Axonas ist ein Zettelkasten, der Notizen, Exzerpte und Zitate aufbewahrt. Weder stellen die Notizen meine abschließenden Gedanken dar noch drücken die gesammelten Exzerpte und Zitate unbedingt meine Meinung aus.

Als öffentlich begehbarer Buchstabengarten ist dieser Zettelkasten zugleich Bestandteil eines Austauschs an Gedanken und Ideen, den ich mit einigen Menschen pflege. Er ist ein Hilfsmittel im Wechselspiel von Rede und Widerrede und den Nutzen und die Grenzen eines solchen Buchstabengartens hat Sokrates in Platons Phaedros treffend beschrieben.

Tugend

Samstag, 6. Januar 2007

Selbstlose Menschen bei MacInytre


Bemerkenswert bei der aristotelischen Tugendkonzeption von MacInytre ist, dass sämtliche Tugenden fehlen, die nicht gemeinschaftsstabilisieren d sind. Tugenden der christlichen Tradition erfüllen gemeinsam mit den Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Tapferkeit, Weisheit, Mäßigung diesen Anspruch. Sow ie Nitzsche in seiner Konzeption (ausser als Zertrümmerer der Aufklärungsethik) keinen Platz hat, haben es auch keine aristokratischen Tugenden. Man könnte natürlich das praktisch überlegende und damit autonom handelnde Subjekt, das bei ihm eine zentrale Stellung einnimt, als Widerspiegelung einer aristokratischen Tugend begreifen, aber das scheint mir nicht überzeugend.
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Mittwoch, 5. April 2006

Literaturnotiz: Welcher MacIntyre hat da rezensiert?


Macintyre, A., 1963: (R) Review E. Fromm, The Dogma of Christ and Other Essays on Religion, Psychology and Culture (1963a, English), in: New Statesman, New York, Vol. 66 (22. 11. 1963), pp. 748. - [At the Fromm Archive:Secon - English]
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Dienstag, 4. April 2006

Gesellschaftscharakter als soziale Tugendstruktur2


Gut was haben wir, wenn wir Begrifflichkeiten des Charakters in der Fromm'schen Sozialpsychologie durch solche der Tugend ersetzen? - Die Energiebegrifflichkeit ist noch dem Freudianischen Triebmodell geschuldet. Geschenkt, bringt nicht viel. Die Begrifflichkeit rund um Seele und Psyche ist überflüssig, weil Tugend auf Handlungsdispositionen referiert. - Das Problem des Fromm'schen Sargs taucht auch hier auf den ersten Blick auf. Der Begriff meint, dass das Modell, das Fromm kreiert hat (selbstverständlich mit Gesellschafts-Charakter), keine Entwicklungsmöglichkeit beinhaltet: Basis beeinflusst Charakter beeinflusst Ideen und vice versa. Ewige Bestätigung des Status Quo, keine Revolution, keine Reform etc. Deshalb spricht man vom Sarg: Fromms Modell verschliesst die Gesellschaft in eine Gruft, aus der es kein Entkommen gibt. - Aber der Fromm'sche Sarg ist ein Scheinproblem. Denn bloß weil eine Zwischenstufe zwischen Basis und Überbau eingebaut ist, heisst es noch lange nicht, dass sich in dieser Hinsicht etwas entscheidendes von Marx zu Fromm verändert hätte. Entweder hat dann schon Marx einen Sarg gebaut (Ideen stabilisieren at ultimo ...
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Sonntag, 2. April 2006

Kluge zu "Charakter"


Substantiv Maskulinum "wesentliche Eigenschaft"; Standardwortschatz (13. Jh., Bedeutung 17. Jh.) Entlehnung. Entlehnt aus frz. caractère, dieses aus l. c(h)aracter, aus gr. charakter, einer Ableitung von gr. charássein "einritzen, prägen", also eigentlich "Prägung". Das Wort hat bereits im Griechischen neben der konkreten Bedeutung die moralische Bedeutung "Haupteigenschaft", dann auch "Unterscheidungsmerkmal". - Der heute hervortretende sittliche und psychologische Sinn des Wortes ist geprägt durch den französischen Moralisten La Bruyère, der auf die griechische Bedeutung (Theophrast) zurückgreift ("ethische Wesenszüge").
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Samstag, 1. April 2006

Gesellschaftscharakter als soziale Tugendstruktur1


Wenn die Tugendstruktur des Menschen durch die sozio-ökonomischen Verhältnisse geprägt wird, dann ist zu fragen, in welchem »Medium« sich die Vermittlung zwischen sozio-ökonomischen Verhältnissen und seelisch-geistigen Erscheinungen vollzieht. Einen ersten Impuls zur Lösung dieser Frage bekam Erich Fromm durch die Marxsche Unterscheidung zwischen »konstanten Trieben« (nach Karl Marx fallen in diese Kategorie der Geschlechtstrieb und der Hunger), die von den gesellschaftlichen Bedingungen nur in Form und Richtung geändert werden können, und den »relativen Trieben« oder »Begierden« , die ihren Ursprung nur einem bestimmten Typ der gesellschaftlichen Organisation verdanken. »Marx verband hier bereits die relativen Begierden mit der Gesellschaftsstruktur und mit den Bedingungen von Produktion und Kommunikation und schuf so die Grundlage für eine dynamische Psychologie, die die meisten menschlichen Begierden – und damit einen großen Teil der menschlichen Motive – als durch den Produktionsprozeß bestimmt begreift.« Um die gemeinsamen psychischen Haltungen ...
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Charakterologie - Tugendlehre 1


