Zusammenfassung wird man in Kürze hier finden. Es gibt eine tiefe Befriedigung bei vielen Weggefährten, daß das Thema Klimawandel endlich den öffentlichen Stellenwert bekommen hat, den es schon lange verdient. ...
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Donnerstag, 2. November 2006

Ernstehafte Worte und Gesäusel


Es gibt ja Schwätzer unter den Bloggern, die beim Thema Klimaschutz auf Björn Lomberg abhotten. Unter Umständen hilft ja der ganz frische Report "Economics of Climate Change" von Nicolas Stern beim Realitätscheck, was unter ökonomischen Gesichtspunkten die Glocke geschlagen hat: "Die Kosten für die Stabilisierung des Klimas sind erheblich, aber tragbar; Verzögerungen wären gefährlich und viel teurer. (...) Letztendlich erfordert eine Stabilisierung, auf welchem Niveau auch immer, die jährlichen Emissionen um mehr als 80% unter die derzeitigen Niveaus zu bringen. Dies ist eine bedeutende Herausforderung, aber andauerndes langfristiges Handeln kann dies zu Kosten erzielen, die im Vergleich zu den Risiken von Untätigkeit niedrig sind.(...) Die Welt braucht sich nicht zwischen der Vermeidung des Klimawandels und der Förderung von Wachstum und Entwicklung zu entscheiden. Änderungen der Energietechnologien und der Struktur von Volkswirtschaften haben Gelegenheiten geschaffen, um Wachstum von Treibhausgasemissionen abzukoppeln. In der Tat würde es das Wirtschaftswachstum irgendwann schädigen, wenn man den Klimawandel ...
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Freitag, 20. Oktober 2006

Sie nennen es Verschmutzung, wir nennen es Leben


Zu einer intakten Demokratie gehört die Bereitschaft, immer auch den Standpunkten der anderen Seite Gehör zu schenken. Die Beschäftigung damit kann auf manches ein ganz neues Licht werfen und Einsichten eröffnen und vertiefen. Deshalb hier ein Beitrag des "Competitive Enterprise Institute (CEI)", das einen beeindruckenden Spot über die Klimadebatte produziert und ausgestrahlt hat: Die Aktivitäten des Competitive Enterprise Institute (CEI) verstehen sich als Korrektur zu Al Gores Film "An Inconvenient Truth". Zu den finanziellen Unterstützern des 1984 gegründeten Instituts gehören u.a. Exxon (Esso), Texaco, Alliance of Automobile Manufacturers, General Motors (Besitzer von Opel), Ford, das American Petroleum Institute, Pfizer, Arch Coal, Cigna Corporation, Dow Chemical, IBM.
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Donnerstag, 19. Oktober 2006

Ein Film, der niemals hätte gemacht werden dürfen


"An Inconvenient Truth," Davis Guggenheim's new documentary about the dangers of climate change, is a film that should never have been made. It is, after all, the job of political leaders and policymakers to protect against possible future calamities, to respond to the findings of science and to persuade the public that action must be taken to protect the common interest. New York Times, May 24, 2006: Warning of Calamities and Hoping for a Change in 'An Inconvenient Truth' (A. O. Scott) Es ist ein guter Film, dessen Aufführung in Deutschland vielleicht daran krankt, daß seine Synchronisation den amerikanischen Pathos ins Lächerliche zieht. Eine Einführung in die Klimathematik, die nicht auf alle Details und Komplexitäten eingehen kann, aber die kommenden Herausforderungen nocheinmal deutlich macht.* (Deutscher Trailer zu "Eine Unbequeme Wahrheit" hier.) Das Kyoto-Protokoll strebte als Einstieg für die Industriestaaten eine Einsparung der jährlichen Treibhausgasemissionen von etwa 5,2% für das Jahr 2012 an (verglichen mit dem Jahr 1990). Wenn wir aber als Ökonomie realisieren, was es heißt, dass wir in den Industrieländern ...
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