"Das Verständnis menschlichen Verhaltens als Ausdruck eines bestimmten Charakters kann in der theologischen und philosophisch-ethischen Tradition bereits in der Tugendlehre, und zwar in der des Aristoteles und vor allem in der als Habitur-Lehre gefaßten Tugendlehre des Thomas von Aquin gefunden werden. Besonders wo es um die sittliche Beurteilung menschlichen Verhaltens ging und man moralpädagogsiche Kritierein und Inhalte brauchte, vermochte die Tugendlehre - ohne ausdrückliche empirische Methode - ein tieferes Verstehen des Menschen zu vermitteln. (...) Die Charakterlehre Erich Fromms kann als ein versuch angesehen werden, das Anliegen der traditionellen Tugendlehre mit den Mitteln der moderen Human- und Sozialwissenschaften neu zu begründen. Eine Affinität der Frommschen und des thomanischen Menschenverständnisses ist offensichtlich. Das Verdienst Erich Fromms ist die wissenschaftliche Explikation dieses Menschenverständnisses mit Hilfe seiner sozialpsychologischen Methode. Er übernimmt den dynamischen Charakterbegriff Sigmunds Freuds und mit ihm die Einsicht, daß die verschiedenen Charakterzüge eines Subjekts strukturiert ...
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Montag, 27. Februar 2006

Polis - Tugend und Gesetz z.B. bei Reichtum


Interessant ist an der Eindämmung des Reichtums in der frühen attischen Polis: Solons Staatsreformen waren legislativer Art, seine Angriffe gegen den Reichtum aber auch harte moralische Urteile über die Verdorbenheit des Charakter. Jenseits von Erwägungen über strukturelle Regelungen wird in der griechischen Debatte die Verantwortung über das individuelle Handeln thematisiert – allerdings auf der Blaupause von Handlungsdispositionen – den Tugenden: “An der Wurzel des Reichtums entdeckt man daher eine Verdorbenheit des Charakters, einen fehlgeleiteten schlechten Willen: die pleonexia, den Wunsch mehr als die anderen zu haben, mehr als den eigenen Teil, das Ganze. Plutos bedeutet in den Augen der Griechen eine verhängnisvolle Macht; doch sie ist nicht ökonomischer Natur. Vielmehr ist sie die innere Logik einer Charakterhaltung, eines ethos, die zwangsläufige Folge eines bestimmten Typs von Verhalten. Koros, hybris und pleonaxia sind die Formen der Unvernunft, die im Eisernen Zeitalter der aristokratische Dünkel annimmt – jener Geist der Eris, der nicht mehr der des edlen Wettstreits ist, sondern nur mehr Unrecht, ...
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Samstag, 28. Mai 2005

Montesquieu über republikanische Tugenden


2. What is meant by Virtue in a political State. Virtue in a republic is a most simple thing: it is a love of the republic; it is a sensation, and not a consequence of acquired knowledge: a sensation that may be felt by the meanest as well as by the highest person in the state. When the common people adopt good maxims, they adhere to them more steadily than those whom we call gentlemen. It is very rarely that corruption commences with the former: nay, they frequently derive from their imperfect light a stronger attachment to the established laws and customs. The love of our country is conducive to a purity of morals, and the latter is again conducive to the former. The less we are able to satisfy our private passions, the more we abandon ourselves to those of a general nature. How comes it that monks are so fond of their order? It is owing to the very cause that renders the order insupportable. Their rule debars them from all those things by which the ordinary passions are fed; there remains therefore only this passion for the very rule that torments them. The more austere it is, that is, the more it curbs their inclinations, the more force it givfes to the only passion left them. 3. ...
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Sonntag, 27. Februar 2005

Macinytre zwischen Marx und Thomas von Aquin (Quellensammlung)


Unsystematischer schneller Streifzug durchs Internet (wird erweitert) Martyn Hammersley besprach 1997 in Reviewing Sociology das Buch von Peter McMylor "Alasdair MacIntyre: Critic of Modernity". Strammkonservatives Blog von Josh Braun in dem er MacIntyre's "Marxism and Christianity" bespricht. Emile Perreau-Saussine über "Alasdair MacIntyre between Aristotle and Marx" Kelvin Knight bei "Contemporary Political Studies" über "Revolutionary Aristotelianism" Phlip Ross bei "Contemporary Political Studies" über Marxismus und Kommunitarismus
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Alasdair MacIntyre in “Analyse und Kritik” (Quellen)


Ausgabe 1/82 Alasdair MacIntyre: Philosophy and its History Ausgabe 1/84 Alasdair MacIntyre The Claims of After Virtue Richard E. Flathman Culture, Morality and Rights: Or, Should Alasdair MacIntyre's Philosophical Driving License Be Suspended? Alan Gewirth Rights and Virtues David Miller Virtues and Practices Annette Baier Civilizing Practices Ausgabe 1/85 Kai Nielsen Cultural Pessimism and the Setting aside of Marxism Ausgabe 2/85 Gerard Doppelt: Modernity and Conflict Alasdair MacIntyre: Rights, Practices and Marxism: A Reply to Six Critics Alan Gewirth: A Brief Rejoinder Ausgabe 1/91 Ian Carter Is Analytical Action Theory Reductionist?
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